Der nimmersatte Rabe

Die "Rabengedichte" von Elke Jordan und Gregor Netzer

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Gute Stimmung bei der Lesung der „Rabengedichte“: Lautist Erik Müller (links) und Kunsthistorikerin Urte Ehlers (rechts) mit der Künstlerin Elke Jordan und dem Poeten Gregor Netzer.

Dießen – Raben sind Fetischisten. Zumindest das Exemplar, das im Kunstband von Elke Jordan (Holzschnitte) und Gregor Netzer (Gedichte) sein frivoles Unwesen treibt. Am Freitagabend stellten die Künstler das Buch und dessen Protagonisten mit all seinen frivolen Vorlieben vor. Für die passende ‚Vogelmusik‘ sorgte der Landsberger Erik Müller.

„Herzlich willkommen alle Ornithologen, Kunst- und Buchfreunde sowie Rabenmütter und -väter“, begrüßte Kunsthistorikerin Urte Ehlers die Zuhörer themenorientiert. Ihr selbst läge der Rabe sehr am Herzen. Habe sie doch schon zwei der Tiere in ihrer Obhut gehabt: „Raben sind treue Tiere – so eine Art Mischung aus Hund und Katze: einerseits eigenwillig, andererseits doch auch auf ihren ‚Besitzer‘ fixiert.“ Ein Wesenszug, den sie auch in Netzers Gedichten und Jordans Bildern wiederentdecken könne.

„Gregor hat mir die Gedichte gezeigt“, erzählt die in Grafrath lebende Künstlerin Elke Jordan. Und dann sei langsam die Idee entstanden, die Texte Netzers mit Holzschnitten als Buch herauszugeben. Sie selbst habe sich dabei vom ihr vertrauten Linolschnitt hin zum Holzschnitt gewagt. Und auch die Art ihrer Darstellung habe sich verändert: „Ohne die Gedichte wären die Drucke so nicht entstanden.“ Entstanden sind dabei 13 Gedichte und ebenso viele Holzschnitte.

Die Holzschnitte von Elke Jordan und Gregor Netzers Rabengedichte bilden eine gelungene Symbiose.

Eine Win-Win-Situation für beide Künstler. Denn wächst den Zuhörern der rabenschwarze Gefährte durch Netzers lustvoll-liebevolle Texte schon ans Herz, bekommt er durch Jordans Imagination noch eine ganz einzigartige Persönlichkeit dazugemalt. Und wird so einem Tier, das mit seinen frivolen Träumen fast schon ein Mensch zu sein scheint.

Eine Vermenschlichung, die Netzer eigentlich nicht gutheißt. Denn damit einher ginge auch immer die Übertragung der menschlichen Moral auf das Verhalten der Tiere. Weshalb ihm nicht der Mensch im Tier am Herzen liege: „Mir geht es eher um das Viech im Menschen.“

Die Druckversion der „Rabengedichte“ gibt es im Buchhandel und auch beim KREISBOTEN Landsberg am Rossmarkt. Wer eine der 20 Originalausgaben erwerben will, wendet sich direkt an Netzer untergregor.netzer@gmx.de.

Susanne Greiner

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