Joe, Ozzy und Ozzys Katze

s‘Maximilianeum holt mit Mark‘n‘Simon Comedy pur ins Haus

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Ozzy Osbourne und Joe Cocker – oder? Der Waliser Mark Nicholas (links) und der Ire Simon Elmore (rechts) geben als Mark‘n‘Simon ganz spezielle Parodien der großen Stars.

Landsberg – Keine Sorge, die beiden Insulaner von jenseits des Ärmelkanals, die kombiniert zu Mark‘n‘Simon werden, leben bereits auf dem Festland. Auch wenn der Waliser Mark Nicholas und der Ire Simon Elmore den britischen Humor eindeutig mit übers Wasser genommen haben. MusiComedy nennen die beiden ihre Kunst des Coverns. Comedy im besten Sinne des Wortes: mit überbordendem Lachfaktor fürs Publikum, aber nie ohne Respekt vor den Großen von damals.

Die ersten Takte von „Angie“ klingen an. Und ja, es muss Keith Richards sein, der da auf der Bühne steht. Wie er schielt, wohl noch in irgendwelchen Sphären gefangen. Und wie er sich lässig die Fluppe über die Lippe in den Mund schnippt – das kann nur er so. Wo Keith ist, darf Mick nicht weit sein. Und siehe da, Jagger mit dicker Lippe und fahriger Arroganz stellt sich neben den alternden Gitarristen. Musik der Stones erklingt nur als Zitat. Mehr ist aber auch nicht nötig. Denn was Mark‘n‘Simon da machen, ist genial. Auch ohne Songs.

Die Kunst der beiden Musiker, die am Ammersee leben und schon seit 1979 durch Europa touren, liegt eindeutig in der Parodie. Die ‚normalen‘, ernsten Cover könnten sie auch weglassen – auch wenn sie im Programm zur Entspannung der Lachmuskeln nicht ungeeignet sind.

Aber Comedy ist ihr wahres Steckenpferd. Allein Mimik und Gestik: Wenn Simon alias Joe Cocker mit Whiskeysflasche in der Hand das Gesicht nach unten drückt, wenn Mark als Ozzy Osbourne eine seiner vielen Katzen – diese heißt Stefan, oder eben Cat Stevens – am Schwanz kreisen lässt und deren Schrei als Intro zu Cockers „With a little Help from my Friends“ entfremdet, dann meint man, die Granden vor sich zu haben. Natürlich komödiantisch verfremdet, aber irgendwie doch immer noch liebevoll nachgezeichnet.

Eine weitere Kunst, die es nicht zu unterschätzen gilt, ist die des Kalauers. Plattheit in Reinformat. Über den Brand in Trumps Privatbibliothek – beide Bücher kaputt –, über den Luftballon mit Platzangst, die Fusion aus Deutscher Post und Telekom zu Kompost oder Olli Kahns Cousin direkt aus Rom: Vati Kahn. Auch Österreich kommt nicht gut weg. Sudoku besteht dort aus einem Feld mit einer Leerstelle. Und Austrias Jojo ist das Klebeband. Vor allem eine Ecke im Publikum kommt aus dem wahnwitzigen Kichern gar nicht mehr raus. Klamauk will gekonnt sein. Und die beiden sind darin Meister.

Dass hinter all dem auch Können steckt, zeigt sich bei Simons „What a wonderful World“-Satchmo-Interpretation. Die einfach mal zum Hinschmelzen ist. Oder bei Marks Elvis-Parodie, bei der er „In the Ghetto“ singt – mit Grönemeyer- und Sinatra-Einsprengseln.

Es ist eine anarchische Kunst, die die beiden Musiker den zahlreich erschienenen Gästen im Stadttheater-Foyer präsentieren. Hauptsächlich den Damen, denn schließlich ist ja Muttertag. Weshalb die Begrüßung „Ladies and ...“ auch kein einziges Mal korrekt vollendet wird. Es ist Comedy, Musik, Slapstick – und eben dieser reine, geniale Blödsinn, zu dem man so wunderbar unbeschwert und herzhaft lachen darf.

Susanne Greiner

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