Endspurt in der Nähstube

Die Näherinnen des Ruethenfests

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Die „Zauberhände“ hinter den Kostümen des Ruethenfestes: (von links) Karin Schuller, Zita Veith, Maria Marx, Christine Mayer, Irmgard Wallner, Charlotte Weingartner und Gerlinde Christ. Ebenfalls im Team: Petra Egloff, Gerda Ram, Elfriede Taubentaler und Sonja Sanktjohanser.

Landsberg – In rund zwei Wochen ist es soweit: Ab 12. März beginnt in der Saarburgstraße 12 die Kostümausgabe für das diesjährige Ruethenfest. Für die elf „Nähdamen“ des Ruethenfestvereins ist jetzt quasi Endspurt. Von Hektik jedoch keine Spur. Im Gegenteil: In der Nähstube des Vereins herrscht pure Vorfreude.

In der Fundushalle des Ruethenfestvereins hängen Hunderte von historischen Kostümen und Requisiten, fein säuberlich verpackt, akkurat sortiert: Gewänder und Accessoires von Herzögen und Edelleuten, Ruethenkindern und Blumenmädchen, Falkenjägern und Fahnenschwingern. Kostüme für jedes Alter aus feinen Stoffen wie Baumwollsamt, Leinen und Satin. Der Kostüm- und Requisitenfundus des Ruethenfestvereins blickt auf eine jahrzehntelange Tradition zurück, denn zahlreiche Einzelstücke werden seit Generationen weitergereicht: Viele Kinder staunen, wenn sie erfahren, mit welchem der Kostüme ihre Eltern und Großeltern schon mal defilierten.

Für die „Nähdamen“, wie sie liebevoll genannt werden, haben die Vorbereitungen für das diesjährige Event bereits vor vier Jahren begonnen. Kein Wunder bei rund 1.200 Kostümen und über 500 Requisiten für 20 unterschiedliche Festzugsgruppen und diverse Musikkapellen. Dabei werden nicht nur Kinder „von Kopf bis Fuß“ eingekleidet, sondern auch Jugendliche und Erwachsene wie Gruppenbetreuer und Musiker.

Christine Mayer, Verantwortliche für Kostüme und Requisiten, und ihr zehnköpfiges Team gehören zu den 250 Ehrenamtlichen, die sich seit Jahren, manche sogar seit Jahrzehnten, für das Landsberger Ruethenfest aktiv engagieren. „Es macht einfach Spaß“, erzählen die Nähdamen einstimmig: „Es geht einem das Herz auf, wenn man zum Schluss sieht, was aus einem einfachen Stück Stoff alles entstehen kann. Oder wenn die Kinder ihre Kostüme anprobieren und ganz stolz in den Spiegel schauen“.

Die Nähdamen scheuen keinen Aufwand, auch wenn Vieles von Hand genäht oder gebastelt werden muss: Für neue Kostüme und historische Ereignisse wird eingehend recherchiert und detailgetreu reproduziert. Von Fest zu Fest müssen sogar ganze Kostümgruppen, wie heuer 70 Kleider für die Stadtwagen-Mädchen, komplett erneuert oder manche Kostümschnitte geändert werden, weil „Kinder früher schmächtiger gebaut waren“. Bis auf eine Kollegin, die gelernte Schneiderin ist, nähen und basteln alle anderen Damen aus reinem Hobby. Kaum zu glauben, wenn man den Fundus ansieht: Hut ab!

Jamila Tazit

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