Neuer Platz für die Tonnen?

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Viel zu wenig Platz für die gelben Container gibt es am Dießener Marktplatz – Bürgermeister Herbert Kirsch schlug einen zentralen Standort vor. Dort können zumindest die Gewerbetreibenden ihre eigenen Tonnen abstellen und befüllen.

Landkreis – Bekommt nach der Landsberger Altstadt auch der Markt Dießen eine Ausnahme? Seit dem 1. Januar gibt es die gelbe Tonne – doch in den Innenstadtbereichen ist oft zu wenig Platz. In Landsberg einigte man sich auf eine Bring-Lösung, jetzt möchte Dießen mit einer anderen Idee nachziehen.

Auf dem Marktplatz in Dießen sind die Tonnen voll – es gibt im Ortszentrum zu wenig Stellplätze und der vorhandene Platz reicht nicht aus. Zudem werden einigen die Tonnen nicht oft genug geleert. Jüngst hat sich der Bau- und Umweltausschuss mit der Problematik befasst. Zunächst sollen sich Gewerbetreibende, die ein Problem mit dem Standort oder der Größe der Tonne haben, an das Rathaus wenden, um den Bedarf festzustellen. Bürgermeister Herbert Kirsch schlug als Lösung einen zentralen Standort vor, etwa könnten am ehemaligen Wertstoffhof in der Fritz-Winter-Straße Tonnen aufgestellt werden.

Allerdings hatte DSD (Duales System Deutschland) festgelegt, dass die öffentlichen Container für Leichverpackungen auf den Wertstoffhöfen abgezogen werden müssen. Das ist zu Jahresbeginn geschehen, es gibt nur noch das Holsystem im Landkreis. „Grundsätzlich ist mit dem Landkreis Landsberg am Lech die Einsammlung von Leichtverpackungen über gelbe Tonnen vereinbart“, erklärt Norbert Völl, Pressesprecher von DSD. Die Wertstoffe werden durch den vom dualen System beauftragten Entsorger für Bürger und Kommune kostenlos zur Verfügung gestellt und regelmäßig entleert.

Landsberg hat bereits eine einmalige Sondergenehmigung bekommen. „Die Bewohner im Kernbereich der Innenstadt haben die Wahl, ob sie eine Tonne möchten oder die Wertstoffhöfe nutzen“, erklärt Wolfgang Müller, Pressesprecher im Landratsamt. Altstadtbürger, die sich an das Bringsystem halten möchten, können ihre Wertstoffe noch zu den Containern in Landsberg West und Ost bringen. „Das hat sich ganz gut eingespielt“, denkt Müller. Die abgegebenen Mengen seien unter der Erwartung des Landratsamtes. Wenn nun aber weitere Gemeinde eine Sonderregel wünschen, könne das „mehrere Präzedenzfälle nach sich ziehen“.

Norbert Völl stellt klar: „Weitere Sonderregelungen sind nicht vereinbart worden und auch nicht geplant.“ Mit „streng“ habe das aber nichts zu tun, auch DSD sei an Verträge gebunden, etwa mit dem Entsorgungsunternehmen. „Die spezielle Problematik der Landsberger Altstadt ist im Vorfeld der Umstellung mit allen Beteiligten besprochen und gelöst worden“, sagt Völl.

Allerdings möchte der Markt Dießen nicht etwa das Bringsystem wieder einführen. Vielmehr hat man, zumindest für die Gewerbetreibenden im Ortskern, eine pfiffige Lösung parat: Bei Bedarf sollen Gewerbetreibende einen Standort für ihre gelbe Tonne mieten können. Am ehemaligen Wertstoffhof soll dann laut Veronika Schmid vom Dießener Ordnungsamt ein Platz für die Tonnen oder Container ausgewiesen werden. „Jeder kann dann während der Öffnungszeiten zu seiner eigenen Tonne gehen und die Verpackungen entsorgen“, erklärt Schmid.

Mit der Firma Kühl, die die Leerung der Tonnen übernimmt, ist das auch schon abgeklärt: „Wir haben damit eine einvernehmliche Lösung gefunden“, sagt Rainer Pinno, Pressesprecher der Kühl-Unternehmensgruppe. „Für uns bleibt bei der Abholung ja alles gleich, es muss nur zuordbar sein, wem welche Tonne gehört.“

Janina Reich

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