Jetzt muss gehandelt werden

Mehr Plätze für Dießens Kindergarten-Kinder

Container-Provisorium in Riederau
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Das während des Kindergarten-Ausbaus in Dettenschwang angemietete Container-Provisorium in Riederau wird wohl doch noch länger benötigt. Dießen will die Container kaufen.
  • Dieter Roettig
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Dießen – Manchmal wünscht sich Bürgermeisterin Sandra Perzul eine Zauberkugel, um einen Blick in die Zukunft zu werfen. So wie beim komplizierten Thema der Bedarfsplanung für die Kindertagesbetreuung. Denn die Zahl der zum 31. Dezember 2020 gemeldeten 10.769 Einwohner mit Hauptwohnsitz in der Marktgemeinde wird sich laut Statistischem Landesamt bis 2037 auf 11.064 erhöhen. Eine Schätzung auf Basis der letzten Jahre mit Geburten, Sterbefällen, Zu- und Fortzügen sowie Schaffung von neuem Wohnraum. Eines ist dabei sicher: Der Bedarf an Krippen-, Kindergarten- und Hortplätzen wird steigen, zumal jetzt bereits Wartelisten bestehen. 

ereits Wartelisten bestehen.

Um mit einer soliden Datenbasis arbeiten zu können, hat die Marktgemeinde Dießen die Geographen und Stadtplaner Salm & Stegen beauftragt, den voraussichtlichen Bedarf in den Bereichen Kindertagesstätten und schulischer Ganztagesbetreuung zu berechnen. Dazu referierte Dr. Volker Salm vor den Gemeinderäten.

Grundlage der Ermittlung des künftigen Betreuungsbedarfs war dabei die Bevölkerungsvorausberechnung des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung (LfStaD). Die aktuellen Einwohnerzahlen in den infrastrukturrelevanten Altersjahrgängen der unter Dreijährigen, der Drei- bis Fünfjährigen sowie der Sechs- bis Neunjährigen wurden zum Ende des Jahres 2020 mit den Prognosewerten abgeglichen, um die Vorhersage zu validieren. Eine weitere Grundlage war die ausführliche Aufstellung der in Dießen vorhandenen Betreuungsangebote, den Kapazitäten und den aktuellen Auslastungen.

Derzeit gibt es in der Marktgemeinde sechs Einrichtungen: Kindergarten Dettenschwang, Kinderhaus Riederau, Katholischer Kindergarten St. Gabriel, SOS-Kinderdorf, Waldorfkindergarten und Naturkindergarten. Die 423 genehmigten Betreuungsplätze gliedern sich auf in 61 Krippen-, 291 Kindergarten- und 71 Hortplätze. Darunter sind 28 Kinder mit Migrationshintergrund und vier Integrationskinder mit besonderem Förderbedarf. Damit ist gesamt die Vollauslastung der Kapazitäten erreicht. Auf der Warteliste von St. Gabriel werden derzeit 37 Kinder geführt. Der Bedarf an Betreuungsplätzen für die Unter-Dreijährigen wird sich in den Jahren 2027 bis 2031 laut Dr. Salm wohl zwischen 77 und 94 Plätzen einpendeln. Es sei auch davon auszugehen, dass einige Eltern ihre Kinder außerhalb der Marktgemeinde betreuen lassen, z. B. in der Nähe des Arbeitsplatzes oder in eigenen Angeboten des Arbeitgebers. Dr. Salm sieht kurz- bis mittelfristig einen Ausbaubedarf von zwei Krippengruppen á zwölf Kinder.

Bei den Drei- bis Fünfjährigen sei der Prognose des LfStaD für Statistik folgend im aktuellen Jahr 2021 die Kindergarten-Bedarfsspitze beziehungsweise die maximale Anzahl erreicht. Sofern alle 291 Kindergartenplätze für die U6-Betreuung genutzt werden, sei das Angebot gerade so bedarfsdeckend, jedoch ohne einen Sicherheitspuffer. Auftretende Bedarfsspitzen müssten mit provisorischen Lösungen wie Container-Modulen abgedeckt werden, solange kein dauerhafter Ausbau erfolgt.

Derzeit wird der Kindergarten in Dettenschwang saniert und um eine Gruppe erweitert. Als Übergangslösung hat die Marktgemeinde in Riederau zwischen Kinderhaus und Feuerwehrhaus Container aufgestellt. Sie wurden zunächst bis zum Herbst angemietet, sollen jetzt aber im Blick auf den zukünftigen Bedarf angekauft werden.

Bei der Bestands- und Bedarfsfeststellung der Ganztagsbetreuung U10 müsse laut Salm zwischen der Hort- und der schulischen Ganztags- bzw. Mittagsbetreuung unterschieden werden. Mit 13 Dießener Kindern auf einer Hort- und 72 Kindern auf der Mittagsbetreuung-Warteliste wurde ein Betreuungswunsch für 153 Kinder in der Ganztags- bzw. Mittagsbetreuung ermittelt. Hinzu kämen 58 Schüler der Carl-Orff-Grundschule. Bis zu den Jahren 2023 und 2024 wird die Zahl der Grundschulkinder bei knapp über 400 liegen. Deshalb müsse der Markt Dießen von einem Ausbaubedarf in der Ganztagsbetreuung ausgehen.

Die Ausführungen von Dr. Volker Salm wurden nicht nur im Marktgemeinderat vorgestellt, sondern auch mit den örtlichen Kindertagestätten, der Carl-Orff-Schule und dem Jugendamt diskutiert.

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