Weniger Schnee, mehr Strom

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Den Schnee nicht nur von der heimischen Solaranlage verbannen will Lukas Muthsam aus Asch mit seiner „Solaranlagenschneeräummaschine“.

Dass die Solaranlage auf dem Dach der Muthsams in Asch an Leistung einbüßt, wenn im Winter Schnee auf den Modulen aufliegt, war dem elfjährigen Sohn Lukas ein großer Dorn im Auge. Eine Lösung musste her, so seine Überzeugung. Herausgekommen ist eine „Solaranlagenschneeräummaschine“, mit der der Fünft­klässler vom Landsberger Dominikus-Zimmermann-Gymnasium letzte Woche beim Regionalentscheid von „Jugend forscht“ teilgenommen hat. Am Ende stand der Sieg im technischen Bereich der Sparte „Schüler experimentieren“.

Sein Vater habe sich über die verminderte Stromerzeugung geärgert und als abgehende Schneelawinen auch noch zur Gefahr für die Familie und die zwei Hunde wurden, stand Lukas‘ Entschluss fest: Eine gute Idee sollte Abhilfe schaffen. „Stücklweise“ sei sein Plan gereift, insgesamt habe er aber nur ungefähr einen halben Tag lang Hirnschmalz in die Konzeption zu stecken gebraucht. Der Bau des Prototyps sei schwieriger gewesen und habe ungefähr drei Tage in Anspruch genommen, dann war das Werk vollbracht: Über den Modulen soll eine durchsichtige Folie angebracht werden, auf der sich der Schnee dann sammelt. Ein Farbsensor, der „nur auf weiß reagiert“ gibt das Kommando, damit ein Motor die Folie wie ein Förderband in Bewegung versetzt und so die kalte Fracht ablädt.

Das Material für seine Maschine habe Lukas schon teils zuhause gehabt und den Rest suchte er sich aus „alten Trümmern vom Papa“ zusammen. Knifflig war aber vor allem, die benötigten Rollen aufzutreiben und die Herausforderung zu lösen, wie die Zufuhr der Folie zum Motor zu bewerkstelligen sei.

Mit dem Resultat war der Elfjährige, der Mathe als sein Lieblingsfach nennt, dann auch ganz zufrieden, als er seine Erfindung beim Regionalentscheid in Schongau, an dem Schüler aus dem ganzen Voralpenraum teilnahmen, vorstellte. Über den ersten Platz würde er sich natürlich freuen, meinte der Fuchstaler noch vor der Siegerehrung. Wobei die Mitbewerber schon auch sehr beachtliche Projekte ins Rennen schickten. Umso größer war dann natürlich das Strahlen, als beim Aufruf der Sieger Lukas‘ Name fiel.

Mit dem Erfolg beim Regionalentscheid soll aber noch nicht Schluss sein, denn nun geht es eine Stufe weiter, zum bayerischen Landeswettbewerb. Ein Wunsch für die Zukunft sei auch auf jeden Fall, dass seine Idee in größerem Maßstab industriell umgesetzt werde.

Dass der aktuelle Winter bislang so schneearm ausfällt, habe in diesem Jahr etwas die Möglichkeiten reduziert, seine Erfindung in der Praxis zu testen, so Lukas, der in seiner Freizeit gern radelt und Fußball spielt. Doch für die Stromerzeugung auf dem Dach der Muthsams sei das natürlich eine feine Sache.

Irgendeine Aufgabe, an der er in Zukunft tüfteln könnte, findet Lukas in Zukunft aber sicher auch trotz Schneemangels wieder. Denn ähnlich gelagerte Herausforderungen löse er öfter und die Teilnahme bei „Jugend forscht“ habe ihn schon auf den Geschmack gebracht, in den kommenden Jahren wieder zu kommen und weitere Erfindungen vorzustellen.

Rasso Schorer

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