Massenweise neue Bäume

Bäume im Akkordtempo pflanzen: moderne Technik macht’s möglich. Foto: Schmid

So groß wie 17 Fußballfelder ist die Fläche, auf der das Staatliche Bauamt Weilheim derzeit neuen Wald pflanzen lässt: In Zusammenarbeit mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Fürstenfeldbruck werden entlang der B 17 bei Denklingen, Unterigling und Hurlach gerade insgesamt rund zwölf Hektar neue Bäume und Sträucher gesetzt.

Die Bepflanzungen dienen dabei als Ausgleichsflächen für den Waldverlust, der im Zuge des dreistreifigen Ausbaus der B 17 sowie des Baus der B 17 neu entstanden war. Durch diese Baumaßnahmen waren relativ große Waldflächen verloren gegangen: „Solche Maßnahmen verursachen immer Eingriffe in die Natur, aber wir sind immer bestrebt, dass man diese wieder ausgleicht“, erklärt Katharina Waibl von der Abteilung Naturschutz und Landschaftspflege des Staatlichen Bauamtes. Auf den zwölf Hektar Grund werden insgesamt 50000 Pflanzen gesetzt. Dabei wird vor allem darauf geachtet, dass keine Monokulturen entstehen: Es sollen insgesamt 15 verschiedene Laubbaumarten, zwei Nadelbaumarten und fünf verschiedene Sträucher entstehen. Die Kosten für die Pflanzaktion liegen bei rund 80000 Euro. Die Pflanzpläne sind dabei von einem Fachmann, Förster Ludwig Pertl vom Amt für Landwirtschaft und Forsten, erstellt worden. Er hat eine ausgewogene Mischung an Baumarten und einen sehr laubholzreichen Wald ausgewählt. Als erstes wurden jetzt in Denklingen direkt neben der B 17 bei Guttenstall auf einer Fläche von fünf Hektar insgesamt 24400 Bäume und Sträucher gepflanzt. Damit dieser große Abschnitt in nur zwei Arbeitstagen beendet werden konnte, kam eine moderne, leistungsfähige Pflanzmaschine zum Einsatz. Den größten Anteil auf der Denklinger Ausgleichsfläche machen für den Klimawandel tolerante Eichen (rund 5200 Stück) und Ahornbäume (insgesamt 7100 Stück Berg-, Spitz- und Feldahorn) aus. Aber auch seltene Baumarten wie Wildbirne, Elsbeere und Kirsche sind dabei. Man habe damit nun in Denklingen auch gleich einen Musterwald, den man anderen Waldbesitzern als Beispiel zeigen könnte, stellten Pertl und Gero Brehm, Abteilungsleiter am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, fest. Im vorderen Bereich wachsen auf der Fläche bei Guttenstall nun zunächst drei Reihen von Sträuchern, wie der Förster erläuterte. Danach kommen dann niedrige Bäume, und erst dahinter der Wald-Hauptkern. Der breite Strauchgürtel soll die Kulturen zum einen in das Landschaftsbild einpassen, und zum anderen einen idealen Lebensraum für Vögel und andere Tiere bilden. Im Laufe dieser Woche soll die Pflanzaktion in Hurlach fortgesetzt werden: Dort sind es knapp sieben Hektar Wald – ebenso wie in Denklingen fast ausschließlich Laubwälder – die entlang der B 17 neu gepflanzt werden. Gerade weil es in Hurlach nur eine geringe Lehmauflage auf den Kiesböden gibt, hielt man Laubwälder hier für die optimale Lösung – zumal sie auch noch ökologisch wertvolle Lebensräume schaffen, den Boden pflegen, als Luftfilter und optische Abschirmung dienen und im Winter auch noch die Funktion eines Schneefangs übernehmen. In den vergangenen Jahren hatte das Staatliche Bauamt bereits in Igling Ausgleichsflächen geschaffen. Mit der derzeitigen Pflanzaktion wird heuer nun der Großteil der gesamten Aufforstungsmaßnahmen abgeschlossen – insgesamt werden in den Jahren von 2006 bis 2011 über 20 Hektar Wald als Ausgleichs- und Gestaltungsmaßnahmen angelegt abgeschlossen. Im nächsten Jahr erfolgen dann nur noch einige Restgestaltungsmaßnahmen.

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Eine Leiche muss her!
Eine Leiche muss her!
Lisa will Bierkönigin sein
Lisa will Bierkönigin sein
Himmel oder Hummel
Himmel oder Hummel

Kommentare