Mehr Bildung erwünscht – Landkreis Landsberg plant Berufsoberschule

Eine Berufsoberschule zu besuchen und dort die Voraussetzungen für ein Studium zu erwerben – das könnte bald auch in Landsberg möglich sein. Der Kreisausschuss hat sich am vergangenen Dienstag dafür ausgesprochen an der Staatlichen Berufs- und Fachoberschule Landsberg eine Berufsoberschule (BOS) mit drei neuen Klassen einzurichten. Einstimmig haben die Mitglieder des Ausschusses die Kreisverwaltung beauftragt, den dafür nötigen Antrag beim Kultusministerium zu stellen. Schulleiter Oswald Kurr plant dabei je eine Klasse Wirtschaft 12, Technik 12 und Wirtschaft 13.

Aufgenommen in diese BOS-Klassen werden Schüler mit einem mittleren Bildungsabschluss sowie einer abgeschlossenen Berufsausbildung. In den zwölften Klassen kann dabei die Fachhochschulreife erworben werden. Die 13. Klasse in Wirtschaft ermöglicht es, die fachgebundene Hochschulreife und die allgemeine Hochschulreife (mit zweiter Fremdsprache) zu erreichen. Ein Vorteil der Berufsoberschule ist, dass hier das elternunabhängige Bafög beantragt werden kann. Dies ist an einer Fachoberschule nicht möglich. Genügend Lehrer und Räume Personell und räumlich sei die Schule im Landsberger Osten gut aufgestellt, erläuterte Kurr vor dem Kreisausschuss, genügend Lehrer, um den Unterricht sicherzustellen, seien vorhanden. Auch das Potenzial innerhalb der Schulleitung reiche aus, um noch mehr Schülern gerecht zu werden. Was die Raumsituation betrifft, gäbe es kaum Schwierigkeiten: Durch den Anbau für die Fachoberschule würden derzeit nötige Räume für die neuen Klassen geschaffen. Einzig Fachräume in Chemie und Physik stünden noch nicht bereit. Im geplanten, zweiten Bauabschnitt sollen aber zusätzliche Räume für diese Naturwissenschaften geschaffen werden. Bis dahin müsse eben auf normale Klassenzimmer zurückgegriffen werden. Um festzustellen, wie groß das Interesse tatsächlich ist, wird es im März eine Probeeinschreibung für das kommende Schuljahr 2009/10 geben – zunächst vermutlich für die beiden Klassen Wirtschaft und Technik 12. Um volle Klassen zu erreichen müssen sich jeweils 25 Schüler anmelden. Momentan ließe sich, so Kurr, noch nichts darüber sagen, wie nachgefragt die Klassen bei den Schülern einmal sind. Die Tendenzen seien vielversprechend: Aufgrund der Fachoberschule, die sich seit 2002 sehr positiv entwickelt habe und heute 17 Klassen mit mehr als 430 Schülern unterrichte, geht Kurr auch von einer positiven Entwicklung für eine zukünftige BOS aus. Er rechnet mit steigendem Zuzug in den Landkreis. Steigende Schülerzahlen in den Eingangsklassen der Realschulen und die guten Statistiken der Fachoberschule würden zudem auf eine steigende Nachfrage nach beruflicher Bildung hinweisen. Realistisch erscheinen nach Kurrs Vermutung sogar zweizügige 12. Klassen in Wirtschaft und Technik und eine stabile Klasse 13. Zusätzlich zu den geplanten Klassen wird es an der Berufsoberschule auch einen Vorkurs als Auffrischung geben, gab Wolfgang Wiedemann, der stellvertretende Schulleiter der Fachoberschule Auskunft. Momentan besuchen Berufsoberschüler Einrichtungen in anderen Landkreisen, zum Beispiel Kaufbeuren. „Durch die neue BOS leidet keine andere“, versichert Schulleiter Kurr. Mit dem Schulleiter in Kaufbeuren habe er bereits gesprochen und erfahren, dass weniger Schüler aus dem Landkreis Landsberg dort eher als entlastend gesehen werden. Landrat Walter Eichner (CSU) sieht die neue Bildungsmöglichkeit als Bereicherung. Er habe bereits Kontakt zum Kultusministerium aufgenommen und von Staatssekretär Marcel Huber (CSU) Zustimmung für die BOS bekommen. Abgerundetes Angebot Positiv war auch die Meinung der Mitglieder des Kreisausschusses. Für Ruth Sobotta (SPD) sind die neuen Klassen ein wichtiger Standortfaktor. Auch von CSU-Mitglied Dr. Manfred Rapp gab es ein Ja, denn dadurch ließe sich das Bildungsangebot gut abrunden. Er hält die Idee für vernünftig. Und Monika Groner sprach sich für die Grünen ebenfalls für die Berufsoberschule in Landsberg aus.

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