Gemeinde macht 60.000 Euro locker

Ein neuer Skatepark für Dießens Jugend

Dießen - Skateranlage - MTV-Gelände
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Über Nacht wurden die Rampen der Skateranlage beim Dießener MTV-Gelände abgebaut. Jetzt soll hier ein größerer Skaterpark entstehen, der nach Süden in den ehemaligen Eisplatz überläuft. Die Basketballkörbe werden in die Mitte verlegt.

Dießen – Was hat es nur für empörte Kommentare in den sozialen Medien gegeben, als quasi über Nacht die Skateranlage auf dem Gelände des MTV Dießen abgebaut wurde. Die Jugend fühlte sich übergangen, weil man sie über das plötzliche Aus ihres belieb­ten Treffpunkts nicht informiert hatte. In der jüngsten Gemeinderatssitzung gab es Aufklärung und eine gute Nachricht: Bis zum Frühjahr 2021 wird es eine neue und erweiterte Skateranlage geben, für die die Gemeinde 60.000 Euro locker macht. 

Die zweite gute Nachricht vernahmen die vielen Jugendlichen auf den Zuschauerplätzen mit Genugtuung. Die aufgrund eines negativen Sachverständigen-Gutachtens abgebauten Rampen werden zeitnah vom Bauhof wieder instand gesetzt und vorübergehend an alter Stelle aufgestellt. Ob das während des aktuellen Lockdowns geschieht, ist allerdings fraglich. Da man Kontakte reduzieren muss und die Benutzung von Freizeitanlagen minimiert wurde, wird man die Entwicklung abwarten.

Die Rampen nördlich des ehemaligen MTV-Eisplatzes und östlich der Soccerbox waren in die Jahre gekommen und mussten immer wieder repariert werden. Aus Sicherheitsgründen ordnete ein Sachverständiger schließlich den kurzfristigen Abbau an.

Die Marktgemeinde hatte allerdings bereits 2019 geplant, die Sanierung und Erweiterung des Skaterplatzes anzugehen. Im Haushalt 2020 wurden für dieses Vorhaben 30.000 Euro eingestellt. Auf Antrag von Jugendreferent Frank Fastl (Freie Wähler) wurde diese Summe mit 18:4 Stimmen auf 60.000 Euro aufgestockt. Damit sollen eine Begrenzung sowie der Übergang zum nördlichen Eisplatz finanziert werden. Denn die bisherige relativ kleine Skaterfläche wird in Richtung Süden erweitert. Die dort angebrachten Basketballkörbe werden in den Mittelteil verlegt. Der südliche Teil bleibt für die Eisstockschützen erhalten.

Mit Plattform

Für den vergrößerten Skaterplatz werden zu den reparierten alten Rampen zwei neue TÜV-gerechte Plattformen angeschafft, eine sogenannte Miniramp und eine Quaterpipe. Kosten: rund 27.000 Euro. Der alte Platz und die Erweiterung werden mittels einer Betonwelle oder einer Betonplattform verbunden. Auf Anregung von Hanni Baur (SPD) soll auch der Untergrund optimiert werden.

Im Zuge der Planungen fanden in den vergangenen Wochen mehrere Gespräche mit Bürgermeisterin Perzul, ihrem Vize Roland Kratzer, Jugendreferent Frank Fastl, Sportreferent Marc Schlüpmann und MTV-Vorstand und Gemeinderat Volker Bippus statt. Dabei wurde das Engagement der Jugendlichen und jungen Erwachsenen gelobt, die sich in die Planung und Gestaltung einbrachten und auch beim Aufbau der Rampen helfen wollen.

Bis dahin wird die Verwaltung die imissionsschutzrechtlichen Belange im Hinblick auf die Wohnungen auf dem MTV-Gelände, der Gaststätte „Veranda“ und dem benachbarten „Strandhotel“ prüfen. Mit dem MTV, der den Grund vom Freistaat gepachtet hat, muss eine Nutzungsvereinbarung geschlossen werden.

Ohne Leader-Förderung

Die Marktgemeine realisiert den neuen Skaterpark übrigens ohne eine mögliche Förderung durch das Leader-Programm. Dies würde das Projekt derart in die Länge ziehen, dass die jetzt aktive Jugend aus dem Skater-Alter herausgewachsen wäre. Ein abschreckendes Beispiel für das schwerfällige Zusammenspiel mit Leader ist schließlich die Soccerbox nebenan. Da kann Jugendreferent Frank Fastl ein vielstrophiges Lied davon singen.
Dieter Roettig

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