Vom Bauernhof ins Rathaus

Marianne Scharr will Nachfolgerin von Herbert Kirsch werden

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Die Familie hält Bürgermeister-Kandidatin Marianne Scharr den Rücken frei für neue Aufgaben: (Von links) Sohn Roland, Marianne Scharr und Ehemann Thomas. Vor ihnen Sohn Christian mit Enkelin Mia sowie die Töchter Lydia und Karina.

Dießen – Sie ist eine Frau der leisen Töne, weiß aber genau, was sie will: Marianne Scharr (53) aus Dettenschwang möchte im nächsten Jahr vom heimischen Bauernhof ins Dießener Rathaus wechseln. Ohne Partei oder kommunalpolitische Gruppierung im Hintergrund steigt sie als Einzelkämpferin in den Ring. Für die Auftaktveranstaltung wählte sie bewusst den Landgasthof Tannenhof, „denn Dießen besteht nicht nur aus der Mühlstraße“. Damit unterstrich sie bereits, dass sie einen Schwerpunkt ihrer Arbeit auch für die Landbevölkerung sieht.

Im Hinblick auf ihre beiden bereits nominierten Mitbewerber Sandra Perzul und Florian Zarbo meinte sie ironisch, dass nach Segelschiff und Motorboot jetzt der „Raddampfer Dießen“ auslaufe: älter, reifer und erfahrener… Perzul und Zarbo, Gäste der Veranstaltung wie auch Bürgermeister Kirsch, nahmen die Spitze mit Humor.

Statt Powerpoint und Flyer gab es bei Marianne Scharr für jeden Gast ein Plätzchen in Herzform mit handgeschriebenem Anhänger „Die Bürgermeisterin – lebensnah, tatkräftig, herzlich“. Wie vielseitig die Kandidatin ist, zeigte sich bei ihrer Vita. Geboren im Weilheim wuchs sie in Dießen-St. Georgen auf, besuchte die Realschule und wurde Arzthelferin.

Nach der Übernahme eines landwirtschaftlichen Grünlandbetriebs mit Milchvieh zusammen mit ihrem Mann Thomas lernte Scharr Hauswirtschaftsmeisterin und bildete sich weiter zur Ernährungs- und Agrarbürofachfrau. Neben der Arbeit auf dem Hof und der Erziehung ihrer vier Kinder absolvierte sie diverse Zusatzausbildungen und war als Freie Dozentin für die Andreas-Hermes-Akademie viel unterwegs. Im Verband für landwirtschaftliche Fortbildung ist sie Vorsitzende des Bezirksverbandes Oberbayern.

Daneben schlägt ihr Herz für die Kommunalpolitik. Seit 2008 sitzt sie im Dießener Marktgemeinderat als Mitglied im Finanz- und Rechnungsprüfungsausschuss sowie als Breitbandpatin. Wer meint, dass Marianne Scharr mit all ihren Aufgaben ausgelastet ist, liegt falsch. Sie radelt, geht Schwimmen, wandert auf dem Jakobsweg und spielt in der Theatergruppe „Dettenschwanger Quellgeister“.

Die handgemachten Herz-Platzerl will Marianne Scharr jedem Dießener Bürger überreichen und findet das persönlicher als Kugelschreiber. Das Herz symbolisiere den wertschätzenden Umgang mit der Bevölkerung auch außerhalb des Rathauses. Wie sie überhaupt die Bürger bei weitreichenden Entscheidungen mehr ins Boot holen will. Scharr wisse, dass man als Gemeindeoberhaupt einen langen Atem und ein dickes Fell braucht. Aber sie wolle mitgestalten und fürchte sich nicht vor Herausforderungen. Marianne Scharr möchte die Menschen verbinden, ausländische Mitbürger einbinden, Dießen als Künstlerort fördern und sich für Bildung, Vereine und Sport einsetzen. Das Wohnen „im schönsten Ort am Ammersee“ müsse auch für Einheimische bezahlbar bleiben. Natürlich brach Scharr eine Lanze für die Landwirtschaft in Dießen. Man brauche sie nicht nur für regionale Produkte im Supermarkt, sondern auch für die Pflege unserer wertvollen Natur.

Sollte Marianne Scharr am 15. März 2020 vom Bauernhof in das Rathaus wechseln, machen Sohn Christian und ihr Mann weiter mit der Landwirtschaft. Sie drücken der Kandidatin die Daumen wie auch Sohn Roland und die Töchter Lydia und Karina. Damit die Mama für das Bürgermeisteramt kandidieren kann, braucht sie noch 180 Unterschriften von Dießener Bürgern. Dazu liegen im Rathaus Unterschriftenlisten aus. In diesem Tagen wird auch Scharrs Webseitewww.diebuergermeisterin.de mit ständig aktuellen Informationen freigeschalten.

Es wird also immer spannender im Dießener Kommunalwahlkampf, zumal auch die örtliche SPD am 12. Juni das Geheimnis über ihre Kandidatin bzw. ihren Kandidaten lüften will. Da auch Bündnis 90/Die Grünen und die CSU mit eigenen Kandidaten antreten wollen, ist eine Stichwahl nicht ausgeschlossen. Sie würde am 29. März 2020 stattfinden.

Dieter Roettig

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