"Letzte Instanz" im Reich der Mitte – Specki T.D. bringt deutsche Rockmusik nach China

Seit er wieder in seiner Heimatstadt ist, genießt der Landsberger Musiker Florian Speckardt alias Specki T.D. vor allem eines: die Ruhe, soweit es sein vollbepackter Terminkalender überhaupt zu­lässt. Denn in Peking, wo er mit seiner Band „Letzte Instanz“ eines von insgesamt drei Konzerten in China gegeben hat, war alles „schnell, laut, smogig, grob und vor allem riesig.“ Trotzdem eine tolle Erfahrung für den Musiker, von der er dem KREISBOTEN berichtet.

Bereits im vergangenen Jahr war die Band „Letzte Instanz“, eine ursprünglich Dresdner Formation, deren Mitglieder mittlerweile verstreut in ganz Deutschland und Istanbul leben, auf Einladung des Goethe-Instituts ins Reich der Mitte gereist. Im Oktober dieses Jahres gaben sie zwei Konzerte im Rahmen des Kulturfestivals „Deutschland Promenade“ in Wuhan, einer Neun-Millionen-Einwohner-Stadt am Jangtse, zwei Flugstunden südlich von Peking. Vor rund 10000 Menschen bestritt die Gothic-Rock-Band das Eröffnungskonzert, gleich nach einer Rede des ehemaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder. Laut und hart „Beim zweiten Konzert am darauf folgenden Tag waren es schon 15000 Zuschauer“, erzählt Specki T.D. Aus den Konzerten im letzten Jahr haben sie gelernt: „Diesmal haben wir die Balladen und softeren Stücke ganz weggelassen, weil wir gemerkt haben, dass die Chinesen auf härtere Musik stehen. Je härter und lauter, desto besser.“ Laut war dann auch die Reaktion des Publikums. „Die Menschen sind sehr begeisterungsfähig und auch dankbar. Wenn wir Autogramme oder auch nur T-Shirts verschenken, ist das für die wie Weihnachten“. Das dritte Konzert fand dann in einem Live-Club in Peking statt, auf Einladung eines Veranstalters, der während des Aufenthaltes im letzten Jahr Kontakt zur Band gesucht hatte. „Das ist schon irre, du fährst durch Peking und siehst dein Gesicht überall auf den Plakatwänden.“ Ein Teil der 300 Zuschauer waren Deutsche. „Es gibt in Peking, wo du den Wolkenkratzern beim Wachsen zuschauen kannst, eine große deutsche Architektenszene.“ Insgesamt waren die acht Tage des China-Besuchs vollgedrängt mit Eindrücken, die die sieben Musiker der „Letzten Instanz“ kaum alle bewältigen konnten: von den Skyscrapern der Giga-Stadt Peking, den kaum fassbaren Dimensionen des Platzes des „Himmlischen Friedens“, der unglaublichen Hektik in der U-Bahn, in der sich wimmelnde Menschenmassen dicht an dicht drängen, dem ewigen Hupen des Straßenverkehrs und den Szenen in den chinesischen Märkten. „Da stellen sich spontan ein paar alte Leute zusammen und singen kommunistische Kampfhymnen“, erinnert sich Specki T.D. Doku im MDR Schockiert waren die Musiker aus dem Westen jedoch von der allgegenwärtigen Verschmutzung. „Der Jangtse ist eine einzige Kloake und der Smog in Wuhan war so dicht, dass man das andere Ufer des Flusses nicht sehen konnte“, berichtet Specki kopfschüttelnd. Begleitet wurde die Band von einem Kamerateam des MDR, der Anfang nächsten Jahres eine Dokumentation der China-Reise der „Letzten Instanz“ ausstrahlen wird. Konzert in Augsburg Kaum gelandet, geht es für die Band schon weiter: ab 11. Dezember startet eine Deutschland-Österreich-Schweiz-Tour, eine Station ist am 13. Dezember um 20 Uhr das „Spektrum“ in Augsburg. Karten für dieses Konzert gibt es im Vorverkauf beim KREISBOTEN am Ross­markt 195 in Landsberg. Unmittelbar nach der Tournee beginnen die Vorbereitungen für das nächste Album. Und von Mai bis September kommenden Jahes stehen wieder Konzerte und Festivals im gesamten deutschsprachigen Raum auf dem Programm, bevor die neue CD der „Letzten Instanz“ auf einer weiteren Tour präsentiert wird. Nicht nur in China ist es hektisch…

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