Ein schauriges Haus

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Der 13-jährige Markus Ücker ist ein richtiger Lausbub, doch mit seiner Vorlesestimme eroberte er beim Wettbewerb in Dießen sofort das Herz der Zuhörer.

Dießen/Landkreis– Seit vier Jahren ist er eine Engelsstimme und manchmal auch der Lausbub – am Dienstag hat er sich an die Spitze des Landkreises gelesen: Markus Ücker aus Weilheim ist diesjähriger Landkreissieger im Lesewettbewerb des Deutschen Buchhandels.

Der 13-jährige Schüler des Rhabanus-Maurus-Gymnasiums in der Erzabtei St. Ottilien setzte sich gegen zwölf Mitbewerber durch, die in der Carl-Orff-Schule (COV) Dießen zum Wettstreit angetreten sind. Markus Ücker geht als letzter Schüler an den Lesetisch in der Aula. 200 Augenpaare richten sich gespannt auf ihn. Gelassen schaut er auf den Tisch der Jury. Dann stellt er routiniert, lässig und wortwitzig sich selbst und sein bevorzugtes Buch „Das schaurige Haus“ vor. Einen Gruselroman von Martina Wildner. Danach setzt er sich, rückt das Mikrofon zurecht und liest mit großem Charme, fein pointiert und mit ansprechender Modulation ein Kapitel aus dem Jugendkrimi vor. Er wechselt zwischen Hochdeutsch und Boarisch, zieht die Zuhörer in seinen Bann und lockt sie mitten hinein in die Geschichte. Letztlich haben alle Lust, das ganze Buch kennenzulernen. Eine Stunde vor Beginn des Vorlesewettbewerbs sei er mit seinen Freunden schon in der Schulaula gewesen, erzählt Barbara Loder, Lehrerin der COV und Leiterin des schuleigenen Lesestudios: „Mit der Ammerseebahn sind die Buben, die in St. Ottilien lernen und in Weilheim wohnen, angekommen.“ Mit seinem Erfolg als bester Vorleser im Landkreis hat sich Markus für den Bezirksentscheid qualifiziert. Erstmals, berichtet Schulrektor Michael Bauer, seien die Schulsieger aus den Mittelschulen, Realschulen und Gymnasien beim Vorlesen zusammengefasst. Im Landkreis zwischen Ammersee und Lech beteiligten sich 15 von 20 Schulen. Der Vorlesewettbewerb wird seit 1959 jedes Jahr vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels zusammen mit Buchhandlungen, Bibliotheken, Schulen und kulturellen Einrichtungen veranstaltet. „In Dießen“, so hielt Bürgermeister Herbert Kirsch, der als Schirmherr die Veranstaltung begleitet, „gibt es nur Sieger.“ Immerhin sind die Vorleser auf Kreisebene schon mal in ihren Schulen Sieger gewesen und beim Landkreisentscheid, so Kirsch, hätte sich alle miteinander tapfer geschlagen, spannende Bücher präsentiert und sich mutig dem Auditorium und der Jury gestellt. „Ich selber freue mich schon immer auf den Wettbewerb“, fährt der Bürgermeister fort. Dadurch wisse er immer, welche Jugendbücher gerade aktuell sind. Bei der Preisverleihung übergab Schulamtsdirektor Konrad Lemnitzer Urkunden und Bücher an alle Teilnehmer und betont, dass „Lesen können der größte Gewinn überhaupt ist.“ Lesen entwickle die Phantasie, man lerne laufend Neues und habe viel Freude dabei, „und ohne Lesen funktioniert das Lernen überhaupt nicht.“ Er wünscht den Jugendlichen, dass sie immer mit guten Büchern versorgt sein mögen und wann immer sie Literatur benötigen, den Weg zu einer guten Bibliothek finden.

Beate Bentele

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