Muss "Die Liegende" weg?

Wenn die Kunst am Ammersee zu teuer wird

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Laut Matthias Rodach ist „Die Liegende“ aus vier sich wellenförmig überlagernden Linien komponiert, die die Figur durchfließen, sich in ihr kreuzen und in diese zurückfließen

Schondorf – Eine hüllenlos und lasziv in den Seeanlagen liegende Lady geht laut Satzung gar nicht – bis auf eine Ausnahme: „Die Liegende“. Sie ist aus Bronze und war viel fotografierter Bestandteil des Schondorfer Skulpturenweges.

Eben dieser Skulpturenweg ist Vergangenheit. Die Gemeinde hätte gerne weitergemacht und den Künstlern „Stellgeld“ bezahlt, das sogar schon im Haushalt eingestellt war. Aber Waldbesitzer Benedikt Freiherr von Perfall war mit einer nochmaligen Verlängerung nicht einverstanden, weil er den Wald forstwirtschaftlich nutzen muss.

Die Kunstwerke links und rechts des Waldweges nach Eching sind bereits abgebaut, aber „Die Liegende“ und einige weitere Objekte stehen nach wie vor in den Seeanlagen. Die lebensgroße Skulptur des in Dießen lebenden Bildhauers Matthias Rodach wollte Schondorfs Bürgermeister Alexander Herrmann gerne ankaufen und stellte dies bei der jüngsten Gemeinderatssitzung zur Diskussion. Grundsätzlich war der Rat sehr angetan von der Idee, weil alle „Die Liegende“ ins Herz geschlossen haben.

Aber als Herrmann den Kaufpreis nannte, war die Euphorie bei der Mehrheit der Gemeinderäte verflogen. 19.848 Euro soll die Bronze-Figur kosten. Nur weil man jetzt dank des Verkaufs des Prix-Geländes Geld im Gemeindesäckel habe, sei das noch lange kein Füllhorn, war eines der Bedenken. Wenn man schon Geld für Kultur ausgeben wolle, dann sei es mit der Renovierung des Studios Rose sinnvoller angelegt. Überhaupt tue man dort auf dem Kultursektor mit den vielfältigen Aktivitäten schon genug.

Trotzdem würde „Die Liegende“ als Kunstobjekt am jetzigen oder an einem anderen Standort gut zur Gemeinde passen, plädierten die Befürworter eines Ankaufs. Allerdings nicht zum geforderten Preis. Herrmann sagte zu, nochmals mit dem Künstler über den Preis zu verhandeln.

Es muss ja nicht unbedingt „Die Liegende“ sein, hießt es von anderer Seite. Das Stahlrahmen-Objekt „Großer Faden­schein“ von Thomas Lenhart sei ebenfalls ein attraktiver Blickfang und günstiger zu erwerben. Die lebhafte Diskussion brachte kein Ergebnis. In der Januar-Sitzung des Gemeinderates kommt der Punkt nochmals auf die Agenda. Bis dahin will man die exakten Preise aller in Frage kommenden Kunstobjekte eruiert haben.
Dieter Roettig

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