Gute Luft im Luftkurort

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Ein Höhepunkt des letzten Jahres war abseits der Gemeindepolitik für Bürgermeister Kirsch die Einführung des neuen Pfarrers Josef Kirchensteiner (rechts) im Marienmünster. Hier wird im Anschluss mit Mineralwasser angestoßen.

Dießen – Rückblick mit Zufriedenheit, Ausblick mit Zuversicht! Auf diesen Nenner kann man die Jahresbilanz 2015 von Gemeindeoberhaupt Herbert Kirsch bringen, die er jetzt seinen 23 Marktgemeinderäten präsentierte. Eine Bilanz des Fleißes: In 34 Sitzungen inklusive Bau-, Umwelt-, Finanz- und Rechnungsprüfungsausschuss wurden 547 Beschlüsse gefasst. Zum Wohle der mit 10.853 Einwohnern größten Gemeinde am Ammersee West­ufer.

Damit wuchs die Bevölkerung im letzten Jahr um 72. Obwohl 140 Sterbefällen nur 64 Geburten gegenüberstanden. Das Standesamt konnte außerdem 86 Eheschließungen beurkunden, wobei drei Trauungen ganz romantisch mitten im See auf dem Schaufelraddampfer „Dießen“ erfolgten. Im Bereich des Marktes Dießen leben derzeit 873 ausländische Bürger, davon 119 Asylbewerber vornehmlich aus Afghanistan, Syrien und dem Kosovo.

Diese Zahl wird bis Mitte Februar steigen, wenn rund 60 Flüchtlinge im Evangelischen Freizeitheim im Ortsteil Riederau untergebracht werden. Viele ehrenamtliche Kräfte aus dem Netzwerk Asyl Ammersee kümmern sich um die Asylbewerber, wobei die Volkshochschule mit ihren durch die Gemeinde finanzierten Deutschkursen bei der Integration mithilft. Erfreulich für den Fremdenverkehrs- und Luftkurort Dießen (535 bis 678 Meter über dem Meeresspiegel) ist die lufthygienische Beurteilung der LMU München: Die Stickstoffdioxidbelastung hat sich gegenüber dem letzten Begutachtungszeitraum 2009/2010 verringert.

In den nächsten Jahren könnte die Bilanz noch besser ausfallen, da Mühlstraße und Fischerei nach dem Ausbau jetzt verkehrsberuhigte Zone sind. Übrigens eine der aufwendigsten und teuersten Baumaßnahmen des letzten Jahres. Im Schritttempo müssen hier jetzt Autos zum sanierten Bahnhof fahren. Neben Post und Touristinfo hat sich das neue Bistro bereits nach kurzer Zeit bestens etabliert, wobei es mit dem Pächter noch bezüglich Kiosk und Mehrzweckraum einiges zu klären gibt. Der abgesegnete Neubau des abgebrannten Kiosks in den Seeanlagen dürfte sich verschieben, nachdem 1.377 Dießener ein Bürgerbegehren gegen den Entwurf durchgesetzt haben.

Bei den Strandbädern in Riederau und St. Alban gab es trotz gestiegener Einnahmen dank des langen Traumsommers eine Änderung. Riederau-Pächter Frank Seiffert wechselt nach St. Alban. Und für Riederau wird noch ein neuer Pächter gesucht. Beim Campingplatz St. Alban und dem Segelclub wird sich auch einiges tun, nachdem der Kreistag grünes Licht für den Bau eines Bootshauses und Stegs für das Ammersee-Gymnasium signalisiert hat. Der Besuchermagnet „Dießener Töpfermarkt“ hat im vergangenen Jahr etwa 45.000 Gäste aus ganz Deutschland an den Ammersee gelockt.

Für den kommenden Markt (5. bis 8. Mai) muss sich die Jury aus 315 eingereichten Bewerbungen für die zugelassene Zahl von 155 Teilnehmern entscheiden. Bezüglich der seit Jahren geforderten Radwege von Dießen nach Fischen, Pähl und Raisting hat sich einiges getan. Im Zusammenwirken mit den Gemeinden Dießen, Raisting und Pähl wurde eine Broschüre mit allen Fakten erstellt, die man unter wwww.diessen.de downloaden kann. Wie übrigens auch den 19-seitigen Jahresreport.

In chronologischer Reihenfolge listet er alle wichtigen Ereignisse des Jahres 2015 in Dießen auf, von A wie Asyl über F wie Fischerstechen und M wie Markthalle bis Z wie Zebrastreifen-Fake von unbekannten Spaßvögeln. Dazu Sporterfolge, Jubiläen, Personalien und auch Todesfälle bekannter Dießener. Alles in allem ist der Report eine lesenswerte Chronologie einer lebendigen Gemeinde, die ihren Bürgern viel bietet.

Dieter Roettig

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