Neuer "Stern" im All

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Die 14-jährige Lisa Stern aus Reichling beim Space Camp in Bremen: Auch Raketenbau stand bei den Teilnehmern auf dem Stundenplan. Ziel war der Mond im Vordergrund.

Reichling/Bremen – Roboterprogrammierung, Raketenbau, Astronautentraining – so liest sich der Stundenplan des ersten Bremer Sommer Space Camp. Mit dabei: Lisa Stern aus Reichling. Die 14-Jährige ist die einzige Teilnehmerin, die nicht aus Bremen kommt. Und sie hat nun bereits Zukunftspläne in der Raumfahrt: Vielleicht sogar als erste Frau auf dem Mars.

Beim Space Camp, das Ende August stattfand, drehte sich alles um das Motto „Abheben! Weltraum ganz nah!“. 16 Jugendliche zwischen zehn und 14 Jahren nahmen an den Vorträgen und Workshops im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR teil. Eine von ihnen war Lisa aus Reichling. 

Der 14-Jährigen wurde das Interesse an der Raumfahrt sozusagen in die Wiege gelegt: Vater und Großvater von Lisa sind beide in einer Flugzeugfirma tätig. Mutter Ariane Stern hat sich dann auf die Suche nach einer Möglichkeit für ihre Tochter gemacht. Und sie wurde fündig: In Bremen fand in diesem Jahr zum ersten Mal das sogenannte „Sommer Space Camp“ statt. 

Zunächst aber erhielt Familie Stern eine Absage, denn die 16 Plätze waren bereits voll. Geklappt hat es dann aber doch noch, weil ein anderer Teilnehmer abgesprungen ist. Eine ganze Woche lang, von Montag bis Freitag, von neun bis 17 Uhr hatten die 16 Camp-Teilnehmer die Möglichkeit, den Weltraum kennenzulernen. Am Vormittag standen meist Experten-Vorträge, Experimente und Workshops auf dem Programm. Am Nachmittag besuchten die Jugendlichen unter anderem Unternehmen wie Airbus oder machten ein Schwerelosigkeits-Experiment im Bremer Fallturm. 

Besonders beeindruckt hat Lisa der Bau einer Rakete: In drei Teams mussten die Jugendlichen aus einer Flasche, einem Karton und einer Plane eine funktionstüchtige Rakete samt Fallschirm bauen. Ziel war es, den „Astronauten“ – ein Ei – wieder heil auf den Boden zu bringen. Betrieben wird die Rakete mit Wasserdruck. Mit 13 Metern Flug und nur einem winzigen Riss im Ei hat Lisas Gruppe am Ende gewonnen. Die Achtklässlerin kann sich vorstellen selbst einmal „hoch zu fliegen“ ins Weltall. Denn das „Unfassbare“ macht sie besonders neugierig: „Da muss irgendwo ein Ende sein“, sagt die 14-Jährige. Außerdem wür- de sie gerne die Schwerelosigkeit einmal erleben. 

Was sie für ihr Ziel braucht, weiß die Waldorfschülerin auch schon genau: Sie müsste nicht nur einen Pilotenschein machen, sondern auch gute Mathe- und Russisch-Kenntnisse vorweisen können. Nicht zu vergessen die körperliche Fitness. „Ich tue schließlich was für meine Zukunft“, so Lisa. Auch Mutter Ariane sieht ihre Tochter in der Raumfahrt: „Wer weiß, vielleicht wird sie die erste Frau auf dem Mars.“ Das Space Camp in Bremen war nur der Anfang. Lisa möchte ein Praktikum in diesem Bereich absolvieren, rechnet sich durch ihre Teilnahme an dem Camp dafür gute Chancen aus. 

Mutter Ariane ist überzeugt von dieser Art der Jugendarbeit: „Das zeigt den Kindern Perspektiven auf“. Sie fände es toll, wenn auch in München ein solches Programm angeboten würde, „damit auch Landsberger Kinder eine solche Möglichkeit bekommen“.

Astrid Erhard

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