Unzeitgemäß und ungewöhnlich

Kaufering – 876000 Euro sollen aus dem Kauferinger Verwaltungshaushalt 2013 in den Vermögenshaushalt gehen – „das ist zwar nicht schlecht“, meinte Kämmerer Winfried Plaß im Finanzausschuss, „zusammen mit der niedrigen sollten wir dann bei rund einer Million sein, aber die anderen Kosten nagen eben.“

Was man sich angesichts der angespannten Finanzlage überhaupt noch leisten kann, wird dann in dieser Woche angesprochen, wenn der Ausschuss über die Investitionen für das kommende Jahr berät.

Bürgermeister Erich Püttner.

Im Verwaltungshaushalt gab es dagegen naturgemäß nicht viele Möglichkeiten, zu sparen. Einige Themen waren Hans Koch (SPD) allerdings ein Dorn im Auge: „Wir können uns die Theatergemeinde so nicht mehr leisten. Seit drei Jahren ist das bei uns ein Gesprächsthema, passiert ist nichts.“ Mit diesem Bereich der Kulturpflege fährt die Marktgemeinde jährlich ein Defizit von gut 20000 Euro ein. Auch die Ausgaben für die Landsberger Musikschule (17000 Euro) stellte Koch zur Disposition. „Das Thema kommt Anfang des Jahres auf die Tagesordnung im Marktgemeinderat“, versprach Bürgermeister Erich Püttner, wie auch der Jugendrabatt im Lechtalbad (5000 Euro), den Koch „nicht mehr zeitgemäß“ findet.

Kein Spielraum

Bei anderen größeren Posten hat die Kommune dagegen keinen Handlungsspielraum. Der Schulverbund mit der Mittelschule Weil etwa ist erfolgreich, damit aber auch teuer. 66000 Euro bezahlen die Kauferinger für ihre Schüler in Weil, dazu kommen noch einmal 30000 Euro Beförderungskosten.

Ebenfalls nach oben gehen die Kosten für den Unterhalt der Straßenbeleuchtung im Markt – statt wie bisher 10000 sind jetzt 45000 Euro für Reparaturen eingeplant. Ein Teil davon ist für den Bereich in der Bayernstraße fällig, in dem die sichtlich vom Rost angefressenen Lampen noch nicht erneuert wurden. Dort muss in jedem Winter eine teure Standfestigkeitsprüfung gemacht werden. 

Allerdings besteht hier ein ungewöhnliches Zuständigkeitsverhältnis, das einigen Räten nicht einleuchten wollte: Bezahlt hat die Beleuchtung die Gemeinde Kaufering, sie ist aber im Eigentum der LEW, für Wartung und Reparaturen zahlt wiederum Kaufering. „Das ist ein uralter Vertrag, das Konstrukt ist so, ich kann nicht sagen, warum“, so Andreas Giampa von der Tiefbauverwaltung. Spätestens 2014 ist das Problem hinfällig, dann soll die Beleuchtung zwischen dem Kreisverkehr und dem Rathaus komplett erneuert werden. „Wir werden vorher wahrscheinlich die Lampen für null Euro übernehmen, bezahlt haben wir sie ja schon“, blickte Bürgermeister Erich Püttner voraus. „Danach kommen wir damit auch in die Förder-programme rein, das geht bisher ja noch nicht.“

Teure Baufehler

Die neue Turnhalle bei der Kauferinger Grundschule in Lechfeldstraße war 2007 schnell gebaut, ob sie auch gut gebaut wurde, scheint nun aber zweifelhaft: Einen Sanierungsbedarf von 205000 Euro stellt die Gemeinde in den Haushalt für das Gebäude ein, das damals in nur sechs Monaten hochgezogen worden war. Offenbar wurden gravierende Fehler gemacht, wie laut Hermann Bader von der Hochbauverwaltung inzwischen offiziell feststeht. „Das Gutachten ist da, das gesamte Dach muss mit Sicherheit bis zur Dampfsperre runter und neu aufgebaut werden.“ Auch in anderen Gebäudeteilen besteht Handlungs-bedarf, in einigen Fächern in den Wänden „fehlt die Dämmung bis in 1,80 Meter Höhe“, so Bader. Die Halle muss deshalb außerdem von Schimmelbefall befreit werden.

Die Sanierungskosten werden die Marktgemeinde nicht treffen, so Bader: „Das fällt noch unter die Gewährleistung.“ Bei der Kommune bleiben allerdings die Kosten für den Gutachter – voraussichtlich 12000 Euro – hängen und der Betrag, um den das neue Dach teurer wird, falls man sich für eine hochwertigere Variante entscheidet. Christoph Kruse

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