"Links und rechts a Watschn" – Geldstrafe für gewalttätigen Ehemann

Uneinsichtig ist der Rentner aus Utting, der erst seine Ehefrau geschlagen und dann ihr Auto beschädigt hatte, bis zuletzt bei der Verhandlung am Donnerstag im Amtsgericht geblieben: „So eine saublöde Kuh!“, hatte sich der 62-Jährige darüber empört, dass er nun 3400 Euro an seine 53-jährige Frau zah­len muss. Doch auf Anraten von Richterin Sabine Grub und seines Verteidigers Karl Sedlmeir nahm der Mann den Einspruch gegen den Strafbefehl zurück.

Staatsanwalt Dr. Urs Wäckerlin legte dem Rentner vorsätzliche Körperverletzung in Tateinheit mit Sachbeschädigung zur Last. Hintergrund für die Handgreiflichkeiten ist ein schon länger währender Streit des bereits getrennt lebenden Ehepaares. In ihrem Uttinger Anwesen war es im Mai dieses Jahres dann zu Handgreiflichkeiten gekommen. „Ich habe einiges zu sagen“, wurde der Angeklagte vor seiner Aussage deutlich. „Das war Hausfriedensbruch, wie die hereingekommen sind“, sagte er und meinte damit seine Frau, die mit dem Immobilienmakler das Haus besichtigen wollte. Die Terrassentür hätten sie laut dem Angeklagten eingetreten. „Ich bin da ausgerastet“, erklärte er und schlug auf seine Ehefrau ein. Von „der Watschn links und rechts“ trug sie einen großen Bluterguss und Schwellungen im Gesicht davon. „Ist aber überhaupt nicht meine Art, eine Frau zu schlagen“, verteidigte der Rentner sichtlich aufgebracht seine Tat. Die Geschädigte flüchtete nach draußen, wo sich der Streit fortsetzte. Seine Frau hätte ihm den Schlüsselbund gestohlen, gab der Mann an. Auch habe ihn die 52-Jährige dann mit einem Regenschirm angegriffen. Als er diesen zu fassen bekam, wollte er ihn ihr hinterherwerfen. Er traf zum Glück nicht. So hatte das Auto seiner Ehefrau noch unter der Wut des Mannes zu leiden. Zwei Dellen hinterließ der Mann mit dem Regenschirm an der Karosserie. Auf 500 Euro bezifferte Wäckerlin den Sachschaden. Die Frau und der Immobilienmakler, die als Zeugen bei der Verhandlung geladen worden waren, brauchten nicht in den Zeugenstand. Richterin Grub hatte dem Angeklagten nämlich dazu geraten, die Geldstrafe zu akzeptieren. Denn neu war die Aussage des Mannes seine Frau mit dem Regenschirm treffen zu wollen. Mit diesem weiteren Vorwurf hätte sich seine Lage noch verschlimmert. Nach kurzer Besprechung mit Anwalt Sedlmeir war der Rentner überredet, den Einspruch gegen den Strafbefehl zurückzuziehen, um nicht eine höhere Strafe zu riskieren. Zähneknirschend fügte sich der 62-Jährige, aber nicht ohne, noch einmal auf die für ihn große Ungerechtigkeit hinzuweisen. Schließlich sei man in sein Haus eingedrungen.

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