Für mehr Fahrradmobilität

Dießen gibt Finanzspritzen für E-Lastenräder

Lastenfahrrad - Dießen - Antje Rauch
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Ist in Dießen nur noch mit ihrem E-Lastenfahrrad unterwegs: Antje Rauch mit Sohnemann Anton (5) und King Charles-Hündchen „Liesel“.
  • Dieter Roettig
    vonDieter Roettig
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Dießen – Lastenräder haben sich längst vom Nischenprodukt zum begehrten Zweitwagen-Ersatz gemausert. Nach dem Motto „Ab in die Kiste“ nutzen nicht nur Handwerker oder Lieferdienste die flinken und umweltfreundlichen Cargo-­Bikes mit E-Antrieb. Immer mehr junge Mütter und Väter sieht man vollgepackt mit Kindern, Hunden und Einkäufen durch die Gegend flitzen. 

Da der Trend auch in Dießen nicht zu übersehen ist, hatte der Marktgemeinderat bereits Ende Oktober 2020 auf Anregung der Freien Wähler beschlossen, ein Förderprogramm zur Beschaffung von E-Lastenrädern und E-Anhängern aufzulegen. Dießener Bürger mit Erstwohnsitz sowie gemeinnützige Vereine und Organisationen können ab sofort Anträge im Rathaus stellen.

Laut der bei der jüngsten Gemeinderatssitzung einstimmig verabschiedeten Richtlinie werden E-Lastenfahrräder mit 25 Prozent des Neupreises, maximal jedoch mit 1.500 Euro gefördert. Auch Fahrrad-Anhänger mit E-Antrieb werden mit 25 Prozent der Anschaffungskosten gefördert, höchstens jedoch mit 500 Euro. Gebrauchte Lastenräder und Anhänger sowie an herkömmlichen Rädern vorgenommene Umbauten sind nicht förderfähig.

Mit dem Programm soll laut Bürgermeisterin Sandra Perzul ein Anreiz geschaffen werden, auf kürzere Fahrten mit dem Auto zu verzichten. Zudem käme ein Umstieg der Luftqualität zugute, würde den Verkehrslärm reduzieren und einen Beitrag zur Lebensqualität in Dießen leisten.

Der Weiterverkauf eines geförderten Lastenrads oder Anhängers ist frühestens 36 Monate nach Bewilligung zulässig. Wer sich vor Ablauf dieser Frist von seinem Gefährt trennt, muss den Zuschuss anteilig für jedes nicht genutzte Quartal an die Gemeinde zurückzahlen.

Da das zunächst für ein Jahr aufgelegte Förderprogramm nur mit 15.000 Euro ausgestattet wurde, gilt bei der Beantragung das sogenannte „Windhundprinzip“ beziehungsweise „First come, first serve“. Das heißt, nur die zeitliche Reihenfolge der Antragstellungen ist entscheidend.

Grünenrat Dr. Holger Kramer (Grüne) begrüßte bei der Vorstellung das Förderprogramm als Impuls und wichtigen Baustein in der Verkehrswende. Ein wenig praxisfremd indes erscheint der Vorschlag von Fraktionskollegin Miriam Anton. Demnach sollten Zuschüsse nur solche Familien bekommen, die nachweislich ihren Zweitwagen abschaffen und zudem die Fahrradbatterien mit Ökostrom aufladen.

Die Initiative der Freien Wähler in Dießen wurde durch das erfolgreiche „Förderprogramm Radverkehr“ der Stadt Weilheim angeregt. Auch hier werden E-Lastenräder und E-Anhänger bezuschusst.

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