Stadt beendet Posse um Verlegung auf Waitzinger Wiese

Die Märkte sind wieder in der Altstadt 

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Gähnende Leere machte sich auf dem Bauenrmarkt am Mittwoch (oben) und auch auf dem Wochenmarkt am Samstag (unten) auf der Waitzinger Wiese breit. Jetzt kommen die Märkte in die Altstadt urück

Landsberg – Am 11. Juni überraschte die Stadtverwaltung mit der Mitteilung, das Ruethenfest stehe vor der Tür; dadurch seien Hauptplatz, Georg-Hellmair-Platz und Roßmarkt besetzt. Alle Wochen- und Bauernmärkte fänden aus diesem Grund nicht in der Altstadt, sondern auf der Waitzinger Wiese statt, und zwar vom 13. Juni bis zum 3. August. Die ersten zwei Markttage dort bescherten den Händlern aber massive Verluste. Außerdem gingen viele Beschwerden von Kunden ein. Nun ruderte die Stadt zurück.

Es war ein trauriges Bild, das sich den wenigen Besuchern des Bauernmarkts am Donnerstag und des Wochenmarkts am Samstag bot. Die Entscheidung des Chefs des Ordnungsamts, Ernst Müller, alle Märkte auf die Waitzinger Wiese zu verlegen, erwies sich als Fehler mit enormen Folgen. Die Umsätze der Händler gingen um 40 Prozent und mehr zurück. Auch bei den Einzelhändlern in der Altstadt war es deutlich ruhiger.

Am Montag erfolgte dann die Korrektur. In Abstimmung mit dem Ruethenfestverein traf die Verwaltung unter Leitung des aus dem Urlaub zurückgekehrten Oberbürgermeisters Mathias Neuner (CSU) eine Neuregelung. Ab dem heutigen Mittwoch kehren alle Märkte in die Altstadt zurück. Der Samstagsmarkt findet auf dem Georg-Hellmair-Platz sowie der angrenzenden Ludwigstraße statt, der Mittwochsmarkt und der Bauernmarkt nur in der Ludwigstraße. Lediglich an den beiden Samstagen während des Ruethenfestes ist kein Platz; die Händler sollen entscheiden, ob sie dann auf die Waitzinger Weise ausweichen oder den Markt ausfallen lassen wollen.

Unabgestimmt

Die Verwaltung hatte zuvor auf ihrer Entscheidung beharrt. „Sie ist das Ergebnis umfassender Abwägungen unter Einbeziehung aller Rahmenbedingungen“, die „beste Lösung für alle Interessen“, hieß es in einer Mitteilung der Pressestelle.

Recherchen des KREISBOTEN ergaben, dass im Vorfeld der Verlegung aber eine Menge schiefgelaufen ist. Die Entscheidung fiel bereits Mitte Mai. Die Medien und damit die Öffentlichkeit wurden aber erst am 11. Juni, zwei Tage vor dem ersten Verlegungstermin, informiert. Die Mitteilung „sei in Absprache mit der Fachabteilung verfasst und versendet“ worden, rechtfertigte die Verwaltung: „Dies erfolgte im Rahmen der üblichen Arbeitsorganisation.“

Das zweite Problem bestand in der fehlenden Information des Marktreferenten des Stadtrats, Hans-Jürgen Schulmeister (Landsberger Mitte). So hatte Schulmeister keine Möglichkeit, die Fraktionen zu unterrichten und das Thema auf die Tagesordnung des Stadtrats zu setzen. Auch mit den Händlern hatte man zuvor offenbar nicht gesprochen.

Schadenersatz

Selbst mit dem Ruethenfestverein funktionierte der Dialog nicht. „An der Entscheidung, an welchen Platz der/die Märkte verlegt werden sollen, waren wir als Ruethenfestverein nicht involviert“, erklärte sein Vorsitzender, Tobias Wohlfahrt. Aus seiner Antwort auf eine KREISBOTEN-Anfrage wurde auch klar, dass der Georg-Hellmair-Platz weitgehend und der Roßmarkt fast vollständig für die Märkte zur Verfügung stünden. Ruethenfest-Vize Charly Hecht schlug am Freitag den Roßmarkt als Alternative vor; allerdings ist er, obwohl technisch mit dem Nötigen ausgestattet, für den größten Markt am Samstag zu klein.

Die schnelle Reaktion der Verwaltung wurde von Händlern mit Genugtuung zur Kenntnis genommen. „Händler, Bürger und auch die Presse haben gemeinsam etwas bewirkt“, hieß es. Allerdings müsse die Frage erlaubt sein, ob und in welcher Weise die Stadt den entstandenen Schaden ersetzt.

Werner Lauff

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