Ein Mann der Mehrheiten

Mathias Neuner ist zum OB-Kandidaten der CSU Landsberg gekürt worden. Ehefrau Renate war die erste Gratulantin und wurde dafür vom Ehemann mit Blumen bedacht. Foto: Kruse

Mathias Neuner erbat ein „klares Signal“ von den Mitgliedern der Landsberger CSU und er bekam es. Mit 43 von 46 Stimmen wurde er zum Herausforderer von OB Ingo Lehmann bei der Wahl am 11. März 2012 gekürt. „Der Amtsinhaber liegt bei Spielbeginn immer 1:0 vorne, aber ich sage ganz klar: Wir treten an, um zu gewinnen“, so Neuner. „Die CSU muss eine Alternative zum bestehenden System stellen, die Gelegenheit bietet sich, das Rathaus zurückzuerobern.“

Dafür wird nun Neuner ins Rennen geschickt. Er präsentierte „drei Säulen“ seiner Politik: die soziale Stadt, die moderne Stadt und die Wohlfühl­stadt. Gerade letztere komme seiner Meinung nach noch zu kurz. „Die Wohlfühlqualität in der Innenstadt muss deutlich erhöht werden“, so der 45-jährige Ingenieur; neben Kleinigkeiten wie Öffentlichen Toiletten und Sonntagsparkgebüh­ren – „Als einzige Stadt in Deutschland“ – ging es dabei schnell wieder um den Verkehr. „Das Auto ist und bleibt ein Muss“, sagt Neuner, der erneut zarte Andeutungen Richtung Umgehungstunnel machte. Anhand des Arbeitsweges von Landrat Walter Eichner rechnete Neuner: „Wenn er künftig am Tag viermal über die Autobahn fahren muss, sind das für ihn rund 700 Euro Mehrkosten für Benzin im Jahr. Bei nur 5000 Autos täglich macht das 3,5 Millionen volkswirtschaftlichen Schaden. Da wäre ein Tunnel in 25 Jahren komplett bezahlt.“ Alt- und Neubürger Sich selbst empfahl Neuner den Mitgliedern und Bürgern als Mann der Mehrheiten. „Ich vertrete alle, bin Familienvater, Fußgänger, Radfahrer, Autofahrer und Unternehmer. Und ich möchte auch ganz klar Mehrheiten vertreten.“ Als gebürtiger Landsberger, der in München studiert und gearbeitet hat, bevor er zurückkehrte, sieht er sich „als alter Landsberger und gleichzeitig Neubürger“. Einige seiner Positionen umriss Neuner vor der Kandidatenwahl bereits, machte jedoch erneut klar: „Das ist heute nicht der Anlass, um Programme vorzustellen. Das werden wir tun, wenn das Wahlkampfteam steht.“ Damit zielte er auf die konkrete Nachfrage eines Mitglieds, das ihn gebeten hatte, die Unterschiede zum aktuellen Oberbürgermeister „ganz klar“ herauszustellen, „denn der war ja auch nicht ganz schlecht.“ Generell bemühte sich die Versammlung deutlich, Ingo Lehmann nicht am Zeug zu flicken. Vom Landtagsabgeordneten Thomas Goppel („Die vergangenen zwölf Jahre waren kein Verlust für Landsberg.“) bis zu Neuner selbst („Man kann ja nicht sagen, dass es für Landsberg schlecht läuft.“) hielt man sich mit Kritik zurück. Lediglich Stadtratsfraktions­chef Weber wollte darauf hinweisen, „dass der Stadt die Erfolge ja nicht einfach zuge­- flogen sind. Da haben wir als größte Fraktion schon mit harter Arbeit einen wesentlichen Anteil gehabt.“ Nur der „Kopf“ sei leider oft ein anderer gewesen, „da waren wir zum Teil auch selber schuld.“ Taktik ohne Perspektive In einem Punkt schoss man sich dann aber doch auf Lehmann ein. „Wir treten für acht Jahre an, der Gegner wahrscheinlich nur für zwei. Diese Taktik hat keine Zukunftsperspektive“, kritisierte Neuner. „Ich möchte Herrn Lehmann hier zitieren: Zwölf Jahre sind genug.“ Auch Goppel meinte: „Die anderen wollen noch ein wenig nachtarocken. Wir wollen richtig anfangen.“ Der CSU-Kreisvorsitzende Alex Dorow hält Neuner „mit seiner Mischung aus Erdung und Visionen für genau das, was Landsberg braucht. Es gibt viel zu tun, ich freue mich auf die Zusammenarbeit, damit Landsberg ein wichtiger Pflock im Landkreis wird.“

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