Eine Regionalmarke für den Landkreis

Die Marke Ammersee-Lech

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Der Landkreis Landsberg hat viel zu bieten. Um das bekannter zu machen, soll eine Regionalmarke eingeführt werden. Deren vorläufiger Name: "Ammersee-Lech".

Landkreis – Das Allgäu hat sie. Starnberg hat sie. Und auch der Landkreis Donau-Ries zeichnet sich aus: durch eine Regionalmarke. Auch der Landkreis Landsberg will sich in die Kreise mit Marke einreihen. Im Kreisausschuss vergangener Woche äußerten sich die anwesenden Kreisräte einstimmig positiv zu dem Vorhaben. Um eine Idee davon zu bekommen, was eine Regionalmarke ist und kann, stellte Veit Meggle, Wirtschaftsförderer des Landkreises Donau-Ries am nördlichen Ende des Regierungsbezirks Schwaben die dort 2016 eingeführte Marke „Donauries“ vor.

Der Hauptgrund, warum Donau-Ries die Marke eingeführt habe, sei der Mangel an Fachkräften, sagt Meggle. Auch der schwäbische Landkreis spüre die Folgen der demografischen Entwicklung: Die meisten Bewohner seien im Alter zwischen 45 und 65 Jahren. Es sei wichtig, Nachwuchs und damit auch Fachkräfte anzulocken. Durch die Marke wolle man den Landkreis bekannter machen: „Wir haben kein schlechtes, sondern gar kein Image.“ Ein weiteres Ziel sei die Identifikation der Landkreisbewohner mit der Marke – und somit die Zufriedenheit mit ihrem Lebensort.

Der Startschuss sei 2013 gefallen. Und der Erfolg zeige sich deutlich: „Wir haben eine rasante Steigerung bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Und die Arbeitslosenquote liegt konstant unter zwei Prozent.“

Angesiedelt wurde der eingetragene Verein im Wirtschaftsförderverband. Die Finanzierung laufe zu 50 Prozent privat, „der Landkreis gibt die gleiche Summe oben drauf“. Inzwischen habe man weit über 200 Markenpartner, darunter 44 Kommunen und zahlreiche Unternehmen, aber auch Vereine seien Mitglied.

Als „Zentrale“ fungiere die Webseite zur Marke, auf der zum Beispiel auch ein Jobcrawler alle im Landkreis verfügbaren Stellenangebote ausfindig mache. Eingeführt wurde auch ein Tag der offenen Unternehmen für Schüler – am Buß- und Bettag, schulfrei, aber kein Feiertag. Insbesondere für Gymnasiasten gebe es eine Projektwoche, in der sie bei lokalen Unternehmen Berufsluft schnuppern könnten. Ebenso habe man einen Stiftungslehrstuhl eingerichtet, „sozusagen eine Außenstelle der Hochschule Augsburg“. Um dem Fachkräftemangel zu begegnen, pflege man auch Kontakte nach Osteuropa, so Meggle, beispielsweise für die Gastro-Branche. Es gebe ein „Bündnis Fachkräfte“ aus Arbeitsagentur, Gewerkschaften, Bauernverband, IHK und anderen. Und man vergebe das Label „Top-Arbeitgeber“: sowohl als Anreiz für Unternehmen wie auch Arbeitnehmer.

„Klappern gehört zum Handwerk“, kommentierte Landrat Thomas Eichinger (CSU) Meggles Vortrag – allerdings durchaus wohlwollend. Er habe oft erlebt, dass der Landkreis Landsberg mit Landshut verwechselt und in Niederbayern lokalisiert werde. Für die Maßnahme setze man rund 145.000 Euro an, das Heimatministerium fördere davon 65 Prozent, für die man „bereits den Finger gehoben habe“. Jetzt warte man auf den Förderbescheid. Sei der da, wolle man eine Arbeitsgruppe bilden, am besten mit jeweils einem Mitglied aus jeder Kreistagsfraktion. Erstes Ziel sei dann, eine geeignete Partneragentur zu finden.

Auf Wilhelm Böhms (CSU) Nachfrage nach der benötigten Stellen zählte Meggle drei Vollzeitstellen auf. Schwierig sei allerdings die genaue Abgrenzung des Landkreises, konstatierte Verwaltungsleiter Andreas Graf. „Die Marke ‚Allgäu‘ hat es da leichter.“ Der bisher angedachte Name sei ‚Region Ammersee-Lech‘.
Susanne Greiner

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