Uttinger Leonhardi-Ritt

Segen für Ross und Reiter

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Rund 150 Rösser und 15 Gespanne erwarten die Verantwortlichen für den Uttinger Leonhardiritt am kommenden Sonntag.

Utting – Sie bereiten sich wieder auf ihren großen Aufritt vor: Ross und Reiter aus der Region zwischen Ammersee und Lech, aber auch aus dem Allgäu und rund um Augsburg finden sich am Sonntag, 9. November, zum Uttinger Leonhardi-Ritt mit Pferdesegnung ein. Der Tag ist ein Höhepunkt im Jahreslauf der bairischen Lebensgewohnheiten und Bräuche.

Das Brauchtum des Leonhardi-Ritts wird in Altbayern vielerorts gepflegt und erhalten. Diese Prozession zu Pferde findet zu Ehren des Heiligen Leonhard von Limoges statt, der im sechsten Jahrhundert gelebt hat. Als Schutzpatron unter anderem der landwirtschaftlichen Tiere – heute vor allem der Pferde – werden sie zu seinem Gedenktag (6. November) gesegnet. Besonders malerisch sind die Pferdesegnungen, zu denen die Rösser und Gespanne fein herausgeputzt und reich geschmückt werden.

Der Uttinger Leonhardi-Ritt spielt dabei eine wichtige Rolle. Er zählt zu den großen Umritten und wird weithin gerühmt wegen seiner aufwändig und ideenreich gestalteten Festwagen. Erstmals um das Jahr 1780 erwähnt, zählt er zu den frühen Umritten im oberbayerischen Raum. Noch viel älter sind nur wenige, zum Beispiel der Leonhardi-Ritt in Leonhardspfunzen im Landkreis Rosenheim. In Schriften aus dem Jahr 1436 ist er bereits erwähnt. In Kreuth am Tegernsee belegt eine Urkunde aus 1442 den wohl ältesten Ritt in der Region.

Die Uttinger sind stolz auf ihre Tradition. Deshalb haben sie den Leonhardiverein gegründet, um der Veranstaltung gerecht zu werden. Vorsitzender Michael Bauer: „Es ist ein enormer Organisationsaufwand, von der Sicherung der Straßen bis zum Rahmenprogramm. Da hat der Verein alle Hände voll zu tun.“ Kein Wunder: Zu Leonhardi ist das Dorf voller Menschen. Auch heuer wieder werden bis zu 160 Pferde erwartet und 15 Gespanne. Weil sich die Reiter nicht anmelden müssen, könne man nie genau sagen, wie viele am Festtag eintreffen am Ammersee-Westufer, meint Bauer. Auf jeden Fall ist die Gemeinde bestens gerüstet.

Um 9 Uhr beginnt der Tag mit einem Festgottesdienst, den Prior Timotheus Bosch aus der Erzabtei St. Ottilien zelebriert. Ab zirka 10.15 Uhr beginnt der Festzug mit Pferde- segnung und dem dreimaligen Ritt um die Kirche St. Leonhard (in der Dorfmitte). Es schließt sich in der Reithalle Sedlmeier ein gemütliches Beisammensein mit Musik, Essen und Trinken an.

Viermal Sepp und mehr

Ab 19 Uhr zieht dann alles ins Schützenheim, wo die Tegernseer Tanzlmusi zum bairisch Tanzen und zur Unterhaltung aufspielt. Bereits seit frühester Jugend sind die sieben Buam aktiv mit der altüberlieferten alpenländischen Musik. In verschiedenen Besetzungen haben sich die jungen Musikanten, von denen alleine vier auf den Namen Sepp hören, bereits in den ersten Schuljahren zusammengefunden und im Jahr 2007 nach mehreren Auftritten die Tegernseer Tanzlmusi gegründet. Die einzelnen Akteure legen neben der oberbayerischen Bierkultur und dem echten Trachtengewand auch be­- sonderen Wert auf die unverfälschte Volksmusik.

Beate Bentele

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