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Lüftung für Dießener Schule vorerst Luftnummer

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Von: Dieter Roettig

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Michael Kramer Carl-Orff Dießen Rektor
Muss auf die zentrale Lüftungsanlage warten: Michael Kramer, der neue Rektor der Dießener Carl-Orff-Schule. © Roettig

Dießen – Bei der Ausbreitung der SARS-CoV-2-Viren spielen Aerosolpartikel eine entscheidende Rolle. Um so wichtiger sind Maßnahmen zur Verminderung dieser Viren-Übertragung besonders an Schulen. Für die Innenraum-Hygiene helfen Lüften, mobile Luftreinigungsgeräte oder optimal eine Zentrale Lüftungsanlage. Dabei erfolgt die Be- und Entlüftung der einzelnen Klassenzimmer über Lüftungskanäle.

Für dieses System haben sich der Dießener Gemeinderat für die Carl-Orff-Grundschule und der Schulverband für die COS-Mittelschule bereits Ende letzten Jahres entschieden. Grob geschätzte Kosten damals: 2,3 Millionen Euro brutto. Doch wegen der komplizierten Förderungs- und Ausschreibeproblematik ist die Lüftungsanlage bis dato eine Luftnummer.

Zwar hat die Verwaltung unmittelbar nach dem Beschluss an den Bund die Förderanträge von je 500.000 Euro gestellt, die auch Ende April 2022 vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle positiv beschieden wurden. Die Zusage war allerdings mit der Auflage verbunden, dass die Baumaßnahmen bis zum 29. April 2023 abgeschlossen sein müssen. „Völlig unrealistisch schon wegen den erforderlichen Genehmigungs- und EU-Ausschreibungsverfahren“, so Dießen-Geschäftsleiter Karl Heinz Springer. Also hat man sich um eine Fristverlängerung bemüht. Allerdings mit wenig Hoffnung, wie die Rechtsabteilung der Behörde signalisierte.

Da mit den Bundesmitteln nicht mehr zu rechnen sei, stellte man an die Regierung von Oberbayern einen Förderantrag „für technische Maßnahmen zum infektionsschutzgerechten Lüften an Schulen“. Dieser Antrag wurde am 11. August 2022 abgelehnt. Die letzte Hoffnung ist jetzt eine Förderung nach dem Finanzausgleichsgesetz FAG. Daraus wurden immerhin 23 Prozent der Umbaukosten für den Kindergarten Dettenschwang erstattet. Laut Bürgermeisterin Sandra Perzul sei die zuständige Sachbearbeiterin derzeit nicht erreichbar, was die weiteren Planungen nicht gerade erleichtere.

Bei einer Sitzung des Schulverbandes Ende August war sich das Gremium einig, die Maßnahme der zentralen Lüftungsanlage aufgrund der hohen Kosten, der deutlich höheren Eigenbeteiligung und den teilweise angespannten Haushaltslagen eher nicht weiterzuverfolgen. Rektor Michael Kramer wies allerdings darauf hin, dass die Eltern wegen der bereits geschürten Erwartungshaltung Druck machen könnten.

Letztlich beschloss der Schulverband, die vom Bund bewilligten Fördermittel auszuschlagen, wenn die Fertigstellungsfrist nicht bis zum Herbst 2024 verlängert wird. Außerdem möchte das Gremium die vom Ingenieurbüro GBI vorgeschlagene Planung der zentralen Lüftungsanlage nochmals durch eine anderes Büro auf Plausibilität prüfen zu lassen. Dem Schulverbandsbeschluss folgte der Marktgemeinderat in seiner aktuellen Sitzung. Allerdings wurde die Verwaltung beauftragt, einen Förderantrag auf FAG-Mittel bei der Regierung von Oberbayern zu stellen.

Bis sich in Sachen Zentraler Lüftungsanlage etwas tut, versehen in der COS-Grundschule immerhin 18 mobile Luftreiniger während des Unterrichts ihren Dienst. Die Gemeinde hat die Geräte zum Gesamtpreis von 30.000 Euro während der Weihnachtsferien aufgestellt. Wohl ahnend, dass sich die „große Lösung“ noch lange hinziehen wird.

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