Mehr Geld für ein besonderes Projekt

Feierten bereits zur Romantiknacht einen großartigen Erfolg in der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt: der Landsberger Chor und die Prager Symphoniker. Foto: Privat

Es war eine ellenlange Liste, die Annegret Michler in der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses den Ratsmitgliedern präsentierte. Doch obwohl es bei den Hoch- und Tiefbaumaßnahmen um Millionenbeträge ging, sah sich die Stadtbaumeisterin nur mit wenig Nachfragen konfrontiert. Das verwunderte umso mehr, als dass man sich kurz zuvor im Ausschuss wegen einer viel niedrigeren Summe eine erbitterte Diskussion geliefert hatten. Auslöser war der Antrag von Johannes Skudlik, sein Chor- und Orchesterprojekt mit zusätzlichen 10000 Euro zu fördern.

Es ist ohne Frage ein außergewöhnliches Konzert, das am 8. Oktober in der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt zu erleben sein wird. 100 Musiker der Prager Symphoniker sowie mehr als 150 Sänger aus Landsberg und München hat Skudlik für seine Hommage an den Komponisten Gustav Mahler gewinnen können. Sie werden unter Skudliks Leitung anlässlich des 100. Todestages Mahlers dessen „Auferstehungssinfonie“ aufführen. Dass ein derart hochklassiges Konzert mit erheblichen Kosten verbunden ist, liegt nahe. Immerhin 10000 Euro hatte der Stadtrat bereits vorsorglich für „außergewöhnliche Ereignisse im Musikleben der Stadt“ in den Haushalt eingestellt – ein Betrag, den Skudlik nun bat, um weitere 10000 Euro zu erhöhen. Darüber allerdings zeigte sich manches Mitglied des Finanzausschusses irritiert. Helmut Weber (CSU) ärgerte besonders, dass Skudlik die Summe von seiten der Stadt angeblich bereits zugesagt worden sei. Oberbürgermeister Ingo Lehmann (SPD) dementierte das jedoch umgehend. Die Stadt habe lediglich zu erkennen gegeben, dass man der Sache „positiv“ gegenüberstehe. „Das ist keine Förderzusage gewesen.“ Gleichwohl sprach sich der OB dafür aus, dem Antrag stattzugeben. „Das Projekt ist ein kulturelles Highlight für die Stadt.“ Ins gleiche Horn stießen auch die 3. Bürgermeisterin Sigrid Knollmüller (CSU) und Jonas Pioch (Landsberger Mitte). Erstere bezeichnete das Projekt wie auch den ebenfalls von Skudlik initiierten Landsberger Orgelsommer als „wichtigen Magnet für den Tourismus“. Pioch wies auf die Werbewirkung hin und erinnerte: „Wenn wir eine Kulturstadt sein wollen, müssen wir so etwas unterstützen.“ OB Lehmann gab zudem zu bedenken, dass „ein großes Landsberger Unternehmen“ die Sommerkonzerte mit einem sechsstelligen Betrag fördere. „Da brauchen wir uns nicht über 10000 Euro streiten.“ Dieser Argumentation mochte Henrik Lüßmann (Grüne) nicht folgen. „Wir sollten unsere Entscheidung nicht davon abhängig machen, wie viel ein privater Sponsor gibt.“ Die Ab­stimmung allerdings fiel eindeutig aus. Gegen zwei Stimmen genehmigte der Ausschuss die Auszahlung.

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