"Einfach nur zuhören"

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Elke Puskeppeleit (2. v. r.) kümmert sich als Asylsozialberaterin im nördlichen Landkreis Landsberg zusammen mit ihrem Ehemann Kurt (r.) um die Flüchtlinge.

Kaufering – 117 Flüchtlinge sind derzeit in Kaufering an drei Standorten in Wohnungen des Landkreises untergebracht. Ein Grund für den Marktgemeinderat, sich einmal intensiv mit den Problemen vor Ort zu beschäf- tigten. Dazu hatte Bürgermeister Erich Püttner Elke Puskeppeleit eingeladen. Sie ist Asylsozialberaterin für den nördlichen Landkreis Landsberg und beim Evangelischen Gemeindeverein e.V. der Pauluskirche Kaufering angestellt.

Sie kam nicht allein. Viele ehrenamtliche Helfer und Diakon Alfred Mayer von der Kauferinger St. Paulus-Gemeinde kamen als Zuhörer zur Markt- gemeinderatssitzung, die von der 2. Bürgermeisterin Gabriele Triebel geleitet wurde, da Rathauschef Erich Püttner kurzfristig wegen Krankheit verhindert war. Für Gabriele Triebel war es ein großes Anliegen, wie sie selbst betonte, das Thema in den Marktgemeinderat zu bringen. „Wir können gar nicht ermessen, in welchem sicheren Land wir leben“, sagte die Bürgermeisterin. „Nun können wir ein Stück Sicherheit weiter geben“. 

Eine der wichtigen Erkenntnisse des Abends war aber, dass man sich nicht nur um die Asylbewerber kümmern muss. „Man muss auch mit den Anwohnern rund um die Wohnungen sprechen und sich ihre Sorgen anhören“. In der Tat hatte es bei einer der Wohnungen Probleme und Anwohnerbeschwerden gegeben. Elke Puskeppeleit und ihr Ehemann Kurt engagieren sich seit Jahren in der Hilfe für Flüchtlinge. Sie berichtete von oft traumatisierten Menschen, die Furchtbares erlebt haben und jetzt oft in der Ungewissheit leben, was mit ihren Angehörigen ist. 

Beispielsweise wenn der „Islamische Staat“ nur ein paar Kilometer vor dem Dorf steht, wo Angehörige leben. Oft hilft es schon mit den Flüchtlingen zu reden und ihnen zuzuhören. Wichtigster Punkt für die Integration ist das Lernen der deutschen Sprache. Kurt Pus- keppeleit betonte außerdem, dass sich die Erkenntnis durchgesetzt habe, sofort nach der Ankunft mit den Sprachkursen zu beginnen. Ein besonderes Lob erhielt die Kauferinger Volkshochschule unter der Leitung von Eva Licciadello, die mit ihren kostenlosen Kursen sehr geholfen habe, die Flüchtlinge zu integrieren. 

Elke Puskeppeleit berichtete auch vom guten Willen der Flüchtlinge, sich zu integrieren. Sie wollen helfen und sich nützlich machen. So hätten Kauferinger Asylbewerber beim Beladen von LKWs mitgeholfen, die Spenden nach Osteuropa brachten. Der Bauhof koordiniert auch andere kleine Hilfsarbeiten, beispielsweise Laub- fegen in Schulen. Es sind aber vor allem die praktischen Hilfestellungen im Alltag, die den Menschen aus den Bürgerkriegsländern und der Dritten Welt helfen, sich in unserer Welt zurecht zu finden. Darüber berichtete eine der ehrenamtlichen Helferinnen. Sie betreut syrischen Familien und Flüchtlinge aus Afrika. Nach ihren Worten sind es oft die kleinen Dinge des Lebens, wo man helfen könne. 

Hilfe bei der Reparatur 

So traute sich eine Mutter mit ihrem Kind nicht auf den öffentlichen Spielplatz. Der Mutter konnte schnell geholfen werden. Die Menschen im Dorf zu begleiten und ihnen zeigen, wo der Flohmarkt oder der BRK-Kleiderladen ist, gehört zum Spektrum der Helfer, aber auch die Unterstützung beim Ausfüllen von Behördenformularen, Hausaufgabenhilfe für die Kinder oder Hilfe bei der Wohnungssuche. „Wir suchen immer ehrenamtliche Helfer“, betonte Elke Puskeppeleit. Aktuell wird jemand gesucht, der bei den Fahrradreparaturen helfen kann. 

Aber auch Menschen, die einfach nur zuhören, mit den Asylbewerbern gemeinsam kochen oder backen und auch Gespräche über Sitten und Gebräuche in Deutschland führen, sind willkommen. Angeboten worden seien auch Mutter-Kind-Kurse über gesunde Ernährung. Gerade junge Mütter seien in der Fremde besonders auf Rat und Unterstützung angewiesen. Einige Babys seien unterwegs, fügte Puskeppeleit hinzu.

Siegfried Spörer

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