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Blicke hinter die Kulissen

Maren Martells "Im Atelier" porträtiert 25 Räume und ihre Künstler

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Die Buchpremiere von „Im Atelier“ feierten in der Dießener Fritz Winter-Galerie Matthias Rodach, Autorin Maren Martell, Professor Werner Kroener sowie Annunciata Foresti (von links).

Dießen – Über die Räume der Kunstschaffenden im Kunstraum Ammersee-Lechrain geht es im neuen Buch der Autorin und Fotografin Maren Martell, das im Dießener Fritz Winter-Atelier aus der Taufe gehoben wurde. Fast alle der 25 in dem opulenten Band „Im Atelier“ porträtierten Künstler waren dabei, wobei es aber genaugenommen gar nicht um die Personen ging, sondern um die Räume, die sie inspirieren und in denen ihre Kunst entsteht.

Maren Martell durfte mit Block und Kamera hinter die Kulissen von 25 zeitgenössischen Künstlern blicken. Sie ging den Fragen nach, wo und wie entsteht die Kunst eines Bernd Zimmer oder von Gabriele Pillon? In welchem Umfeld lassen sich Annunciata Foresti oder Andreas Kloker inspirieren? Wo entfaltet sich die Originalität von Katharina Ranftl, Matthias Rodach oder Stefan Wehmeier?

Im Lechrain und am Ammersee gibt es Ateliers in alten Tennen und Scheunen, in ehemaligen Schulhäusern oder in einem früheren Stellwerk der Bahn. Ein Jahr lang hat Maren Martell die Wirkungsstätten und privaten Arbeitsräume inspiziert und daraus einen 208 Seiten starken Bildband gezaubert.

In ihrer Laudatio wies die Künstlerin und Kulturkreisrätin Annunciata Foresti auf die Bedeutung von Fritz Winter (1905–1976) hin, in dessen von seinem Neffen Michael Gausling geführtem Atelier mit Galerie das Buch Premiere feiern durfte. Fritz Winter, Klee- und Kandinsky-Schüler, sei „Vater und Zelle für die zeitgenössische Kunst hier am Ammersee“ gewesen. Das Buch von Maren Martell sei nicht nur ein ästhetischer Bildband über Künstler und Ateliers, sondern auch ein Dokument unserer Zeitgeschichte. Martell sei jemand, der mit einer großen Beobachtungsgabe Situationen, Künstler und Räume zu einem Gesamtkunstwerk zusammenbauen könne. Dabei habe sie ihren Fokus auch auf kleine Details und Eigenarten der Künstler gesetzt. Maren Martell wiederum bedauerte, dass sie in diesem Band nicht alle Kunstschaffenden in der Region unterbringen könne. Darum plane sie bereits einen Fortsetzungsband. Mit dem Verleger Josef Bauer habe sie einen kollegialen Partner, der auch schon ihren Bildband „Stege“ veröffentlicht hat.

Solche aufwendigen Bücher herauszubringen, brauche viel Liebe und Idealismus, da man damit bestimmt nicht reich werde, beteuerte Kunstprofessor Werner Kroener in seiner launigen Ansprache. „Im Atelier“ sei eine Art Kochbuch der „regionalen Kunstküche“. Ihm sei zudem aufgefallen, dass alle porträtierten Künstler in Räumen mit „viel Geschichte und Lebensgeruch“ und viel Natur rundherum arbeiten.

Dieter Roettig

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