"Man muss sich große Ziel setzen!"

Zum Jahreswechsel haben 336 Auszubildende aus den Landkreisen Lands­berg und Weilheim-Schongau die Abschlussprüfung der Industrie- und Handelskammer (IHK) bestanden. Für sie veranstaltete das zuständige IHK-Gremium eine Abschluss­feier in den Räumen der Firma Hilti in Kaufering. Die 27 erfolgreichsten Prüflinge mit einem Notendurchschnitt von 1,5 oder besser wurden besonders geehrt.

Nach der Premiere im vergangenen Herbst war dies erst die zweite Feier dieser Art. IHK-Geschäftsführer Klaus Hofbauer ließ jedoch keinen Zweifel daran, dass der große Erfolg eine neue Tradition begründet habe. Auch der Politik liege erfolgreiche Berufsausbildung am Herzen, betonte Landrat Walter Eichner in seinem Grußwort. An­gesichts des großen Zulaufs an die Beruflichen Schulen in Landsberg werden diese – nach dem gerade erst eingeweihten Erweiterungsbau ­– nun noch einmal für neun Millionen Euro ausgebaut. Ernestine Steckenleiter, Ausbildungsleiterin bei Hilti, bescheinigte den frisch gebackenen Fachkräften aus insgesamt 24 kaufmännischen und gewerblich-technischen Berufen Fleiß, Zielstrebigkeit und Kompetenz. Bildung und Weiterbildung seien der Schlüssel für den wirtschaftlichen Erfolg der Region und des ganzen Landes, unterstrich IHK-Vizepräsidentin Heidrun Brugger. „Unsere heimische Wirtschaft tut gut daran, kontinuierlich in den Nachwuchs zu investieren, denn top­- qualifizierte Mitarbeiter gibt es nicht auf Knopfdruck.“ 30 Prozent aller in Bayern bestehenden Ausbildungsverträge würden in Oberbayern geschlossen, berichtete Brugger. Doch auch hier könne manche Lehrstelle mangels geeigneter Bewerber nicht mehr besetzt werden. Die größte „Baustelle“ sei die Ausbildungsreife der Schulabgänger und die Tatsache, dass Jahr für Jahr fast 10000 Jugendliche die Schule ohne Abschluss verlassen. Hier müsse der Staat wesentlich früher für bessere Betreuung und Förderung sorgen, forderte Brugger. Es sei unhaltbar, dass man sich die teure Nachqualifizierung leiste, statt auf die wesentlich effizientere Frühförderung zu setzen. Für viele Jugendliche gehe wertvolle Lebenszeit in Warteschleifen ver­- loren. Mit dem Extremsportler, Unternehmer und Motivationscoach Hubert Schwarz hatte die IHK einen ebenso außerge­wöhn­lichen wie unterhaltsamen Gastredner eingeladen. Schwarz berichtete von seinen Extrem-Radtouren – in 80 Tagen um die Welt, in zehn Tagen quer durch die USA – und machte deutlich, worauf sein Erfolg im Wesentlichen beruht: „Man muss sich große Ziele setzen, sich anstrengen, seine Komfort-Zone verlassen.“ Als Prüfungsbeste wurden zehn Absolventen aus dem Landkreis Landsberg und 17 aus Weilheim-Schongau mit einer Urkunde ausgezeichnet. Dazu gab es als Motivation, sich keinesfalls auf den Lorbeeren auszuruhen, einen Weiterbildungsgutschein.

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