Lecker speisen am Ammersee:

Indische Pizza im Dießener Bahnhof?

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In den Dießener Bahnhof wird ziemlich sicher ein Pizza-Heimservice mit angeschlossenem Lokal einziehen.

Dießen – Der Trend ist in ganz Deutschland zu beobachten: Traditionsgaststätten müssen aus den verschiedensten Gründen schließen und tun sich schwer bei der Suche nach einem neuen Betreiber. Retter in der Not sind da sehr oft Italo-Wirte, die aus einem „Goldenen Hirschen“ flugs die tausendste Pizzeria „Venezia“ zaubern.

„Pizza geht immer“, dachten sich wohl auch Verwaltung und Marktgemeinderat in Dießen, die seit über zwei Jahren auf der Suche nach einem neuen Pächter für die verwaiste Gaststätte im Bahnhofsgebäude sind. Die Suche war jetzt erfolgreich, wie Geschäftsleiter Karl Heinz Springer gegenüber dem KREISBOTEN bestätigte. Einen Namen nennt er nicht. Noch ist es inoffiziell, aber in der Gerüchteküche steht Pizza ganz oben auf der Speisekarte.

Dem Vernehmen nach soll der „Dießener Pizza-Heimservice“ von der Prinz-Ludwig-Straße 6 demnächst ins Bahnhofsgebäude umziehen. Entgegen dem Deutschland-Trend wird das seit Jahren in Dießen erfolgreiche Unternehmen aber nicht von einem Italiener geleitet, sondern von einem fleißigen Inder. Und der will neben dem Pizza-Lieferservice auch eine entsprechende Gaststätte im Dießener Bahnhof eröffnen. In dem Gebäude befinden sich noch die Postagentur sowie die Tourist-Info.

Das Geschäft mit der Pizza wird im restaurierten Bahnhof sicher besser laufen als das mediterrane Lokal „Va Béne Mercatino“, das Daniel Hauer vor drei Jahren eröffnete und bald darauf schon wieder schloss. Grund war unter anderem die fehlende Außen­terrasse. Und Hauers Unterpächter Jörg Lattek blieb weiter mit seiner Kaffeerösterei im vorderen Teil des Gebäudes und richtete ein schickes kleines Café ein – das allerdings nur provisorisch.

Denn die Marktgemeinde Dießen als Eigentümerin des ehemaligen Bahnhofsgebäudes sucht händeringend einen neuen Gesamtpächter für das 218 Quadratmeter große Objekt. Und so hat man Latteks Mietverhältnis immer wieder nur kurzfristig verlängert. Als monatliche Pacht wurden von der Gemeinde 1.800 Euro zuzüglich Nebenkosten in der Ausschreibung angegeben. Dazu muss der neue Pächter die Ausstattung für das Lokal selbst stellen.

Als alle Bewerber mit ihren vorgelegten Konzepten scheiterten, schaltete die Gemeinde Fachmakler ein, die aber auch nicht erfolgreich waren. Da passte es gut, dass die Räumlichkeiten des „Dießener Pizza-Heimservice“ in der Prinz-Ludwig-Straße 6 gekündigt wurden. Die indische Familie stellte sich im nicht öffentlichen Teil der jüngsten Gemeinderatssitzung vor und wurde wohl akzeptiert. Des einen Freud, des anderen Leid: Kaffeeröster Jörg Lattek sucht händeringend nach einer Bleibe.
Dieter Roettig

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