Da liegen Kreise in der Luft – Kaufering sucht nach Verkehrslösungen

In Kaufering wird bis 2025 das Verkehrsaufkommen voraussichtlich wieder auf das Niveau, wie vor der Eröffnung der B17 neu, ansteigen. Doch nicht wie bisher wird der Durchfahrtsverkehr die Lechgemeinde belasten, sondern der Binnen- sowie Quell- und Zielverkehr. Das ist das Ergebnis einer von der Gemeinde in Auftrag gegebenen Verkehrsuntersuchung, die Projektleiter Werner Frey vom Ingenieurbüro gevas dem Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung vorgestellt hat. Damit steht die Marktgemeinde vor neuen verkehrstechnischen Herausforderungen, um das Verkehrsaufkommen zu bewältigen. Dazu Bürgermeister Dr. Klaus Bühler: „Es riecht noch nach einigen Kreisverkehren.“

Die Untersuchung machte deutlich, dass durch die B17 neu der Verkehr auf exponierten Straßen wie der B17 alt um rund die Hälfte (12600 bis 13000 Fahrzeuge pro Tag) zurückgegangen ist. Dies hätten diverse Verkehrszählungen vor und nach der Eröffnung der B17 neu gezeigt, so Frey. Laut der Untersuchung sind derzeit rund 67000 Fahrzeuge (vor Öffnung der B17 neu waren es rund 80000) täglich in der Marktgemeinde unterwegs oder durchfahren diese zumindest. Da Kaufering aber eine „dynamisch wachsende Gemeinde ist“, müsse man davon ausgehen, dass in den nächsten 15 Jahren das Neuverkehrsaufkommen wieder auf das Niveau wie vor der Öffnung B17neu ansteigen werde. Dabei wird sich der Durchgangsverkehr auf dem aktuellen Niveau von rund 11000 Fahrten täglich belaufen. Eine Steigerung erwartet der Experte beim sogenannten Binnen- und Quell- und Zielverkehr. Gemeint ist der klassische Ortsverkehr beziehungsweise das Verkehrsaufkommen durch Berufspendler oder Besucher, die wegen Freizeitaktivitäten oder Einkäufen in Kaufering unterwegs sind. Unterstützt werde dieser Trend durch Werkserweiterungen bei Hilti, die neue Realschule und die Ausweisung neuer Wohngebiete, so Frey. Allein diese beiden Bereiche machen dann rund 86 Prozent (derzeit 71 Prozent) des ortsbezogenen Verkehrs aus und müssen im Ort abgewickelt werden. „Das stellt die Gemeinde vor neue Herausforderungen“, betonte Frey. Als besonders kritische Punkte machte der Experte die Bayernstraße aus, die, sollte alles beim Alten bleiben, in den kommenden Jahren „an ihr Limit stoßen wird“. Vor allem der Bereich Bayernstraße/ Viehweideweg sei „kritisch“ und die Kreuzung Bayernstraße/Dr.-Gerbl-Straße ist für Frey „grenzwertig“. Als Lösung, schlägt der Experte vor, einen Kreisverkehr im Bereich B17 alt/Iglinger Straße/ Hiltistraße, eine Verlängerung der Hessenstraße mit einem Kreisverkehrsanschluss zur B17 alt zur Kolpingstraße sowie eine Anbindung der Kolpingstraße Höhe Theodor-Heuss-Straße zu schaffen. Dass diese Maßnahmen jedoch andere, bis dato ruhigere Straßen, mehr belasten würden, sei ein notwendiges Übel, so Frey. Vor allem die Hilti und die Iglingerstraße seien dann stark davon betroffen. „Wir müssen das in Kauf nehmen, wenn wir das Verkehrsaufkommen von 80000 Fahrzeugen flächendeckend verteilen wollen“, erklärte Hans Koch (SPD) dazu. Bürger gefragt Bürgermeister Bühler befand es für gut, die alte B17 „oft anzuzapfen“ und fügte hinzu: „Es riecht noch nach einigen Kreisverkehren“. Koch unterstrich in diesem Zusammenhang seine Forderung, die vorhandenen Auffahrten zur B17 alt auch für Linksabbieger aufzumachen. Jetzt sollten Ideen und Wünsche der einzelnen Fraktionen gebündelt und in weitere Untersuchungen eingebunden werden, sagte Bühler. Auch die Bürger erhielten hierzu die Möglichkeit. Daher stellt der Verkehrsexperte seine Untersuchungsergebnisse auf der Bürgerversammlung am Donnerstag, 17. Dezember, vor.

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