So wie‘s mal war, so wird‘s nicht mehr

Zu wenig Engagement für Landsberger Gaudiwurm

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Mehr Wägen und Fußgruppen als 2019 werden es wahrscheinlich nicht: Der Gaudiwurm am 20. Februar wird ungefähr die gleiche Größe haben wie im vergangenen Jahr.

Landsberg – Das Datum des diesjährigen Gaudiwurms am Lumpigen Donnerstag lässt nichts zu wünschen übrig: Donnerstag, der 20. 2. 2020. Beste Voraussetzungen für einen Umzug, der größer, besser und bunter als im Vorjahr wird – oder? „Der Umzug wird größenmäßig im Rahmen des letzten Jahres sein“, dämpft Axel Ludwig, erster Vorsitzender des Faschingsverein Licaria, die Hoffnungen auf mehr Wägen und Fußgruppen. Das Problem: Insbesondere von Schulen und Vereinen komme zu wenig. Auch die Auflagen der Stadt machten die Akquise von Umzugsteilnehmern nicht gerade einfacher.

Dennoch ist Ludwig weiterhin vorsichtig optimistisch: „Die Anmeldefrist läuft ja noch bis zum 15. Februar.“ Und im neuen Jahr habe er schon drei weitere Anmeldungen verbuchen können. Auch finanziell sei man dieses Jahr gut aufgestellt, sodass er externe Ordner einstellen könne. Denn leistete die Stadt letztes Jahr organisatorisch noch starke Schützenhilfe, fällt diese heuer weg.

2019 nahmen sieben Wägen und neun Fußgruppen am Umzug teil. Dass die Teilnehmerzahl nicht stark steigen werde, habe er befürchtet, sagt Ludwig. Und das, obwohl heuer die Wägen bis zu 2,80 Metern breit, 16,5 Metern lang und vor allem: bis zu vier Metern hoch sein dürfen, da der Zug nicht durchs Sandauer Tor geht. Die neue Strecke sieht vor, die Narren ab 13.30 Uhr von der Von-Kühlmann-Straße über die Karolinenbrücke und den Hauptplatz in die Ludwig­straße zu leiten, um sie dann per Kehrtwende vor dem Sandauer Tor über den Hinteranger und die Herzog-Ernst-Straße wieder auf dem Hauptplatz zu versammeln, wo der Preis für die beste Kostümierung verliehen werden soll. Ob das alles ganz genau so funktionieren wird, ist noch nicht sicher. Das Treffen zwischen Ordnungsamt, Licaria und Polizei steht noch aus.

Zudem wird es wieder Musik samt DJ auf dem Hauptplatz ab 11 Uhr geben. „Wir stellen heuer auch eine Bühne auf dem Hauptplatz auf“, sagt Ludwig. Nicht hoch, eher eine Plattform, vier auf acht Meter groß. Er hoffe, dafür auch noch ein Programm stemmen zu können. Wer Interesse habe, sei willkommen.

„So groß, wie der Umzug einmal war, wird er nicht mehr werden“, resümiert Ludwig. Und das, obwohl es so viele Themen gebe: „Immerhin ist ja auch Kommunalwahl!“ Auch der 2. Vorsitzende Claus Moritz würde gerne die Attraktivität des Umzugs durch mehr Teilnehmer gesteigert sehen. Locke der Umzug weniger Besucher an, zeige sich das auch beim „Zirkus der Narren“ im Zelt auf der Waitinger Wiese.

Die Ursachen für das fehlende Wachstum sieht Ludwig in mangelndem Interesse der Bevölkerung ganz allgemein, vor allem im geringeren Engagement der Vereine. Letztes Jahr seien zumindest die Riverkings mitgelaufen. Einige der 40 Licaria-Mitglieder stemmten immerhin drei Fußgruppen. Aber sonst suche man vergeblich, obwohl das doch eine gute Vereins-Werbung sein könne. Über die Vereine erreiche man zudem die Kinder, die mangels Schulbeteiligungen im Umzug kaum vertreten seien. „Ich würde mir wünschen, dass von jeder weiterführenden Schule ein Beitrag kommt“, sagt Ludwig. Früher habe man allein fünf Wägen von der Ackerbauschule gehabt. In diesem Jahr sei nicht einmal mehr die FOS dabei. Auch, dass die Schüler für den Umzug nicht mehr frei bekommen, kritisiert der Vereinsvorsitzende. Die Idee des Vereins, einen Kinderfasching zu organisieren, verlaufe so im Sande. Um Vereine und Schulen zu mobilisieren, wünsche er sich Unterstützung seitens der Stadt.

Als weiteren Grund für das Ermüden des Landsberger Faschings nennt Ludwig die Auflagen der Stadt, hierbei vor allem das Alkoholverbot auf den Wägen: „Natürlich dürfen die Fahrer und Ordner nichts trinken. Aber die Leute auf dem Wagen selbst?“ Das Hauptproblem in puncto Sicherheit seien die Zuschauer, die versuchten, auf die Wägen zu klettern. Wegen des Alkoholverbots bekomme er keine Wägen mehr, ist Ludwig überzeugt. Und auch wenn die Finanzen gut seien: Wägen mittels ‚Prämie‘ anlocken will er nicht.

Ein leichte Müdigkeit ist Axel Ludwig anzumerken. Dennoch hofft er auf weitere Anmeldungen für den Gaudiwurm. Wer mitmachen will: Einfach unterwww.licaria.de anmelden.

Susanne Greiner

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