Patrozinium am Ammersee:

Dießen feiert die Himmelskönigin

1 von 8
Die Mitglieder des Dießener Trachtenvereins schmückten auch heuer wieder die Marienfiguren mit Sonnenblumen: Die Tragfiguren aus dem 18. Jahrhundert zeigen die jungfräuliche, die schmerzhafte und die glorreiche Gottesmutter.
2 von 8
Die Fahne der Fischereigenossenschaft Ammersee trägt erstmals Paul Gruber von der Fischerei Stumbaum in Herrsching.
3 von 8
Zum Hochfest Mariens gehört der große Kräuterbuschn, den Pfarrer Josef Kirchensteiner beim Einzug ins Marienmünster getragen hat. Gebunden haben ihn Irmi Hinterbichler und Heidi Zirch vom Diessener Trachtenverein.
4 von 8
5 von 8
Die Mysterienbühne ist während des Einzugs der Fahnen und der Geistlichkeit geöffnet.
6 von 8
7 von 8
Pfarrer Josef Kirchensteiner hält die Predigt am hohen Festtag mitten unter den Kirchenbesuchern, „da bin ich Ihnen näher“.
8 von 8
Pastoralreferentin Birgit Cammerer übernimmt demnächst neue Aufgaben in der Pfarrei, für 15 Jahre Gemeindepastoral und -katechese herzliche Dankesworte und Geschenke von Pfarrer Kirchensteiner und Pastoralassistent Nikolaus Matosevic.

Dießen – Großartige Augenblicke halten das diesjährige Hochfest zu Mariä Himmelfahrt in bester Erinnerung: Erstmals empfing das Marien­münster die Kirchenbesucher zum Patrozinium mit geöffnetem Theatrum sacrum, der Heiligen Bühne im Hochaltar. Bekränzt von Gladiolen und Kerzenlicht begrüßte die Patronin der Barockkirche als Figur die Gläubigen. Nach dem Einzug der Fahnenabordnungen erfüllte Stille den „Thron­saal Gottes“, das Hochaltarbild ist aus seiner acht Meter tiefen Versenkung am unteren Altarrand aufgetaucht und hat die offene Mysterienbühne langsam verschlossen.

Wie von Geisterhand funktionierte die Elektronik, die binnen weniger Minuten das vom Münchener Maler Balthasar Augustin Albrecht 1738 geschaffene Bild wieder an Ort und Stelle brachte. Es zeigt die von Engeln geleitete Muttergottes, die mit ausgebreiteten Armen ihrem Sohn entgegenblickt. Pfarrer Josef Kirchensteiner: „Wir feiern die Himmelskönigin, deshalb haben wir sie symbolisch in den Himmel auffahren lassen.“

Zum Gesamtbild des Hochfests gehören die Fahnenabordnungen der Vereine. Dieses Mal auch dabei die Standarte der Fischereigenossenschaft Ammersee, die zu den schönsten der historischen Fahnen gehört und Jesus als den Menschen-Fischer zeigt. Getragen von dem jungen Paul Gruber aus der Fischerei Stumbaum in Herrsching. Im Fokus natürlich die drei Tragefiguren aus dem 18. Jahrhundert: die jungfräuliche, die schmerzhafte und die glorreiche Gottesmutter. Festlich geschmückt mit Sonnenblumen, sind Mitglieder vom Heimat- und Trachtenverein Dießen-St. Georgen mit den schweren Marienfiguren ins Kirchenschiff eingezogen. Für den Blumenschmuck, wie auch für den großen Kräuterbuschen neben der Mariendarstellung im linken Seitenschiff bedankte sich Pfarrer Kirchensteiner mit innigen Worten bei den Trachtlern, ohne deren Engagement das Brauchtum im Jahreslauf keine Zukunft hätte.

Begeistert honoriert wurde auch die Predigt vom Pfarrer Kirchensteiner, die er – frei gesprochen – zwischen den Kirchenbesuchern hielt. „Sie sind mir zu weit weg, wenn ich nur vorne rede“, sagte er. Immerhin war das Marienmünster bis auf den letzten Platz besetzt und die Stehplätze bis zum Hauptportal auch überaus begehrt.

Wie es der Brauch ist, gehört die Segnung der im Altarraum abgelegten Kräuterbuschn zum Abschluss des Gottesdienstes: „Wir segnen die Blumen und Kräuter, sie sind wichtig als Heilmittel und als Würze für unsere Speisen, sie sind nützlich für Leib und Seele.“

Mit großem Applaus hinauf auf die Königsorgel verabschiedete sich die Kirchengemeinde auch vom musikalischen Rahmen des Festgottesdienstes: Chor und Orchester des Marienmünsters unter der Leitung von Dießens Kirchenmusiker und künstlerischem Leiter Stephan Ronkov verzauberten mit Messenvertonungen der Missa solemnis von Wolfgang Amadeus Mozart (1766-1791). Sie verbinden hohe künstlerische Vollendung und Klangschönheit mit den Erfordernissen der Liturgie. Selbstredend wurde auch das Hallelujah von Georg-Friedrich Händel (1685-1759) als ein musikalischer Höhepunkt gelobt. Ronkov hatte für das Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel einen stattlichen Klangkörper zusammengestellt mit dem Münsterchor und einem Orchester, in dem sich vor allem auch junge Musikerinnen und Musiker bewährten.

Beate Bentele

Auch interessant

Meistgelesen

Finning in zwölf Bildern
Finning in zwölf Bildern
Fünf Top-Azubis mit "sehr gut"
Fünf Top-Azubis mit "sehr gut"
24 Ehrenamtliche für langjährige Verdienste ausgezeichnet
24 Ehrenamtliche für langjährige Verdienste ausgezeichnet
ADAC investiert in Landsberg
ADAC investiert in Landsberg

Kommentare