Es plätschert erst im nächsten Jahr

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Die umfangreiche Sanierung des Marienbrunnens erfolgt entgegen anderslautenden Meldungen aus der Stadtverwaltung noch doch vor Ort am Hauptplatz. Aktuell macht sich ein Arbeiter mit dem Presslufthammer an der alten Bodenplatte zu schaffen.

Landsberg – Der Marienbrunnen bleibt nun doch, wo er ist: Nach einer erneuten Inspektion in der vergangenen Woche entschied das Landsberger Bauamt, dass das Barock-Bauwerk vor Ort am Hauptplatz saniert wird.

Zuvor hatte es von offizieller Seite noch geheißen, dass der Brunnen zerlegt und in Einzelteilen im Bauhof behandelt werden solle. Das sei ein „Missverständnis“ gewesen, wie Andreas Létang von der Pressestelle der Stadt jetzt einräumt.

Nicht der ganze Brunnen, sondern lediglich das Becken habe abgebaut werden sollen, erläutert Létang. Er gibt zudem die Information von Alfons Tschech vom Bauamt weiter, dass man „nach dem Öffnen der Fugen und der Verankerungen der Brunnenwangen“ festgestellt habe, dass ein „Ab­- bauen der Wangen nicht nötig ist und im eingebauten Zustand saniert werden“ könne.

In der Woche zuvor hatte es noch geheißen, das Becken werde auf jeden Fall abtransportiert, da durch die zahlreichen gleichzeitigen Arbeiten auf dem Hauptplatz der Raum zu knapp werde. Nach Informationen des KREISBOTEN wird von einem Abtransport der Brunnenwangen vor allem deshalb abgesehen, weil die über 300 Jahre alten Marmorwände entgegen der ursprünglichen Planung nicht wie vorgesehen in Einzelteile zerlegt werden können.

Tschech präzisiert jetzt auch die weiteren Sanierungsschritte am Marienbrunnen: Den Schäden an den Wangen will man zuleibe rücken, die Fugen neu abdichten, den 20 Zentimeter starken Estrich für die Bodenplatte komplett erneuern, die Zu- und Abläufe austauschen, die zwei Stufen in ein neues Mörtelbett legen und die Beleuchtung austauschen – künftig wird mit LED angestrahlt. Wenn die Brunnenwände dann mit einer „Mikropartikel-Reinigung“ behandelt worden sind, sollen sie versiegelt werden.

Die umfangreichen Arbeiten will der ausführende Steinmetz Först aus Pettstadt möglichst noch in diesem Jahr abschließen, wobei die Maßnahme vom Bamberger Büro ProDenkmal begleitet wird. Dennoch wird der Marienbrunnen vermutlich in der zweiten Saison in Folge komplett stillstehen, da Anschluss der Elektronik und die Programmierung so lange dauern könnten, dass das Wasser erst 2014 wieder plätschert. Dann wird sich auch herausstellen, ob der Brunnen künftig überhaupt noch bepflanzt wird.

In den letzten Tagen konnte am Brunnen nicht viel gearbeitet werden, da in unmittelbarer Nähe die Archäologen mit dem Dokumentieren der zahlreichen Funde beschäftigt waren und die ausführende Baufirma im gesamten oberen Bereich des Platzes zahlreiche Gräben und Schächte aushob – erstmals war der Hauptplatz damit auch für Fußgänger ab der Salzgasse gar nicht mehr zu queren. Dementsprechend wird seit einiger Zeit auch zwischen Fahrbahn und Fußgängerbereich auf der Westseite nicht weiter gepflastert, die Arbeiten ruhen hier bereits seit mehreren Tagen.

Christoph Kruse

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