Low-Energy-Folie unter dem Gebälk

Die „Generalsa­nie­rung im Bestand“ wird teurer als angenommen: Einstimmig hat sich der Finanzaus­- schuss des Stadtrates vergangene Woche dafür ausgesprochen, das Budget für die Ertüchtigung der Eissporthalle auf 3,271 Millionen Euro aufzustocken. Kostensteigernde Faktoren sind Lautsprecher­an­lage, Kioske und Low-Energie-Folie.

Der Debatte im Sitzungssaal vorausgegangen war eine Ortsbesichtigung in der Eissporthalle, wo die weiteren Sanierungsschritte bereits angelaufen sind. Wie Ulla Höss und Peter Huber vom städtischen Hochbaureferat erläuterten, sei eine Spezialfirma damit beschäftigt, Risse in den Leimbindern des Tragwerkes zu verpressen. Weitere bedeutende Maßnahmen in den nächsten beiden Haushaltsjahren konzentrierten sich auf die komplette Sanierung und Dämmung des Hallendaches, auf die optische Aufbereitung der Fassade, auf den Brandschutz und die Bodenbeläge. Handlungsbedarf auch in den Umkleiden, bei deren Besichtigung das ein oder andere Ratsmitglied dann doch die Nase rümpfte. Es bleibt dabei: Einen Neubau gibt es auch hier nicht, vielmehr „erhalten wir, was wir erhalten können“, so Projektleiterin Ulla Höss. Will heißen: Die Raumstruktur der rundum sanierten Umkleiden bleibt, wird aber mit Verbindungstüren flexibler nutzbar sein. Es gibt neue Fenster und vor allem endlich ein Lüftungsanlage sowie auch aus Gründen des Brandschutzes direkte Ausgänge ins Freie. Zum Baubudget von zunächst drei Millionen Euro hinzu kommen zunächst 115000 Euro für eine Lautsprecheranlage. Die alte stamme aus 1990 und entspreche nicht mehr dem Stand der Technik. Da sie im Zuge der Sanierung ohnehin demontiert werden müsse, böte sich ein Neukauf an. Um langfristig die Holzleimbinder der Dachkonstruktion trocken und damit schimmel- und schadenfrei zu halten, riet das Hochbaureferat zum Einbau einer Low-Energie-Folie. Sie soll 120000 Euro kosten und wird direkt unter den Leimbindern montiert. Weiterer Vorteil: „In der Eisbereitung benötigen wir zwischen 30 und 40 Prozent weniger Energie“, so Höss. Damit würde sich die Investition in etwa zehn Jahren amortisieren. Refinanzieren lassen sich laut OB Ingo Lehmann auch die Aus­gaben für die Kioske – insgesamt 36000 Euro. Was dem EVL-Fan nicht nur in der Drittelpause lieb und teuer war, hätte in dieser Form gar nicht mehr betrieben werden dürfen. Beide Kioske, Ende der 80er und Mitte der 90er vom EVL und von Walter Ott erstellt, seien zwar funktionstüchtig, der Gesamtzustand allerdings „provisorisch“. Deshalb hätten dort nur noch verpackte Lebensmittel verkauft werden dürfen, hieß es beim Ortstermin. Nun werden die Kioske in der Nord-West- und Süd-West-Ecke der Halle abgerissen und, reduziert auf Minimalstandard, neu gebaut. Der dritte Kiosk, vom HCL genutzt, verschwindet. Eismiete: EVL und HCL müssen mehr bezahlen Was FUN-Leiter Anton Sirch mit „Anpassung und Homogenisierung der Tarife“ umschrieben hat, wird die Verantwortlichen von EVL und HCL nicht sonderlich jubeln lassen. Sie müssen nämlich tiefer in die Tasche greifen, wenn ihre Erwachsenen- Teams auf das Eis im städtischen Sportzentrum laufen. Während etwa das Eishockey-Team des VfL Denklingen wie alle anderen Nutzer pro Eisstunde 105 Euro berappen mussten, waren EVL und HCL mit gerade mal 6,03 Euro mit von der Partie – ein Satz, der seit 1980 Bestand hatte. Beim EVL (2000) kam noch ein Besucherzuschlag von gut 13000 Euro pro Saison hinzu. Ausgehend von netto 103,74 Euro pro Betriebsstunde subventionierte die Stadt beide Landsberger Vereine nur bei den Eiskosten mit 120000 Euro. Da dies im Erwachsenen- und Profibereich nicht Aufgabe der Stadt sei, sprachen sich die Mitglieder des Finanzausschusses gegen eine Stimme dafür aus, auch den EVL und HCL pro Stunde mit 105 Euro zur Kasse zu bitten. Gleichzeitig wird die Eismiete für den (EVL-)Nachwuchs auf 8 Euro je Stunde angehoben. Die Subvention reduziert sich so auf 96689 Euro.

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