Die Lösung heißt Erweiterung

Eigentlich ist es ein schönes Problem, das der Landkreis zu lösen hat: Die Beruflichen Schulen ziehen mit ihren Ausbildungsangeboten wie Berufsoberschulklasse Technik oder „Abi & Auto“ so viele Schüler an, dass die Räume in der Spitalfeldstraße nicht mehr ausreichen. Im September erst war ein Erweiterungsbau eingeweiht worden. Nun soll erneut gebaut werden. Der Kreisausschuss hat jetzt darüber beraten.

Angebaut werden soll in Richtung Städtischer Bauhof auf dem West-Gelände der Beruflichen Schulen. Über eine Brückenkonstruktion möchte man dabei Neu und Alt miteinander verbinden. Zwölf Klassenzimmer und drei naturwissenschaftliche Fachräume sind vorgesehen. Mit rund 9,35 Millionen Euro veranschlagt Kreisbaumeister Andreas Magotsch diesen Bauabschnitt. Ein weiteres Vorhaben heißt Mensa – für diese Neu- und Umbaumaßnahmen rechnet der Landkreis zusätzlich mit wohl 3,15 Millionen Euro. Die Ausschussmitglieder stim- mten nicht alle für den Projektbeschluss – zwei Gegenstimmen gab es. ÖDP-Kreisrat Robert Sedlmayr wollte die Alter- native „Klassen in Landkreis-Schulen auslagern“ genauer besprochen wissen. „Wir sollten die Effekte mit anderen Schulen nutzen“, sagte er und verwies auf die Hauptschule Windach. Mit den Erklärungen von Landrat Walter Eichner gab sich Sedlmayr nur „mit Bauchweh“ zufrieden. Eichner versicherte da- gegen, mehrfach die Möglichkeiten anderer Schulgebäude geprüft zu haben. Außerdem gab er zu Bedenken, dass andere Schulgebäude nicht problemlos zu nutzen seien, auch bei diesen müsse man erst investieren. Wie die neuerliche Investition in die Beruflichen Schulen bezahlt werden solle, wollte Bürgermeister Herbert Kirsch wissen: „Wie wird das haushaltstechnisch abgewickelt?“ Nach seinen Befürchtungen würden dadurch nicht etwa wirkliche Schulden gemacht, sondern die Ausgaben am Ende wieder mit der Kreisumlage ausgeglichen. Somit müssten die Gemeinden des Landkreises den Anbau wieder schultern. „Ich will im Dezember nicht hören, dass dann wieder die Kreisumlage erhöht wird“, wurde Kirsch deutlich. Von „guten Schulden, mit denen man die nächste Generation noch am ehesten belasten kann“, sprach dagegen Landsbergs Oberbürgermeister Ingo Lehmann (SPD). Monika Groner (Grüne) pflichtete ihm bei: „Weil man die Klassen nicht auslagern kann, müssen wir das Geld, das wir eigentlich nicht haben, investieren.“ Der Raumbedarf der Beruflichen Schulen Landsberg – dazu gehören Berufs-, Fachober- und Berufsoberschule – begründet sich mit einem Anstieg der Schülerzahlen um 44,4 Prozent, wie das Landratsamt mitteilt. Laut Information der Schule sind derzeit rund 2000 Schüler angemeldet. Weiter starke Zahlen Abgesichert und Rat geholt zum Thema Schülerzahlen hatte sich Landrat Eichner bei Konrad Maurer, dem Ministerialbeauftragten für die Berufsober- und Fachoberschulen in Südbayern. Maurer bezeichnete im Kreisausschuss die Planung der Beruflichen Schulen als „realistisch und noch eher zurückhaltend“. Er vermutet: „Bis zum Jahr 2020 bleiben die Schülerzahlen auf dem jetzigen Niveau.“ Dass so viele Jugendliche zur FOS und BOS wollten, sei nicht vorhersehbar gewesen. Das Bildungsverhalten habe sich verschoben – Abitur und damit die Möglichkeit zu studieren, strebten momentan mehr Schüler an als sonst, begründete Maurer den Zuwachs. Als attraktiv und Alternative zum Gymnasium wird zum Beispiel die FOS 13 angesehen, innerhalb derer Schüler mit der uneingeschränkten Hochschulreife abschließen können. Zudem sei auch mit höheren Übertrittsquoten aus der künftigen Mittelschule ( Hauptschule), Realschule und vom Gymnasium zu rechnen. Landrat Eichner brachte auch den derzeitigen Zuzug in den Landkreis Landsberg mit ins Spiel und auch Ingo Lehmann betonte diese positive Entwicklung vor Ort. Die demografische Entwicklung, die in anderen Regionen bereits für sin- kende Einwohnerzahlen sorgt, käme hier in der Gegend erst später an, wurde dabei deutlich. Der Experte Maurer lehnte die Verlagerung von Klassen in andere schulische Gebäude im Landkreis kategorisch ab. „Aufsplitten? Nein, denn der Standard muss gehalten werden“, meinte er. Da in den „beruflich-bildenden“ Schulen kein Klassenlehrer-Prinzip herrsche, sei das auch von Lehrerseite her nicht zu bewerkstelligen.

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