Lumpiger Donnerstag

In Landsberg sind die Narren los - so war der Umzug

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Kurz aber stimmungsvoll war der Umzug durch die Landsberger Altstadt.
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Kurz aber stimmungsvoll war der Umzug durch die Landsberger Altstadt.

Landsberg – Ein Helau auf die Natur! Beim Umzug am Lumpigen Donnerstag gab‘s Getier und Blumen in rauen Mengen. Zwei Zebraherden, Papageien, Pusteblumen und auch eine Ananas: in Rauten rasierter gelber Haarschopf mit grünem Bürzel. Auch der Bürgerentscheid „Rettet die Bienen!“ scheint Wirkung zu zeigen: So viele schwarz-gelbe Honigsammler waren selten unterwegs. Eine rundum feierlaunige Menschenmenge, die sich da am Straßenrand bei bestem Lupido-Wetter sammelte. Aber: der Umzug war kürzer: Nur neun Fußgruppen und sieben Wägen glitten an den Zuschauern vorbei. Zwar liegt in der Kürze Würze. Aber vielen war es doch zu kurz.

Zum Beispiel einem Bienenvolk aus Augsburg: „Zu kurz und viel zu wenig Bonbons!“, lautet deren hartes Urteil. „Die Fußgruppen sind schon gut. Aber es ist schade, dass der Umzug kleiner ist“, meint eine Landsbergerin. „Aber immerhin schön, dass überhaupt was zusammengegangen ist. Denn ohne Umzug geht gar nicht!“ „Desto mehr, desto schöner“, verkünden ein paar junge Mädels. Und manch einer kann es kaum glauben, dass der Zug nach dem siebten Wagen schon vorbei ist.

Die Stimmung ist trotzdem gut. Vor dem Umzug wetteifern die zwei Party-Zonen Rathaus versus Hellmair-Platz um Publikum – wobei Letzterer haushoch gewinnt. Auch der Altersdurchschnitt ist dort weitaus niedriger als vor dem Rathaus, obwohl an beiden Orten ein DJ für Party-Stimmung sorgt und vor dem Rathaus eine Trommelgruppe aus München für den entsprechenden Rhythmus sorgt. Die Musik auf dem Hellmairplatz ist aber lauter. Nur als der Umzug vorüber ist, feiern die Menschen kurz vor dem Rathaus weiter.

Gesammelt haben sich Fußgruppen und Wägen in der Von-Kühlmann-Straße. Der Bass ist da bereits am anderen Lechufer zu spüren. Und pünktlich um 13.30 Uhr starten die Teilnehmer über die Karolinenbrücke. „Alles gut, Grundstimmung bestens“, grinst der erste Vereinsvorsitzende von „Licaria Landsberg am Lech“ Axel Ludwig. Und läuft zum nächsten Wagen, wo ein paar wildgewordene Jugendliche seinen Einsatz erfordern. Schließlich ist er, wie sein Kostüm zeigt, der Kapitän der ganzen Sache. Kurz vor Umzugsbeginn tuckern noch die letzten Busse über den Hauptplatz, in ihnen wenige Schüler, unverkleidet.

Eine ganze Horde von SWAT-Gruppen scheint indessen unterwegs zu sein. Auch OB Mathias Neuner trägt die Uniform samt Schlagstock und Taschenlampe. Doch trotz schwarzer Uniform verblasst er neben den Lechnixen der Landsberger Faschingsweiberei, bei denen auch Renate Neuner ist. Grünschillerndes mit Schwänen, Algen und Seeanemonen, hoher Kopfputz: aufwendig, denn pro Kostüm sind es 30 bis 40 Stunden Arbeit. Aber das Resultat ist überwältigend. „Auch wenn der Kopfschmuck im Wind etwas wackelt“, wie Renate Neuner zugibt.

