Brunnen bauen, Quellen erschließen

Stadtwerke Landsberg planen die Trinkwasserversorgung

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Vor vier Jahren entdeckte man in der Teufelsküche eine neue Überlaufquelle, die für mehr Trinkwasser sorgte. Aber dennoch: Die Stadtwerke müssen weitere Trinkwassermaßnahmen ergreifenden, um der Trockenheit Herr zu werden.

Landkreis/Landsberg – Auch in diesem Jahr ist das Thema Wasser schon wieder aktuell: In den ersten Monaten des Jahres viel zu wenig Regen. Und manch einer unkt sogar von einem weiteren Jahrhundertsommer. Die Landsberger Mitte stellte deshalb in der vergangenen Stadtratssitzung einen Antrag auf Sachstandbericht der Stadtwerke Landsberg. Thema: Wie sieht es in Landsberg mit der Trinkwasserversorgung aus?

„Auch wenn es jetzt gerade viel geregnet hat, glauben Sie mir, es ist immer noch nicht genug“, leitet Stadtwerkechef Norbert Köhler seinen Bericht als Antwort auf die Anfrage der Landsberger Mitte ein. Nach dem Abschluss ‚Wasser Landsberg 2010‘ habe man gedacht, die Wasserversorgung der Stadt auch in Zukunft ohne Probleme leisten zu können. Damals konnte Landsberg aus den Gewinnungsanlagen Weststadt, Hartmahd und Teufelsküche drei Millionen Kubikmeter entnehmen – wobei ein Bedarf mit rund 2,5 Millionen Kubikmeter für die 40.000 zu beliefernden Menschen anstand. Eigentlich kein Problem.

Aber dann kam 2018. Das Jahr, in dem rund 200 Millimeter weniger Regen pro Quadratmeter viel als zuvor. „Das ließ die Pegelstände auf historische Tiefstände sinken“, berichtet Köhler. Im Westen lagen die Brunnen in der Hartmahd im August und der Brunnen in der Weststadt im November trocken. Weshalb die Stadtwerke Sofortmaßnahmen einläuteten. So wurde für die obere Singoldgruppe – für die die Stadtwerke eine Lieferverpflichtung haben wie auch für die Erpftinger und Pöringer Gruppe, für Lamerdingen, Holzhausen und Kaufering – der Notbrunnen in Waal aktiviert. Und es „Trinkwasser aus Kaufering über die bestehende – bis dahin nur in Richtung Kaufering aktive – Leitung“ gepumpt, so Köhler. Allerdings nur von Dezember bis Januar. Denn da von Kaufering aus aufwärts, also mit stärkerem Druck gepumpt werden musste, beschädigte das auch die Leitungen.

Gleichzeitig habe man aber auch Maßnahmen ergriffen, die mittelfristig das Trinkwasserproblem lösen könnten. Und sei im Moment dabei, weitere Möglichkeiten zu prüfen. Wie beispielsweise die Aktivierung des Brunnens in Holzhausen – eine Maßnahme, die aber wieder verworfen worden sei. Die Probleme lägen hierbei oftmals an einer zu geringen Grundwassermächtigkeit, also der Abstand zwischen Grundwassersohle und Grundwasseroberfläche. Zudem auch daran, dass in den Gebieten noch kein – notwendiges – Trinkwasserschutzgebiet bestehe.

Möglichkeiten für die langfristige Wassergewinnung würden gerade geprüft. Beispielsweise der Bau einer Quellgallerie am Standort der „im Moment maroden Quellfassung Mittelstetten: Hier könnten rund 20 Liter pro Sekunde erschlossen werden“, hofft Köhler. Und auch in der Teufelsküche oberhalb der Staumauer wolle man sich auf die Suche nach neuen Quellen machen. Zudem prüfe man die Grundwasserströme im Westen – die Ergebnisse seien „hoffnungserweckend“. Und am Holzangerberg in Pitzling denke man an den Bau eines Brunnens. Dort gebe es Quellen, die bisher nicht als Trinkwasser genutzt würden. Verwaltungsratsvorsitzender der Stadtwerke OB Mathias Neuner fasste zusammen: „Landsberg hat Wasser genug, aber es fehlt noch die optimale Erschließung“.

Nicht nur Landsberg hatte letztes Jahr Wasserprobleme. Weshalb langfristige Lösungen wie „die Erschließung ungenutzter, großer Trinkwasservorkommen im weiteren Umfeld“ mit den angrenzenden Wasserversorgern besprochen würden, betont der Stadtwerkechef.

Auf die Frage nach der Entwicklung des Wasserpreises konnte Köhler keine exakten Angaben machen: Die geplanten Maßnahmen würden wohl Kosten verursachen. Aber „in Unkenntnis der genauen Investitionskosten für diese Maßnahmen sowie der daraus folgenden Betriebskosten lassen sich konkrete Auswirkungen auf die Höhe der Beiträge und Gebühren aktuell nicht bewerten.“

Hans-Jürgen Schulmeister (Landsberger Mitte) mahnte Sparen an. Und Vorschriften in Baugenehmigungen wie beispielsweise der Bau von Zisternen. Ob Maßnahmen in dieser Richtung möglich seien, wollte Stadtwerkechef Köhler im Moment nicht beantworten.

Susanne Greiner

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