Mit zwei Gegenstimmen beschlossen

Luftreiniger für die Landsberger Grundschulen

Platanenschule Landsberg
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Nach den Sommerferien sollen die Klassenzimmer der Platanenschule (Foto) und der Katharinenschule mit Luftreinigungsgeräten ausgestattet sein. Ob die Geräte in der Spitalschule auch notwendig sind, wird noch geprüft.
  • Ulrike Osman
    VonUlrike Osman
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Landsberg – Nach den Sommerferien sollen die Klassenzimmer der städtischen Grundschulen mit mobilen Luftreinigungsgeräten ausgestattet sein. Die Hoffnung ist, dass auf diese Weise Präsenzunterricht auch bei steigenden Coronafallzahlen gewährleistet werden kann. Eine Garantie gibt es allerdings nicht.

Noch im März hatte der Pandemieausschuss des Stadtrats die Beschaffung von Luftreinigungsgeräten abgelehnt, unter anderem aufgrund der hohen Kosten. Doch seit wenigen Wochen gibt es ein neues Förderprogramm, wonach der Freistaat bis zu 50 Prozent der Beschaffungskosten übernimmt.

Nachhaltigen Eindruck machte auch der Bericht der Schulleiterinnen im Bildungs- und Sozialausschuss vor einigen Wochen. Sie hatten geschildert, wie schwierig der Distanzunterricht während des Lockdowns für alle Beteiligten war und wie vor allem Kinder aus bildungsfernen Familien darunter gelitten hatten.

Im Stadtrat war man sich jetzt einig, für die Gesundheit der Kinder und das Ziel Präsenzunterricht alles zu tun. Allerdings habe die Staatsregierung auf eine Anfrage des Bayerischen Gemeindetags nicht bestätigt, dass Luftfilter tatsächlich uneingeschränkten Präsenzunterricht ermöglichen, die Maskenpflicht erleichtern und Quarantänen verkürzen würden, berichtete OBin Doris Baumgartl (UBV). Mit anderen Worten: Es kann sein, dass die Anschaffung der Geräte gar nichts ändert. „Das finde ich befremdlich“, so Baumgartl.

„Absolut unbefriedigend“ fand Fraktionskollege Christoph Jell die Aussichten. Aber: „Wir müssen alles tun, was wir können.“ Für Christian Hettmer sind die Luftfilter „ein Baustein“, der zu einem regelmäßigen Schulbetrieb führt. „Das muss uns das Geld wert sein.“ Bei einem Bedarf von 100 Geräten bliebe für die Stadt nach Abzug der Förderung ein Kostenanteil von rund 110.000 Euro. Es falle ihm „extremst schwer“, diese Summe in die Hand zu nehmen, sagte Zweiter Bürgermeister Moritz Hartmann (Grüne). „Aber wir kommen nicht drumrum.“

Wolfgang Neumeier (UBV) sah eher die „moralische Keule“ der Staatsregierung am Werk und fürchtete, die Wirkung der Geräte werde „null Komma null“ sein. Ursula Schaller (SPD) forderte, genau zu prüfen, für welche Schulräume die Anschaffung sinnvoll sei. Die Klassenzimmer in der Grundschule am Spitalplatz seien so groß und hoch, dass man hier die Geräte wohl nicht brauche. Alexa Dorow (CSU) hatte die Sorge, dass weniger gelüftet werden wird, sobald die Luftfilter im Raum stehen. Dabei bleibe Lüften „das A und O“ im Kampf gegen die Aerosole.

Dieter Völkels (SPD) Zusammenfassung der Situation konnten sich die meisten Stadträte anschließen. „Ob‘s hilft, wissen wir nicht. Schaden tut es sicher nicht. Also tun wir, was nicht schadet und vielleicht hilft.“ Mit zwei Gegenstimmen wurde die Anschaffung der Geräte beschlossen.

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