Die Fußgruppen

Moderiert wird der Zug von Kapitän Ludwig mit SWAT-OB Neuner vom Rathausfenster. Der Starter: eine Blaskapelle nach New-Orleans-Tradition, auch wenn sie nur zwei Nummern im Repertoire hat. Dann die Lechschiffer unter dem Motto „Wir schiffen auch mal quer“, dahinter die Iglinger Artenvielfalt: Bienen und Schmetterlinge, der Nachwuchs gelbgestreift im Holzwägelchen. Die Mitglieder des HCL gehen – nicht ganz so einfallsreich – als Eishockeyspieler. Auch eine Schulklasse ist dabei: die S 12b der FOS mit dem Motto „Raus aus der Schule, rein in den Knast“, in Sträflingskleidung oder Panzerknacker-Outfit. „Ich hoffe, dass nächstes Jahr mehr Schulgruppen dabei sind“, ist Axel Ludwigs Kommentar. Herausragend die Lechsteg-Statuen zum neu zu bauenden Weg über den Fluss. Goldene Pracht zur Zierde des Stegs. „Ist doch egal, was es kostet“, nimmt ein Schild die steigenden Kosten aufs Korn.

Die Wägen

Applaus gibt es auch für die Fußgruppen, aber mehr bekommen die Wägen zu hören. Damit deren Musik nicht die leiseren Fußgruppen übertönt, gibt‘s eine Pause, angekündigt von einem Nummerngirl à la Boxring mit dem Schild „Gleich geht‘s weider“. Bei den Wägen machen die AIDAwalles aus Walleshausen unter dem Motto „Erst auslaufen, dann ansaufen“ den Anfang. Gefolgt von der Winkler Puderrosa-Ranch samt Winnetouch im natürlich rosafarbenen Strampler aus dem „Schuh des Manitou“. Den wird es weiter hinten gleich nochmal geben – diesmal von den Faschingsfreunden Hiltonia aus Hiltenfingen. Und dann noch ein Westernwagen vom Burschenverein Schwabhausen. Ein bisschen viel „Rauchende Colts“, könnte man meinen. Schön auf jeden Fall der Robin-Hood-Wagen aus Scheuring samt Riesen-Schatztruhe, die von Helfershelfern vor dem Wagen hergezogen wird.

Die Besucher zeigen bei ihren Kostümen teilweise viel Fantasie. Bei Bienen hält das Teesieb für die Facettenaugen her: „Ich seh fast gar nichts. Aber ich kann die Leute an der Stimme erkennen“, lacht eine Honigsammlerin. Originell die Dame, die sich als Zauberwürfel verkleidet hat, neben einem anmutig ausschauenden Stinktier. Viele kleine Babydrachen werden auf den Armen durchs Gewühl getragen; daneben ganze Pandagruppen, die sich gegenseitig den Puderzucker der Faschingskrapfen ins Gesicht blasen, ein Vampir, der lüstern nach Brezeln lechzt. Goldfarbene Leggings schmiegen sich anmutig um pralle Männerwaden, Schotten gehen neben Tut-Ench-Amuns oder Monstern. Die Kloster scheinen Freilauf zu haben, so viele Mönche und Nonnen, eine davon schwanger, sind unterwegs – dafür weniger Uniformen. Selbst von den früher heißbegehrten Piloten sind fast keine mehr da. Nur einige wenige, die das Kostüm von den Jahren zuvor auftragen.

Nach dem Umzug geht‘s zur Party auf dem Hellmairplatz. Tageslicht scheuende Vampire lassen sich gleich im Sonderbar-Keller nieder. Andere strömen zum Zirkus-Narrenzelt auf der Waitzinger Wiese, das schon um 13 Uhr geöffnet hat und bis 22 Uhr die Narren ins Innere zieht. Die „Licaria-Landsberg-Premiere“ war nicht schlecht. Aber Steigerungen sind möglich. Denn was die Landsberger eindeutig wünschen: Bitte wieder mehr Teilnehmer. Und vor allem mehr Wägen.

Susanne Greiner

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