Lieber nicht "oben ohne"

Um Fahrradunfälle zu vermeiden rät die Polizei eindringlich dazu Helme zu tragen und das Rad vor Saisonbeginn einem Sicherheitscheck zu unterziehen. Foto: ADFC/Baier

Drei Prozent weniger Verkehrsunfälle hat die Polizei Dießen in ihrem Zuständigkeitsbereich vergangenes Jahr festgestellt. Allerdings stieg die Zahl der Verletzten, berichtet Dienststellenleiter Hartwin Lang. Die Zahl der Fahrradunfälle habe sich im Vergleich zu 2010 nahezu verdoppelt, es gab sogar sieben Schwerverletzte. Doch durch die vermehrten Lasermessungen seien die Geschwindigkeitsunfälle insgesamt zurückgegangen.

„Die allermeisten Verkehrsteilnehmer halten sich an die Verkehrsregeln“, so Hartwin Lang. Insgesamt gab es im letzten Jahr 587 Verkehrsunfälle im Polizeigebiet Ammersee-West. Das sei ein Rückgang von etwa drei Prozent. „Allerdings stieg die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden um über fünf Prozent. Es wurden 138 Personen verletzt und auch die Anzahl der Schwerverletzten stieg von 16 auf 21 Personen. Tragisch ist besonders, dass eine Person im vergangenen Jahr im Zuständigkeitsbereich der Polizei Dießen ums Leben kam. Ein 19-jähriger Motorradfahrer wurde von einem Auto erfasst und starb noch an der Unfallstelle. Lediglich ein Sachschaden entstand bei 484 Unfällen. Besonders die sogenannten Kleinunfälle machten einen großen Teil aus: Sie haben ihre Ursache in Unaufmerksamkeiten beim Ausparken oder Vorbeifahren an stehenden Fahrzeugen sowie Auffahrunfälle. Lang berichtet außerdem, dass die Kollission mit Wildtieren immer wieder ein Thema sei. „Wir werden dabei nicht müde, darauf hinzuweisen, dass die Warnschilder ernst zu nehmen sind“, so der Dienststellenleiter. Fahrzeuglenker sind verpflichtet, auch diese Unfälle sofort zu melden und die Unfallstelle abzusichern. Aufmerksamen Passanten oder Anwohnern sei es zu verdanken, dass viele Unfallfluchten aufgeklärt werden konnten. „Die Zahl der Verkehrsunfallfluchten hat sich auf 144 verringert.“ Im Vorjahr waren es noch 151. „Bei 137 der angezeigten Unfallfluchten war lediglich Sachschaden entstanden, überwiegend hatte es sich um „Parkrempler“ gehandelt“, erklärt Lang. Doch auch diese Vorfälle müssten gemeldet werden – ansonsten drohen hohe Geldstrafen und sogar der Verlust des Führerscheins für den Verursacher. „Mein Rat: Aussteigen, mögliche Schäden registrieren und warten. Sollte der Fahrzeugbesitzer nicht kommen, Zettel hinterlassen und die Polizei informieren“, meint Lang. Besonders auf Alkohol- und Drogenfahrten habe die Polizei ein Augenmerk. Im vergangenen Jahr sei bei elf Unfällen im Verkehr der vorangegangene Alkoholgenuss des Fahrers ursächlich gewesen. Dabei wurden sechs Menschen verletzt – im Vorjahr war es nur eine Person. 2011 waren auch verstärkt Lasergeräte zur Geschwindigkeitsmessung im Einsatz und dabei wurden 449 Autofahrer verwarnt oder angezeigt. „2010 waren es noch 98.“ Die geschwindigkeitsbedingten Unfälle seien möglicherweise auch wegen des gestiegenen Kontrolldrucks um fast 30 Prozent gesunken. „Waren in 2010 noch in 16 Fällen Radfahrer an Verkehrsunfällen beteiligt, so hat sich die Zahl 2011 mit 30 nahezu verdoppelt“, sagt Lang. Dabei trugen 20 leichtere Blessuren davon – doch es gab auch sieben Schwerverletzte. Die Polizei rät deshalb nicht nur dazu, einen Radhelm zu tragen, sondern auch zu einem gründlichen Sicherheitscheck vor der beginnenden Zweiradsaison.

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