Tatort Landsberg

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Zusammen mit seiner Frau Eva hat Marcel Krijger das Drehbuch zu seinem Krimi „der Tote am Lech“, geschrieben. Am Montag konnte er ihn im Olympiakino vorstellen.

Landsberg – „Das läuft unter dem Motto: Da kauf ich mir ne Kamera und mach mal einen Film“, lacht Regisseur und Autor Marcel Krijger bei der Premiere seines Films „Der Tote am Lech“. Er ist nervös. Halb Landsberg ist gekommen, um den Film zu sehen. Mit Geschenken: ein personalisierter Regiestuhl und Glückwünsche vom Saarbrückener Tatort-Kommissar Hartmut Volle via Autogramm. Über eine Stunde ist Krijgers Nobudget-Film lang und hat alles, was ein Krimi braucht: kaffeetrinkende Kommissare, verstockte Zeugen und ein rätselhaftes Gift aus Afrika.

Ein Toter am Lech – wie sich herausstellt, hat er Rizin aus den Samen des Wunderbaums in seinem Körper. Selbstmord oder Mord? „Liebermann und Simon ermitteln“ – Liebermann, das ist der kaffeesüchtige Kommissar Thomas, Inga Simon die Ermittlerin, die als einzige zu arbeiten scheint. Mit Hilfe der leicht aufdringlichen Nachbarin Lisbeth Schneckenberger und dem nie arbeitenden Hauptkommissar Robert Netter wird der Fall gelöst: Der Tote war kein Kind von Traurigkeit und hatte gleich mehrere Techtelmechtel. Doch die Damen schlossen sich flugs mit dem Sohn zusammen und rührten Rizin in den Kaffee, um den millionenschweren älteren Herren zu beerben.

Ein Jahr hat es gedauert, bis aus der Idee ein Film entstanden ist. Im Februar 2016 begann der 64-jährige Krijger mit seiner Frau Eva, die ersten Zeilen des Krimi-Drehbuchs zu schreiben. Landsberg böte sich dafür an mit seiner Kulisse. Auch das Genre Krimi dränge sich auf, denn „in Landsberg ist immer alles so brav, da muss auch mal was Böses her.“ Die Geschichte hatte Marcel schon im Kopf. „Wir mussten uns aber noch einigen, wie das Opfer stirbt.“ Beim gemeinsamen Kaffeetrinken, beim Rauchen auf der Veranda, bei jeder sich bietenden Gelegenheit wuchs das Drehbuch Seite um Seite. Insgesamt schrieben die beiden daran zwei Monate, bevor’s ans Drehen ging.

Schauspieler organisierte Marcel über die Facebook-Gruppe „Du kommst aus Landsberg“ – allesamt Laien, die dafür ein gutes Debüt gaben. Die Szenen waren innerhalb von 24 Tagen im Kasten. „Die Kamera hatte ich ja schon, oben drauf ein zusätzliches Mikro und dann gab’s noch ein bisschen Licht“, beschreibt er die Ausrüstung. Dann kam die Postproduktion. „Das war eigentlich das Schwierigste.“ Filmmaterial hatte er über sieben Stunden, aus denen es galt, die jetzt 70 Minuten herauszukristallisieren. Und, wie ist der Film geworden? „Ich finde ihn gut“ sagt Eva. „Muss sie ja sagen, ist ja meine Frau“, grinst Marcel.

Insgesamt hat das Projekt 700 Euro gekostet, samt Kinomiete und Verpflegung für die Crew. Natürlich habe der Film noch Macken, „es ist ja auch der erste, sozusagen der Lernfilm“, räumt Eva ein. Da sei eben mal der Ton ein bisschen zu leise und hier und da hapere es an der Schärfe. Zwar habe Marcel einen leichten Perfektheitswahn, aber er kenne seine Grenzen: „Ich muss kein Stephen Spielberg werden“, meint der bescheiden.

Liebermann und Simon ermitteln weiter. „Die ersten 20 Seiten vom Drehbuch sind schon da“, freut sich Marcel. Für dieses Projekt gibt es eine zweite Kamera und eine Tonangel. „Aber es bleibt natürlich im Amateurbereich.“ Schon jetzt sucht er wieder nach Schauspielern. Einen Drehort hat er bereits gefunden. Natürlich in Landsberg. Und Vorsicht Spoiler: Es ist ein geheimnisvolles Gartenhäuschen...

Susanne Greiner

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