Landsberger Tafel kann auf dem Schlossberg starten

Lösung für Landsberger Tafel gefunden

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Schotten dicht: Die Landsberger Tafel darf noch nicht in den Anbau der ehemaligen Schlossbergschule einziehen. Der Brandschutznachweis muss noch erstellt werden.

UPDATE: Am Freitag sprachen Tafel-Leiterin Marlies Klocker und Zweite Bürgermeisterin Doris Baumgartl zwecks der Schlossberg-Öffnung trotz fehlendem Brandschutznachweis. Und wurden fündig: „Die Tafel kann die Versorgung im gleichen Umfang wie bisher an der Ehrenpreisstraße an der Schlossbergschule weiterführen“, informierte Baumgartl den KREISBOTEN via E-Mail. Klocker war erfreut, als sie die Entscheidung erfuhr. Man habe die Essensausgabe mit dem Stadtbauamt und dem Gebäudeversicherer geklärt, so die E-Mail von Stadtpressesprecher Andreas Létang an Klocker: „Es freut mich, Ihnen mitteilen zu können, dass Sie ab SOFORT die angemieteten Räumlichkeiten für die wegen Coronamaßnahmen eingeschränkte Essensausgabe nutzen können.“ Man arbeite weiter an der Genehmigung der Nutzungsänderung, um die Essensausgabe in der gewohnten Form zu ermöglichen.Landsberg – Die Füssener Tafel nimmt schon bald wieder ihren normalen Betrieb auf. „Das würden wir auch gerne tun“, sagt Marlies Klocker, Leiterin der Landsberger Tafel. Und eigentlich könnten sie auch ab nächster Woche aus dem Übergangsquartier auf dem Schlossberg (der KREISBOTE berichtete). Aber leider gebe es von der Stadt noch kein OK für die Essensausgabe in den ehemaligen Räumen der Schlossbergschule. Es hapere am Brandschutznachweis. Klocker: „Im Moment stehen wir wieder mal im Regen.“

„Wir müssen gerade umziehen“, erzählt Klocker. Die großen Teile seien aber schon alle von dem bisherigen Gebäude des BRK in der Ehrenpreisstraße auf den Schlossberg in die ehemalige Schlossbergschule transportiert worden. „Bis Ende April müssen wir den Umzug ja auch fertig haben“, steckt Klocker den Zeitrahmen ab.

Momentan gibt noch das BRK Landsberg selbst Lebensmittelpakete in der Ehrenpreisstraße an Bedürftige aus. „Ob das aber auf Dauer noch weitergeht, weiß ich nicht“, so Klocker. Denn das BRK will in der Ehrenpreisstraße bauen. Und dafür muss das bisherige Gebäude so bald wie möglich abgerissen werden. Die Zwischenlösung Schlossbergschule, bis die neuen Räume in der Gotenstraße fertig sind, wurde erst Ende Januar beschlossen. Damals schreib die Stadt in ihrer Pressemitteilung: „Schon bald kann die Tafel an bedürftige Landsbergerinnen und Landsberger Lebensmittel am neuen Standort ausgeben.“

Ganz so bald wird das aber wohl nicht sein. Das Problem in den Räumen der ehemaligen Schlossbergschule: Die Nutzungsänderung – vorher Grundschulkinder, jetzt Kleinkinder und Erwachsene – ist noch nicht durch. Die durch die Unterbringung der Kindergärten und der Tafel notwendige Änderung sei jedoch nicht so trivial, wie es aussehe, informiert Stadtpressesprecher Andreas Létang: „Es soll ein öffentlich genutzter Sonderbau, was eine Schule im baurechtlichen Sinne darstellt, zu einer Kindertagesstätte mit Krippe sowie für die Lebensmittelausgabe der Tafel umgebaut und anders genutzt werden.“

Vor allem bedürfe die neue Nutzung auch eines Brandschutznachweises. Und dieser müsse noch „erstellt, genehmigt und umgesetzt“ werden – eine zeitintensive Arbeit. Erst, wenn dieser genehmigt ist, dürften die Maßnahmen auch umgesetzt werden.

Bei diesen Maßnahmen handele es sich wohl vor allem um Fluchtwege, informiert Létang, „gegebenenfalls Fluchttreppen aus den Fenstern“. Zudem müsse man Türen und Türschließer prüfen und notfalls nachbessern, um Fluchtwege zu sichern. Auch neue Abtrennungen und Brandschutztüren könnten nötig sein, um die Brandabschnitte zu sichern. Das dauere normalerweise recht lange. „Da aber der politische Wunsch besteht, das Vorhaben in einem sehr sportlichen Zeitrahmen umzusetzen, arbeitet das Bauamt mit Hochdruck an der Umsetzung.“

Das reicht allerdings nach Klockers Auskunft nicht für eine baldige Wiedereröffnung der Tafel: „Vom Stadtbauamt habe ich die Info, dass vor Ende Mai wahrscheinlich nichts mehr geht.“ Momentan seien wohl alle Mitarbeiter mit Arbeit zugepackt.

Muss die Essensausgabe also eingestellt werden? „Ob wir im Mai mit der Ausgabe in der Ehrenpreisstraße weitermachen könnten, kann ich nicht sagen“, informiert die Bereichsleiterin Soziale Dienste im BRK Landsberg Marianne Asam. „Der Abbruch steht in den Startlöchern.“ Zudem wolle man die Tafel bei ihrer Arbeit unterstützen, aber nicht auf Dauer deren Arbeit übernehmen. Notwendig sei die Ausgabe der Essen aber auf jeden Fall: „Wir haben 130 bedürftige Haushalte in Landsberg und 40 in Dießen.“ Und im April sei die Ausgabe in der Ehrenpreisstraße auf jeden Fall noch machbar.

Morgen will sich Marlies Klocker mit der Zweiten Bürgermeisterin Doris Baumgartl treffen, um eine Übergangslösung für die Übergangslösung zu finden. Der KREISBOTE wird berichten.
Susanne Greiner

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