Wie gut ist die Volkshochschule?

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Seminarleiter Axel Flörke (vorne links) führte mit seinen Schülern eine Umfrage für die Vhs und deren Leiterin Silvia Frey-Wegele (vorne rechts) durch.

Landsberg – In die Umsetzung eines operativen Marketings wurden 16 Schüler des Ignaz-Kögler-Gymnasiums im Rahmen eines Projektseminars eingeweiht. Um eine Marktanalyse für die Volkshochschule (Vhs) durchzuführen, gründeten die Schüler unter der Leitung von Lehrer Axel Flörke ein eigenes Unternehmen („Verbum“). Das Ergebnis sind zahlreiche Umfrageergebnisse, aus denen die Vhs nun Handlungsmaßnahmen für ihre Kundenbetreuung ableiten kann.

Zu Beginn des eineinhalb Jahre andauernden Projektes stand für Axel Flörke und sein Schülerteam Graswurzelarbeit an: Wie funktioniert Marktforschung und was zeichnet einen guten Fragebogen aus? Bei der Beantwortung dieser Fragen zeigten sich die Schüler äußerst emsig und schoben sogar Extraschichten am Samstagvormittag. In der Landsberger Fußgängerzone starteten die angehenden Abiturienten eine Straßenumfrage, um per „Learning by Doing“ die Grundsätze von Umfragen selbst zu erforschen. „Die Schüler lernen auch, mit Abweisung zurechtzukommen und wie sie mutig auf fremde Leute zugehen,“ schildert Flörke, der in dieser Übung eine wertvolle Lernaufgabe für seine Schützlinge sieht.

Nachdem die Schüler von ihrem Wirtschaftslehrer und Seminarleiter ausreichend in die Materie der Marktforschung eingeführt waren, folgte der nächste Schritt im Projekt: Erstmals beschäftigte sich die Gruppe mit der Vhs, für welche später ein aussagekräftiges Ergebnis zur Kundenbetreuung mittels einer Umfrage vorgelegt werden sollte. Wie zuvor in der Theorie gelernt, stand zunächst eine umfangreiche Analyse an, im Marketing-Jargon als SWOT bezeichnet. In dieser Gegenüberstellung von Stärken und Schwächen nahmen die Schüler verschiedene Kernbereiche der Volkshochschule unter die Lupe. Beispielsweise wurden Finanzen, Räumlichkeiten, Werbeauftritt und Angebote beleuchtet, wobei die Schüler schnell die Herausforderungen der Einrichtung ausgemacht hatten: Die hohe Nachfrage an Deutschkursen, die durch die Flüchtlingswelle zuletzt entstand, sei für die Vhs ebenso schwer zu bewältigen wie die räumlichen Gegebenheiten. Der Denkmalschutz am Gebäude mache die Umsetzung der Barrierefreiheit unmöglich, berichteten die Schüler im Pressegespräch.

Akribisch wurde dann an einem Fragebogen gefeilt, in dem weitere Ergebnisse ermittelt werden sollten. Vhs-Leiterin Silvia Frey-Wegele freute sich über das Engagement der Schüler: „Es ist schön, dass sie sich auch für Erwachsenenbildung interessieren.“ Als der Bogen schließlich fertiggestellt war, verteilten ihn die Vhs-Gruppenleiter in ihren Kursstunden, wodurch insgesamt über 350 Leute die 43 Fragen beantworteten. Über die Resultate dürfte Frey-Wegele durchaus erfreut sein – in nahezu allen Belangen schnitt ihre Hochschule gut bis sehr gut ab.

Aus Vhs-Sicht primär entscheidend: 97 Prozent der Befragten sind zufrieden mit der Volkshochschule, ebenso viele würden eine Weiterempfehlung aussprechen. Auch der Standort wird sehr positiv gesehen: 90 Prozent haben in dieser Hinsicht Zufriedenheit signalisiert, wobei die Parksituation direkt am Hauptplatz nicht allzu kritisch wahrgenommen wird. Nur etwa ein Drittel moniert die mangelhaften Abstellmöglichkeiten für ihren Pkw.

Die Umfrage, in der die Frauenquote bei 70 Prozent lag und etwa die Hälfte aller Teilnehmer einen akademischen Abschluss hat, thematisierte auch die Inhalte, welche zuvor die Schüler schon inspiziert hatten: Mit dem Angebot der Vhs sind nur acht Prozent nicht zufrieden, das Preis-/Leistungsverhältnis stimmt ebenfalls für die meisten. Ein minimaler Kritikpunkt, den der Fragebogen ans Licht brachte, ist der Geräuschpegel und die Klimatisierung der Räume – bedingt durch die Hauptplatzlage und den Denkmalschutz.

Dennoch hofft Projektteilnehmer Michael Kurz, „dass das Projektergebnis für die Vhs hilfreich ist und das kundenorientierte Handeln davon profitiert.“ Axel Flörke lobte seine Schüler: „Das war eines der besten P-Seminare.“

Marco Tobisch

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