Flyout beim Penzinger Lufttransportgeschwader 61

Der (fast) letzte Transall-Flug

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„Auftrag erfüllt“ konnte der Kommodore des LTG 61, Oberst Daniel Draken (rechts), den angetretenen Soldaten und den Ehrengästen nach dem „flyout“ vermelden. Ulla Kurz (vorne links), stellvertretende Landrätin bedankte sich beim LTG im Namen des Landkreises.

Penzing – “Cleared for take off Runway 25” – das war, zumindest symbolisch, die letzte Startfreigabe des Tower in Penzing an eine Transall. Am Steuerhorn Kommodore Oberst Daniel Draken und Copilot Hauptmann Alexander Linden. An Bord der Maschine waren geladene Gäste aus der Politik, die zum „Flyout“, also zum symbolischen letzten Flug, eingeladen waren. Denn das Lufttransportgeschwader 61 wird (der KREISBOTE berichtete mehrfach) zum Jahresende aufgelöst. Nur noch bis Dezember werden Transallmaschinen in Penzing starten und landen.

„Flyout“ bedeutet in der Fliegersprache das endgültige Verlassen eines Fliegerhorstes. Die offizielle militärische Außerdienststellung des Standortes in Penzing mit Zapfenstreich und Einholen der Truppenfahne ist für den 14. Dezember vorgesehen. Geplant war einmal, die Zeremonie öffentlich auf dem Hauptplatz in Landsberg stattfinden zu lassen. Das geht jedoch wegen des Weihnachtsmarktes nicht. So wird wohl der Zapfenstreich hinter verschlossenen Türen im Fliegerhorst stattfinden. Schade eigentlich.

Mit an Bord des symbolisch letzten Fluges waren die Bürgermeister Johannes Erhard (Penzing), Erich Püttner (Kaufering) und Mathias Neuner (Landsberg). Für den Landkreis Landsberg nahm Ulla Kurz als stellvertretende Landrätin teil, aus Schongau-Weilheim war Landrätin Andrea Jochner-Weiß angereist. Auch Michael Kießling, frisch gewählter Bundestagsabgeordneter und Landtagsmitglied Dr. Herbert Kränzlein nutzten die Gelegenheit des Fluges für Gespräche. Von der Bayerischen Staatskanzlei kam Regierungsdirektor Dr. Boris Niklas und für das Landeskommando Bayern der Bundeswehr Brigadegeneral August Dotzler.

Für die Flyout-Zeremonie hatte Oberst Draken die „Silberne Gams 51+01“ ausgewählt – das Flugzeug mit der silbernen Jubiläumslackierung. Eine weitere Transall war mit dem Schriftzug „Servus Transall – machs guad“ lackiert.

Von Penzing aus ging es in rund 2.000 Fuß über Grund (etwa 600 Meter) nach Süden bis Füssen. Danach steuerte Kommodore Draken Richtung Osten bis zum Chiemsee und wieder zurück über Starnberger See und Ammersee nach Landsberg.

Während die Ehrengäste noch in der Luft waren, hatten sich vor der großen Wartungshalle weitere hundert Gäste versammelt und die Geschwaderangehörigen waren in militärischer Formation angetreten. Nach der Landung der „Silbernen Gams“ und der Begleitmaschine erklang der Song „Time to say Goodbye“. Kommodore Daniel ­Draken konnte noch auf dem Vorfeld den versammelten Gästen schon einmal vorab „Mission completed“ (Auftrag erfüllt) vermelden.

Bereits zum 1. Oktober werden nach seinen Worten viele Angehörige des Verbandes neue Aufgaben an anderen Standorten übernehmen. Wie es mit ihm selbst weitergeht, wusste er allerdings noch nicht. ­Draken bedankte sich noch auf dem Vorfeld für die Zeit in Penzing. Die stellvertretende Landrätin Ulla Kurz sagte in ihrer kurzen Ansprache, der Landkreis Landsberg habe immer fest zu den Soldaten gestanden.

Beim anschließenden Empfang im Casino des Fliegerhorstes betonte Penzings Bürgermeister ­Johannes Erhard, der „flyout“ sei für ihn ein trauriger Anlass. Neben den vielen menschlichen Kontakten ging mit der Schließung des Fliegerhorstes ein Stück Wirtschaftskraft verloren. Viel Lob und Dank gab es von Landsbergs Oberbürgermeister Mathias Neuner. Immerhin sei Landsberg früher größter Standort der Luftwaffe gewesen. Und für den zukünftigen Bundestagsabgeordneten Michael Kießling ist klar, dass wieder mehr in die Bundeswehr investiert werden muss.

Siegfried Spörer

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