Endlich wieder Schaltjahr

An ihrem 3. Geburtstag wird Mara 12 Jahre alt

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Mara Kröner ist heute zwölf Jahre alt geworden. Für sie ist es der 3. Geburtstag. Das Geschenk ist noch ein Geheimnis, wird sie später zusammen mit ihrer Familie lüften.

Denklingen – Vorfeiern oder doch erst nach dem besonderen Tag die süße Geburtstagstorte anschneiden? Das ist normalerweise die große Frage von Mara Kröner. Warum? Ihr Geburtstag ist am 29. Februar. Und das haut nur alle vier Jahre hin. In diesem Jahr ist es wieder mal eine Punktlan­dung. Mara darf haargenau an ihrem Geburtstag ihr kleines Fest steigen lassen. Das Schaltjahr ist der Grund dafür.

Es ist schon eine verrückte Rechnerei mit so einem Geburtstag. Zwölf Jahre wird Mara heute alt, darf aber erst ihren dritten Geburtstag feiern. Demzufolge werden auch nur drei Kerzen auf der Geburtstagstorte brennen. Was soll´s, das Mädchen nimmt die Situation locker hin.

In ihrer Schulklasse hat sie schon oft mit ihren Freundinnen darüber gesprochen. Kommt ja auch nicht so häufig vor, dass es einen 29. Februar gibt. Mara erklärt dann die Geschichte mit dem Schaltjahr, das eben nur alle vier Jahre eintritt. Und bespricht natürlich etwas viel Wichtigeres mit ihnen. Natürlich auch mit ihren Eltern Monika und Wolfgang.

„Wann soll gefeiert werden?“, ist dann die Frage aller Fragen. In diesem Jahr ideal. Der 29. ist ein Samstag, keiner muss am nächsten Tag in die Schule oder zur Arbeit. Der Sonntag kann zum Ausschlafen genutzt werden. Aber wie hat man die Jahre davor das Wiegenfest gefeiert? Vater Wolfgang gibt Hilfestellung. Er verrät die Statuten. „In einem normalen Jahr kommt immer am 28. Februar die Familie zusammen, um mit Mara die große Torte anzuschneiden.“ Mara wünscht sich einfach, noch im Februar den Ehrentag zu begehen. Und ergänzt danach ganz schnell, dass sie dann einen Tag aussuchen darf, an dem sie mit ihren Freundinnen nachfeiert. „Es ist immer am Wochenende, da haben alle genug Zeit“, berichtet Mara, auch ihre Brüder Daniel und Simon, die schon viel über die Situation ihrer Schwester gelästert haben. Die Zwillinge sind 15 Jahre alt, haben demzufolge ihren Geburtstag 15 Mal gefeiert. Können locker ihre Späßchen machen.

„Hätte man am Geburtstermin nicht ein wenig tricksen können?“, ist eine Frage, die man sich in der Runde stellt? Vater Wolfgang lacht, er hat sich den Termin auch etwas anders vorgestellt. Am 28. war zuhause alles ruhig. Deshalb ist er noch locker zu einer Besprechung in den Kindergarten gegangen. Mutter Monika blieb mit den Zwillingen im trauten Heim in Menhofen. Doch plötzlich wollte Mara nicht länger stillhalten. Die Wehen setzten ein, der Vater wurde ararmiert. Ruckzuck wurde die Oma als Kindsmagd zu Daniel und Simon beordert, Vater Wolfgang packte die hoch­schwangerne Monika ins Auto und ab ging‘s nach Landsberg in die Klinik.

Aber jetzt hatte es Mara plötzlich nicht mehr so eilig. Ein Mädl – eben. Mit eigener Vorstellung. So mussten sich alle bis zum nächsten Morgen gedulden, bis Madame dann doch gewillt war, ihre über neun Monate liebgewonnene Umgebung zu verlassen. Mehr oder weniger selbst schuld, jetzt immer vier Jahre auf diesen besondern Tag warten zu müssen. Herzlichen Glückwunsch, zu Deinem 3. Geburtstag, Mara!
Hans-Helmut Herold

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