Für die Jugendarbeit in Kaufering:

Jeder Euro ist gut angelegt

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Der Coronavirus schlägt nun auch bei der Jugendarbeit in Kaufering zu. Die Teestube – Treffpunkt für die Jugend – ist wegen des Virus ab sofort geschlossen. Unser Foto zeigt Pfarrer Jürgen Nitz (links) und Jugendreferent Hannes Fremgen in dem nun etwas verwaisten Treff.

Kaufering – Wenn es um die Jugendförderung geht, sind Kauferings Marktgemeinderäte (fast) alle einer Meinung. Bei nur einer Gegenstimme beschlossen sie jetzt einen jährlichen Personalkosten-Zuschuss für den Jugendreferenten der evangelischen Paulus-Kirche: 25.000 Euro. Sascha Kenzler von der UBI hatte vor der Abstimmung einen flammenden Appel an seine Ratskollegen gerichtet, man möge mit einer breiten der Zustimmung ein deutliches Zeichen für die Jugendförderung setzen. Dem folgten dann auch die Marktgemeinderäte. Ihr Credo war schon immer: Jeder Euro, der in die Jugendförderung geht, ist gut angelegtes Geld.

Seit dem Jahr 2008 zahlt die Marktgemeinde einen jährlichen Personalkostenzuschuss von 15.000 Euro für die Jugendarbeit der St. Paulus-Gemeinde. Den Vereinbarungen lag eine Drittelung der Personalkosten in Höhe von 45.000 Euro für den Jugendreferenten zugrunde. Inzwischen sind die Personalkosten auf rund 75.000 Euro gestiegen. Daher bat Pfarrer Jürgen Nitz um eine Anpassung. In der jüngsten Marktgemeinderatssitzung stellte er zusammen mit dem Jugendreferenten Hannes Fremgen das Konzept der Jugendarbeit vor.

„Unsere Jugendarbeit beruht auf einem 7-Säulen-Konzept“, berichtete der Jugendreferent. Legendär und bekannt ist vor allem die Teestube. Dieser halboffene Jugendtreff jeden Freitag hat sich zum Treffpunkt für die Kauferinger Jugend entwickelt. Obwohl die Teestube vom Papier her eine kirchliche Einrichtung ist, geht es bei diesem Jugendtreff darum, Kontakt mit den jungen Menschen zu bekommen, unabhängig von der Konfession. Pfarrer Jürgen Nitz sagte, die Jugendlichen können sich auf die Hilfe der Kirchengemeinde verlassen, auch in sehr schwierigen Lebenslagen, wie er an einem Beispiel erläuterte.

Bekannt sind auch die Freizeit­aktivitäten der Kirchengemeinde. Besonders begehrt sind die Ferienfahrten. In Norwegen waren die Jugendlichen ebenso wie zum Skifahren. In diesem Sommer steht Sardinien auf dem Programm, falls das Coronavirus keinen Strich durch die Rechnung macht.

Obwohl derzeit alle freiwilligen Leistungen der Marktge­meinde auf dem Prüfstand stehen, und auch die Rechtsaufsicht des Landratsamtes angemerkt hatte, dass diese einer kritischen Prüfung zu unterziehen seien, war es für die Marktgemeinderäte keine Frage, dieser Ausgabe zuzustimmen.

Sascha Kenzler (UBV) legte ein klares Bekenntnis zur Jugendarbeit der Kirche ab. „Hier wird klar, was Sozialarbeit bedeutet“. Für Gabriele Hunger (CSU) war wichtig, dass die Jugendarbeit nicht nur an die Konfession gebunden sei. „Besser kann man es nicht machen“, lobte sie die Aktivitäten. Auch Flora Kurz (SPD) sieht in dem Zuschuss eine sinnvolle Investition. Unerwartet lobende Worte für die Jugendarbeit der evangelischen Gemeinde kamen auch von Grünen-Rat Hans-Jörg Pilz. Für Gabriele Triebel, ebenfalls von den Grünen, kam ein klares Bekenntnis: „Macht weiter so“. Sie finde es hervorragend, dass es in Kaufering so etwas gibt.

Die Pauluskirche gehört nicht nur in der Jugendarbeit zu den aktivsten Kirchengemeinden in Bayern. Vorbildlich ist ihr Engagement auch im musikalischen Bereich oder bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise. Insider sagen, hier werde Gemeinde noch echt gelebt.
Siegfried Spörer

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