Vorläufiges Insolvenzverfahren

Fleischpreis bringt Lutz in Schieflage

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Der Geschäftsbetrieb von Lutz Fleischwaren im Landsberger Industriegebiet soll trotz vorläufigem Insolvenzverfahren in vollem Umfang weitergeführt werden.

Landsberg – Lutz Fleischwaren in Landsberg steht vor der Pleite. Am vergangenen Mittwoch haben insgesamt sieben Gesellschaften der Unternehmensgruppe beim Amtsgericht Augsburg Insolvenzantrag gestellt. Betroffen sind rund 850 Mitarbeiter in ganz Deutschland.

Das 1891 gegründete Traditionsunternehmen Lutz ist nach eigenen Angaben einer der führenden Hersteller von Schinken- und Wurstspezialitäten und beliefert alle großen deutschen Lebensmittelhandelsketten wie beispielsweise Aldi, Lidl, Edeka und Rewe. Seit 1991 befindet sich das Unternehmen in der Justus-von-Liebig-Straße im Landsberger Industriegebiet. Am dortigen Standort sind in Produktion, Verwaltung und Frischecenter über 80 Personen beschäftigt. Hier hat man sich vor allem auf Bayerische Produkte, Kochpökelware und Bacon spezialisiert.

Seit 2014 befand sich die Unternehmensgruppe in einer Re­strukturierung. Zuletzt wurde mit einer neuen Geschäftsleitung ein aussichtsreiches Sanierungskonzept erarbeitet. Ein nicht vorhergesehener Anstieg der Preise für Schweinefleisch führte dann aber zu einem Liquiditätsengpass, der kurzfristig nicht überwunden werden konnte und die Geschäftsführung zur Insolvenzantragstellung veranlasste.

„Das Insolvenzverfahren bietet die Möglichkeit, den Sanierungskurs fortzusetzen und das Unternehmen und Arbeitsplätze zu erhalten“, erklärt Werner Wolf, der Geschäftsführer von Lutz. „Der Geschäftsbetrieb wird in vollem Umfang weiter geführt“, bestätigt auch Insolvenzverwalter Dr. Paul Abel auf Nachfrage des KREISBOTEN. „Wir führen hierzu gerade alle erforderlichen Gespräche mit den Kunden und Lieferanten.“

Nach ersten Gesprächen mit der Geschäftsführung und Geschäftspartnern sei man aber zuversichtlich, dass eine Sanierung möglich ist, zumal sich bereits potentielle Investoren für das Unternehmen gemeldet hätten, heißt es von Seiten der Insolvenzverwaltung.

„In erster Linie gilt es nun, den Mitarbeitern und Geschäftspartnern die Sicherheit zu geben, dass der Geschäftsbetrieb weitergeführt wird“, sagt Robert Hänel vom Team der vorläufigen Insolvenzverwalter. Das erfordere einen hohen Kommunikationsaufwand, aber die Rahmenbedingungen seien gut, so Hänel.

In den vergangenen Jahren wurde viel in den Landsberger Standort investiert. So hat das Unternehmen 2010 in eine neue Schinken-Produktionsstraße mit integriertem Slicer und neuer Verpackungsmaschine investiert. 2014 wurde im Werk Landsberg eine neue Kühlanlage angeschafft. Die Lutz-Gruppe, die insgesamt aus 29 Filialen, neun Frischecentern und drei Fleischmärkten besteht, machte im vergangenen Jahr rund 300 Millionen Euro Umsatz. 

Astrid Neumann

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