Lernen, worauf es ankommt

„Menschen sind keine Helden, die ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen!“, ärgert sich eines der „Schicksale“ in dem Stück „Helden“ von Armin Beber, das in der letzten Woche dreimal im Stadttheater von 15 Jugendlichen aus fünf Hauptschulen aufgeführt worden ist. Initiiert wurde das Jugendtheater vom Projekt „Schule und Werte–Fit für den Beruf“ in Trägerschaft des Landkreises Landsberg.

Wie ist es vor Publikum zu spielen? Werde ich meinen Text können? Wird die Szene klappen? Wie wirken die selbst choreografierten Tanzeinlagen, werden Zuschauer kommen und werden sie an den richtigen Stellen lachen, klatschen? Das waren die Fragen, die die jungen Schauspieler bewegten. Und wie im Stück „Helden“ so zeigte sich auch im echten Leben (beim Theaterspielen) worauf es ankommt: sich trauen, das durchzuziehen, was sie sich vorgenommen hatten – das geht nur, weil sie eine Gemeinschaft geworden sind. Die Geschichte um eine Mädchen- und eine Jungenclique, die zwischen Liebesgeschichten, Basketballträumen und den Nöten der immer wieder entwurzelten aber dennoch selbstbewussten Laura (dargestellt von Laura De Mitri), spielt, handelt von Selbstbestimmung und dem Mut, zu sich selbst zu stehen. Das Stück ermutigt Jugendliche, ihre Träume zu verfolgen. Darin liegt die Stärke des Stoffs und gleichzeitig die der spielenden Menschen: Sie zeigen junge Leute, die, obwohl sie Angst haben und der Erfolg nicht sicher ist, das tun wovon sie träumen und eben nicht nur träumen. Was nicht bedeutet, dass ihnen der Erfolg zufliegt. Die Figuren ringen mit sich und der Angst sich lächerlich zu machen, sie stehen Versagensängste durch, sind zeitweise frustriert. Dass es im Stück und im Leben letztlich nicht ums Gewinnen, sondern um die Menschen geht, die sich gegenseitig auf ihren Wegen helfen, wurde am Ende auf der Bühne klar – als beim ersehnten Basketballspiel der Jungen ein Unfall passiert. Die Zuschauer waren begeistert vom Charme der Geschichte und den Darstellern, die Ideen eingebracht hatten, die nicht im Drehbuch standen: einen Rap, ein Schattenspiel, eine Tanz-Szene (Choreografie Maximilian Walch) und den Titelsong (Gesang Sonja Dittler). Geprobt haben sie Wochen und Monate nachmittags und in den Ferien im Jugendzentrum und im Stadttheater und bei einem Intensivtraining. Die Schauspielerin Mirjam Kendler führte Regie, integrierte die Anregungen der Jugendlichen und förderte ihr Können – ihr komisches oder ernstes Talent, Körperausdruck, Rhythmus und Stimme. Mitgeholfen bei dem Theaterprojekt haben viele: Die Idee und Initiative kam vom Mehrtext-Medienbüro und der Firma Hirschvogel, die auch die Schirmherrschaft übernahm. Die Agentur für Arbeit förderte finanziell. Das Jugendzentrum stellte die Räume und einen Sozialpädagogen zur Seite: Thomas Glatz war von Anfang an mit von der Partie und soufflierte bei den Aufführungen. Das Kolping Bildungswerk entsandte Sozialpädagogin, Christiane Linke zur Unterstützung. Die Requisiten baute die Praxisklasse und das Bühnenbild gestaltete die Kunstgruppe der Fritz-Beck-Hauptschule.

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