Sicherheit für die alten Huber-Häuser

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Die Huber-Häuser wurden im Stil der Gründerzeit erbaut. Weitere Druckereigebäude gibt es in zweiter Reihe hinter den Liegenschaften an der Johannisstraße.

Dießen – Im Jahr 1879 gegründet, war die Druckerei Jos. C. Huber mit bis zu 250 Mitarbeitern lange Zeit der größte Arbeitgeber in Dießen. Nun hat sich der Gemeinderat einmal mehr mit der Zukunft der einstigen Betriebsgebäude an der Johannisstraße 11 und 13 beschäftigt – und klargestellt, die Gebäude in ihrem Bestand zu sichern, selbst wenn die Eigentumsverhältnisse erst in zwei Jahren abschließend geklärt sind.

Bis dahin kann nämlich ein Ankaufsrecht von anderer Seite beansprucht werden. Aktuell ist die Gemeinde als Eigentümerin im Grundbuch eingetragen. „Ich wünsche mir, dass es dabei bleibt“, sagte Bürgermeister Herbert Kirsch im Gemeinderat. Allerdings muss investiert werden um den Bestand zu sichern. 100.000 Euro sind dafür im aktuellen Haushalt der Gemeinde vorgesehen, rund 92.000 Euro könnten nach der Schätzung des beauftragten Architekturbüros allein die wichtigsten Maßnahmen kosten. Dazu zählen Sanierungen am Außenputz, die Erneuerung von Fenstern sowie Kanal-, Elektro- und Glaserarbeiten.

Intensiver diskutiert wurde über das sanierungsbedürftige Glasdach, dass den ehemaligen Ladehof der Druckerei einst vor Nässe schützte. Einige Gemeinderäte wiesen darauf hin, dass genau die Schräge des Glasdachs zur Vernässung des anschließenden Mauerwerks und damit zu weiteren Gebäudeschäden beitrage. „Heute befindet sich im Innenhof kein Ladehof mehr, deshalb ist das Dach überflüssig“, sagte Edgar Maginot (CSU). Das Glasdach sollte als „typisches Architekturmerkmal“ saniert und erhalten bleiben, entgegnete Bürgermeister Kirsch. Michael Behrendt verwies auf den „wunderbaren Freiraum“ der dadurch nutzbar bleibe.

Kultur und wohnen

Derzeit wird in den Huber-­Häusern eine zweite Wohnung für Flüchtlinge ausgebaut. Der Erstbezug soll noch im März erfolgen. Außerdem wurde ein Nutzungsvertrag zwischen Heimatverein und Gemeinde vorbereitet, der bis 2019 eine teilweise kulturelle Nutzung des Anwesens sicherstellen soll. In der Jahresversammlung des Heimatvereins am 24. März sollen die Mitglieder über den Abschluss einer Haftpflichtversicherung für Veranstaltungen in den Huber-Häusern abstimmen.

Vorsitzender Dr. Thomas Raff freut sich über den Erhalt des Glasdaches. Im Rahmen der Landsberger Kreiskulturtage im Juli sei darunter bereits eine Theateraufführung geplant. „Der Erhalt des Glasdachs und die Nutzung des Innenhofs ist wichtig. Das ist der interessanteste Raum“, so Raff gegenüber dem KREISBOTEN. Dort seien auch große Installationen, Performance oder Theater möglich. Raff hofft, dass das ehemalige Druckerei-Areal durch die kulturelle Nutzung weiter ins Bewusstsein der Bevölkerung rückt und überregional bekannt wird. 

Ursula Nagl

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