Am Marktsonntag:

Ein Süppchen nur für die Altstadt

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"Marktsonntage nur für die Innenstadt, nicht für den Außenbereich, nicht fürs Fachmarktzentrum", das hätte Stadträtin Edelgard Dörre "gerne ausprobiert.“

Landsberg – Sie hält mit ihrer Meinung nicht lange hinterm Berg, sagt auch im Stadtrat, was sie denkt und weicht damit schon mal von der Linie ihrer Fraktion (CSU) ab: Edelgard Dörre. Jetzt ließ die parteilose Rätin damit aufhorchen, dass Marktsonntage allein den Innenstadt-Händlern vorbehalten sein sollten.

„Unabhängig von ihrer Fraktion“ hatte Dörre bereits Anfang März eine „schnellstmög­liche Überprüfung und Änderung der Parkgebühren“ eingefordert – als „Vertretung der Innenstadt bzw. der Einzelhändler“, so der Wortlaut in ihrem Antrag an den Oberbürger­meister. Da dies aber zu einem Defizit von rund 600000 Euro in den städtischen Tiefgaragen geführt hätte, schloss sie sich der CSU-Linie an. Allerdings betonte Dörre ausdrücklich, dass die Gastronomie in der Altstadt seit Einführung der neuen Parkgebüh­ren „bis zu 50 Prozent“ weniger Umsatz verzeichnete. Und auch der Einzelhandel mache „definitiv“ weniger Geschäft.

Nun ist es wohl an der Stadt, für einen Ausgleich zu sorgen. Dem Antrag von SPD-Fraktionschef Dieter Völkl, ein Konzept zur Steigerung der Altstadt-Attraktivität zu entwickeln, folgte der Stadtrat einstimmig. „Wir müssen die Leute wieder in die Innenstadt bringen“, so Völkl.

Dörre war mit ihm. Ihr Vorschlag: „die Marktsonntage nur für die Innenstadt, nicht für den Außenbereich, nicht fürs Fachmarktzentrum – das hätte ich gerne ausprobiert.“

Rechtlich sei so etwas durchaus möglich, erläuterte Ordnungsamtsleiter Ernst Müller, vorausgesetzt, der Stadtrat legt vorab den Innenstadtbereich fest. Allerdings habe er, Müller, „erhebliche Zweifel“ am Erfolg so einer Beschränkung. „Viele Kunden kaufen erst außen ein und kommen dann in die Innenstadt.“ Dörre kündigte dennoch an, ihr Ansinnen in einem Antrag detailliert zu formulieren und diesen dann nachreichen zu wollen.

Der avisierte Ausschluss des Außenbereiches sorgte im Plenum für Erstaunen, war es doch die Mitinhaberin eines Kosmetikstudios im Vorderanger, die sich eine Woche zuvor an selber Stelle vehement für die Ansiedlung eines Drogeriemarktes am Penzinger Feld ausgesprochen hatte. Das sei ein „zusätzlicher Magnet für Landsberg“, sagte Edelgard Dörre, das gelte auch für ein weiteres Bekleidungsgeschäft im Osten der Lechstadt. Allerdings müsste jeweils die Verknüpfung mit der Innenstadt sichergestellt sein.

Der Einzelhandelsreferent des Stadtrates, Gunnar Kahmke (SPD), hält von Dörres Vorschlag absolut nichts. „Wir können die für Landsberg so wichtigen Außenbereiche nicht einfach ausschließen.“

Auf Anfrage des KREISBOTEN räumt AG Innenstadt-Sprecher Tobias Frage ein, dass man das Konzept der Marktsonntage schon „überdenken“ könnte. Diese aber nur für die Innenstadt anzusetzen werte er als „Privatmeinung von Frau Dörre“. Eine Absprache darüber „hat es mit uns nicht gegeben“.

Toni Schwaiger

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