Sägebrecht in Landsberg

Omammamia im Olympia

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Im Olympia-Kino stand das Publikum Schlange für ein Autogramm der Kultschauspielerin Marianne Sägebrecht, die dort ihren neuen Film vorstellte.

Landsberg – Ein Hauch von Hollywood am Lech: der Abspann ist zu Ende, tosender Applaus, im Halbdunkel sucht sich eine ältere Dame mit wallendem Rock und langem braunen Pferdeschwanz den Weg zur Bühne, begleitet von Kameras. Fast wirkt sie ein bisschen aufgeregt, dann nimmt sie das Mikro und berichtet charmant, natürlich und witzig von den Dreharbeiten – Marianne Sägebrecht.

Endlich ist sie wieder da, feiert nach 13 Jahren mit „Omamamia“ ihr Leinwandcomeback. Und die Rolle der unternehmungslustigen Oma scheint ihr auf den Leib geschrieben. Doch entspringt die Geschichte um die turbulente Romreise einer Seniorin nicht der Phantasie eines Drehbuchautors, sondern basiert auf der wahren Lebensgeschichte einer Frau, die sich spät im Leben aufmachte, das wahre Leben kennenzulernen und dabei die Ewige Stadt ganz schön durcheinanderwirbelte. „Es war wunderbar, diesem anderen Menschen sein Herz zu schenken“, erklärt Marianne Sägebrecht.

Sägebrecht präsentiert Omammamia

Worum geht es? Die seit Jahren in Kanada lebende Bayerin und fromme Katholikin Marguerita will bei einer Romreise zum Papst, eine Jugendsünde beichten. Doch die versprochene Reise platzt, fällt dem Kontrollwahn der Tochter (Annette Frier) zum Opfer, die stattdessen versucht, die Oma in eine Seniorensiedlung abzuschieben. Kurz entschlossen macht sich Oma alleine auf die Reise, steht schließlich in Rom bei ihrer Enkelin (Miriam Stein) auf der Matte, die nicht wie gedacht als Au-pair bei einer Familie arbeitet, sondern in wilder Ehe mit einem Rockmusiker lebt. Auch die Papstaudienz erweist sich als schwer realisierbar, doch auf ihrem Weg durch die italienische Hauptstadt trifft Oma den erfolglosen Restaurantchef Dino und dessen etwas zwielichtigen Onkel Lorenzo (Italiens Kinolegende Giancarlo Giannini).

„Hier fühle ich mich endlich lebendig“ wird Oma später zur ihrer Tochter sagen, die ihr hysterisch nachgereist ist. Regisseur Tomy Wigand hat mit „Omamamia“ eine charmante, temporeiche, skurrile und dabei sehr warmherzige Komödie inszeniert, die vor allem von den großartigen Schauspielern lebt, die die Figuren, bei all ihren Schwächen und Überzeichnungen, immer davor bewahren, ins Lächerliche abzugleiten.  Marianne Sägebrecht und Giancarlo Giannini geben ein ungleiches, aber überzeugendes Pärchen ab. Die wunderbaren Bilder (Kamera: Holly Fink) tun ein Übriges, aber die Schauspielerin Marianne Sägebrecht überstrahlt alles – schrullig, beherzt, durch und durch liebenswert und authentisch. „Ich bin lieber eine Femme Banale als eine Femme Fatale“, erklärt sie lächelnd. Patricia Eckstein

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