Kein würdiger Abschied

Eingeschränkt: letzte Sitzung von Dießens Bürgermeister Kirsch

+
Die letzte Sitzung des Dießener Gemeinderats in dieser Periode fand als abgespeckter Ferienausschuss in der Aula der Carl-Orff-Schule statt.

Dießen – So hatte sich Herbert Kirsch seine letzte Gemeinderatssitzung als Bürgermeister bestimmt nicht vorgestellt. Statt im Saal des Rathauses tagte das Gremium in der Aula der Carl-Orff-Schule. Und das auch nur als minimierter Ferienausschuss. Fast identisch mit dem Bau- und Umweltausschuss saßen die Gemeinderäte an Schultischen in vorgeschriebenem Abstand.

Kirsch, der nach 24-jähriger Amtszeit als Bürgermeister aufhört, aber als normaler Gemeinderat dem neu gewählten Gremium erhalten bleibt, fand tröstende Worte. Natürlich wolle man den ausscheidenden Marktgemeinderäten eine gebührende Verabschiedung bereiten, was aber in Corona-Zeiten nicht möglich sei. Mit seiner Nachfolgerin Sandra Perzul habe er bereits besprochen, nach Wiedereröffnung der Dießener Gastronomie zu einem Abschiedsessen einzuladen. Damit er seine eigene offizielle Verabschiedung als Bürgermeister leichter überbrücken kann, bekam Kirsch vorab von Antoinette Bagusat im Namen aller Gemeinderäte einen Geschenkkorb mit Hochprozentigem überreicht.

Bevor der Haushaltsplan 2020, der Erlass der Haushaltssatzung sowie die Finanzplanung 2021 bis 2023 verabschiedet wurden, stellte die scheidende Gemeinderätin Marianne Scharr den Antrag auf Vertagung. Die Etats seien noch vor der Corona-Krise beraten worden und müssten erst den aktuellen Herausforderungen angepasst werden. Kirsch stimmte ihr grundsätzlich zu, aber ohne Haushaltsplan könne die Gemeinde nicht agieren und die Kämmerei sei handlungsunfähig. Man könne nur noch den bereits getroffenen Verpflichtungen nachkommen. Scharrs Antrag wurde abgelehnt und der Haushalt gegen ihre Stimme durchgewunken. Der Gesamthaushalt für 2020 beläuft sich demnach auf knapp 34 Millionen Euro und gliedert sich auf in 23,1 Millionen im Verwaltungs- und 10,8 Millionen im Vermögenshaushalt.

Da durch Corona mit Mindereinnahmen bei der Gewerbe- und Einkommenssteuer zu rechnen sei, war sich das Gremium einig, dass alle geplanten Maßnahmen vom neuen Gemeinderat nochmals genauestens überprüft werden müssen. Dazu gehören unter anderem die Neugestaltung der Seeanlagen für rund fünf Millionen Euro und der Entlastungsparkplatz nördlich der Markthalle für rund 1,9 Millionen Euro Gesamtkosten.

Sparen kann die Marktgemeinde bereits bei der Außenrenovierung des „Blauen Hauses“ in der Prinz-Ludwig-Straße. Die bei der Sitzung beschlossene Auftragserteilung für die Malerarbeiten mit rund 55.000 Euro lag 25.000 Euro unter der Schätzung.
Dieter Roettig

Auch interessant

Meistgelesen

Die Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Die Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Die Planungen für einen Kreisverkehr in Kaufering verdichten sich. 
Die Planungen für einen Kreisverkehr in Kaufering verdichten sich. 
Wieder Saisonkarten fürs Inselbad Landsberg
Wieder Saisonkarten fürs Inselbad Landsberg
Im Landsberger "Kongo": Marihuana mit im Boot
Im Landsberger "Kongo": Marihuana mit im Boot

Kommentare